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Bewerber an Human Ressource – ist da jemand????

Viele haben es schon erlebt und täglich werden es mehr: Man bewirbt sich auf ein Job-Inserat, investiert viel Zeit und Energie in die Bewerbungsunterlagen und dann….? Funkstille.

War dieses ignorante Verhalten früher die Ausnahme, gleicht heute das Bewerbermanagement in etlichen Unternehmen einem schwarzes Loch – auf eine Bewerbung erhält man keine Antwort. Und falls doch, dann oft erst nach Monaten.

So ein Verhalten ist unprofessionell und es herrscht offensichtlich wenig Bewusstsein darüber, wie schnell ein Imageschaden entsteht, wenn man Bewerbern die kalte Schulter zeigt.

Das kann sich bitter rächen.

Eine Frage der Professionalität

Noch nie gab es so kostengünstige Kommunikationsmöglichkeiten wie heute. Das gilt auch für die Korrespondenz zwischen Unternehmen und Bewerbern. Früher war für die Absage einer Bewerbung ein Brief erforderlich, der neben den Portokosten auch einen entsprechenden administrativen Personalaufwand verursacht hat.

Heute genügt dafür eine knappe, aber höflich formulierte, portofreie E-Mail. Und durch den Einsatz einer effizienten Recruting-Software  lässt sich der nötige Personalaufwand für das Bewerbermanagement auf ein Minimum reduzieren. Auf alle Fälle kann die Korrespondenz mit den Bewerbern heute schneller und damit auch günstiger erledigt werden als früher.

Daher ist es paradox, dass mehr und mehr Unternehmen es nicht der Mühe wert finden, jenen Menschen, die ihr Interesse an einer Mitarbeit bekundet haben, auch eine zeitgerechte Antwort zukommen zu lassen. Das lässt sich wohl nur so erklären:

  • Der Recruting-Prozess dieser Unternehmen ist unprofessionell und ineffizient
  • Man ist der Meinung, dass es nicht notwendig ist (weil es genug Bewerber am Markt gibt)
  • Es fehlt das Bewusstsein, dass jeder Bewerber auch ein potentieller Kunde sein kann

Keiner der genannten Gründe ist ein Ruhmesblatt für den betreffenden HR-Bereich, denn:

Bewerbermanagement ist Kundenmanagement

Egal ob Kreditinstitut, Markenartikel-Hersteller, Tourismusbetrieb oder Handelsunternehmen – für alle gilt der gleiche Grundsatz: Jeder Bewerber kann ein zukünftiger Kunde sein. Oder noch heikler – er ist bereits Kunde.

Einen Bewerber zu ignorieren, kann daher bedeuten einen (zukünftigen) Kunden zu ignorieren. Diese Sichtweise ist offensichtlich in vielen Unternehmen in den letzten Jahren abhanden gekommen.

Das Risiko, mit einem verärgerten Bewerber auch einen Kunden zu verlieren, kann sich noch potenzieren. Nämlich dann, wenn Besagter seine negative Erfahrung weitergibt. In Zeiten von Social Media – Facebook, Xing, Kununu &  Co lassen grüßen – kann diese Botschaft weit über sein Umfeld hinausgehen. Und zwar schnell und schonungslos.

Daher ist jeder Vorstandvorsitzende und jeder Geschäftsführer gut beraten darauf zu achten, dass in der HR-Strategie seines Unternehmens der Begriff der Kundenorientierung umfassend verankert ist und die Prozesse im Bewerbermanagement entsprechend abgeleitet sind.

Employer Branding – außen hui, innen pfui?

Viele Unternehmen investieren heute viel Geld und Zeit, um als attraktiver Arbeitgeber am Bewerbermarkt wahrgenommen zu werden. Um für den prognostizierten „War for Talents“ gerüstet zu sein, werden keine Mühen gescheut, damit man sich bei Fachmessen bestens präsentiert und für Auszeichnungen bei den verschiedenen Awards qualifiziert.

Manchmal wäre es besser, die HR-Abteilungen würden ihre Aufmerksamkeit wieder mehr ihren Basis-Prozessen (wie z.b. dem Bewerbermanagement) widmen. Es könnte sein, dass dort ungleich mehr Image-Potential liegt, als in den teuren Hochglanz-Broschüren, die bei Job-Messen verteilt werden.

Gerade die bestens vernetzte und heiß umworbene Generation „Y“ wird sehr schnell reagieren, wenn Schein und Sein nicht korrelieren – und über Social Media schonungslos Feedback geben.

Fazit

Auch wenn viele Unternehmen in Zeiten wie diesen von Bewerbungen überflutet werden – eine zeitgerechte Antwort ist ein Qualitätsanspruch an jedes professionelle Bewerbermanagement.

Und vor allem ein Zeichen der Wertschätzung dafür, dass sich der Bewerber für das Unternehmen interessiert hat.

Denn auch für den Bewerbermarkt gilt: „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ – wenn nicht nochmals als Bewerber, dann vielleicht als (Ex-)Kunde.

„Wer essen will, soll den Koch nicht beleidigen.“
Chinesisches Sprichwort

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Ein Kommentar

  1. personalmarketing2null am

    Tja, der Bewerber wird gerne als Bittsteller behandelt. Leider ist es in vielen Unternehmen noch nicht bewusst, dass in vielen Bereichen der Bewerber am längeren Hebel sitzt und sich die Arbeitgeber aussuchen kann. Und da fällt im Zweifel dann auch mal ein Unternehmen raus, welches einen indiskutablen Bewerbungsprozess sein eigen nennt oder keine oder nur unzureichende Karriere-Website bereithält. Nicht ohne Grund: Der nächste Arbeitgeber ist nur einen Mausklick entfernt!

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