Dieser Beitrag ist Teil der Artikelserie „Touchpoint“ des HRweb.

Kreativität ist die Schlüsselressource der Zukunft. Ganz oben bleiben Unternehmen nur mit einem reichen Schatz an kundenrelevanten Ideen und geglückten Innovationen. Am besten nutzen Sie dabei die kollektive Intelligenz der besten Ratgeber, die zu finden sind: die eigenen Mitarbeiter und die sozial vernetzten Kunden.

Um seine Kunden zu begeistern, kann man gar nicht genug gute Ideen haben. „Für eine gute Idee brauchst Du vor allem eins: Viele Ideen.“ Das hat der Erfinder Thomas Alva Edison einmal gesagt. Und nur, wer viel würfelt, der würfelt am Ende auch Sechser. Sammeln Sie also Ideen systematisch:

  • Ihre eigenen Ideen in einem Ideenbuch
  • Die Ideen Ihrer Mitarbeiter in einer Ideenbank
  • Die Ideen (potentieller) Kunden im Social Web

Gottseidank haben die interaktiven Web-2.0-Technologien das behäbige betriebliche Vorschlagswesen mit seinen bürokratischen Gremien und zähen Bewertungsverfahren schon weitgehend abgelöst. Viele Firmen nutzen inzwischen Corporate Wikis als Wissensplattform, um alle interessierten Mitarbeiter auf basisdemokratische Weise an einem kontinuierlichen Ideensammeln, Bereichern, Bewerten und Implementieren teilhaben zu lassen.

Wie eine zeitgemäße Ideenbank funktioniert

Das ideale Tool für ein modernes Ideenmanagement ist eine Mischung aus Wiki, Blog und Bewertungsportal. Ich nenne das Ideenbank, weil es wie ein Bankkonto funktioniert: Ideen, die man gerade braucht, können abgehoben werden, alles andere wird für später angespart. In einer solchen Ideenbank werden passende Ideen am besten direkt vom jeweiligen Ideenfinder eingestellt und beschrieben. Dazu gesellen sich, wenn vorhanden und adäquat, Dokumente, Fotos, Audios und Videos.

Unter jede Idee kommt ein Kommentarfeld, in dem interne Dritte ihre Meinung zu oder ihre Erfahrungen mit der Idee einstellen können. Ferner gibt es eine Bewertungsfunktion mit fünf Sternen sowie eine Ja/Nein-Frage, ob die Idee hilfreich war. Ferner gibt es einen Zähler, der anzeigt, wie oft eine Idee angeklickt wurde. Verlinkungsmöglichkeiten und eine Verschlagwortung helfen beim Suchen und Finden. Die besten Ideen sollten am Ende prämiert werden.

Die Ideenbank wird periodisch ausgewertet. Brauchbare Anregungen werden weiter entwickelt, getestet und möglichst zügig umgesetzt, um immer wieder neue Begeisterungs-Chancen zu kreieren, Kundenloyalität zu bewirken und positive Mundpropaganda anzustoßen. Und falls Ihnen am Ende die eigenen Ideen auszugehen drohen, dann zapfen Sie den größten Ideenpool an, den es da draußen gibt: den Einfallsreichtum kreativer Kunden.

Ideenfindung mithilfe des Social Web

Laden Sie Externe auf Ihren Social Media Präsenzen zum Ideen-Storming ein. Oder stellen Sie Ihre Ideen dort zur Diskussion. Im Web lassen sich heutzutage Vorschläge, Anregungen und Konzeptionen ganz einfach kommentieren, bereichern, bewerten und gewichten. Nutzen Sie dazu Umfragetools wie PollDaddy oder Twtpoll. Und lassen Sie sich auf Webseiten wie Dell-IdeaStorm oder Tchibo-Idee zu einer eigenen Ideenplattform anregen.

So hat Malermeister Werner Deck auf Twtpoll mal folgende Frage eingestellt: „Was ist für Sie das wichtigste Kriterium bei der Beauftragung eines Handwerkers?“ Zehn Kriterien konnte ausgewählt werden, Mehrfach-Nennungen waren möglich. Die maximale Zahl von 400 Personen nahm an der Abstimmung teil. Die Erkenntnisse aus solchen Analysen kann man für seine Touchpoint-Arbeit nutzen, mit seinem Beziehungsnetz teilen – und natürlich auch der Presse übermitteln. Aufmerksamkeit ist in jedem Fall gewiss.

Ein weiterer Weg: Stellen Sie Ihre brennenden Fragen der ganzen Welt. Open Innovation nennt man das dann. Auf Webseiten wie brainr.de, atizo.ch oder brainfloor.com kann man zum öffentlichen Brainstorming einladen. Wer solche Brainstorming-Portale nutzt, versorgt sich mit der kollektiven Intelligenz kreativer Querdenker. Denn die wertvollsten Ideen entstehen niemals im behüteten Drinnen, sondern an den Rändern einer Organisation und im wilden Draußen.

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Literaturtipp

Anne M. Schüller: Touchpoints. Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute. Managementstrategien für unsere neue Businesswelt, 2012, 350 S., ISBN: 978-3-86936-330-1