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Employer Branding | Corporate Blogs für bessere Bewerbungen

Bevor ein neuer Mitarbeiter recruitiert ist, den Vertrag unterschreibt und die Gehaltsverhandlungenerfolgreich über die Bühne gegangen sind muss eine Menge passieren. Etwa: der Kandidat muss erst mal positiv auf dasUnternehmen aufmerksam geworden sein. Ein Hauptteil der Kommunikation mit einer breiten Öffentlichkeit spielt sich über die Webseite ab, deren ideale inhaltliche Ergänzung ein Corporate Blog ist. Die professionellen Blogger Elena Paschinger und Conrad Cumberbatch berichten, was aus ihrer Sicht einen erfolgreichen Blog ausmacht.

Frau Paschinger, worauf kommt es bei einem erfolgreichen Blog an?

Elena Paschinger: Es geht beim Corporate Blog nicht darum, kurzfristig eine möglichst große Reichweite mit einem bestimmten Thema zu bewirken. Das Wichtigste am Corporate Blog ist das Selbstverständnis, eine eigene Blogpersönlichkeit im (Social) Web aufzubauen, die mit einer möglichst langfristigen Perspektive betreut wird und organisch in der relevanten Zielgruppe wächst.

Dreh- und Angelpunkt Ihrer Kommunikation ist dabei Ihre Homepage. Alle Inhalte, die auf Social Media geteilt wird, sollte auch auf Ihrer Homepage auffindbar sein. Wer ohne Homepage auf Plattformen wie Facebook oder LinkedIn kommuniziert, macht sich letztlich von ihnen abhängig.

Wie wichtig ist dabei die eingesetzte Sprache?

Was viele unterschätzen, ist die Bedeutung von Sprache im Netz. Manche Unternehmen verwenden eine technokratische Sprache mit zahlreichen Fachbegriffen, die gerade in der Kommunikation mit jungen Leuten überhaupt nicht angemessen ist. Sprache sollte bewusst mit der Kernfrage eingesetzt werden: „Welche Inhalte wollen wir in welcher Form an welche Zielgruppe kommunizieren?“ Je nachdem, ob ich mich an Schüler wende, die ich für ein Praktikum begeistern möchte, oder junge Akademiker für den Berufseinstieg als High Potential anspreche, muss die verwendete Sprache anders ausfallen.

Herr Cumberbatch, wie wichtig ist Ihrer Meinung nach guter Content?

Conrad Cumberbatch: Häufig heißt es: „Content is King“. Persönlich bin ich der Ansicht, dass es eher heißen sollte: „Context is King“. Viele setzen bei der Kommunikation von Unternehmensinhalten auf Facebook. Natürlich ist diese Plattform nicht wegzudenken, doch für mich ist es eher ein „Badehosen-Netzwerk“. Hier zeige ich mich von meiner persönlichen bis privaten Seite in einer lockeren, entspannten Sprache. Gerade im Businessbereich ist jedoch LinkedIn das Netzwerk Nummer Eins. Dort zeige mich in Anzug und Stecktuch und verwende leicht lesbare, aber professionelle Kommunikation.

Durch die unterschiedliche Positionierung werden auf Facebook und auf LinkedIn andere Inhalte wahrgenommen, geliked und geteilt. Während bei Facebook vorwiegend unterhaltsamer Content, vor allem Fotos und Videos mit ganz kurzen Textelementen zieht, sind auf LinkedIn Texte mit beruflichem Bezug von kürzerer bis mittlerer Länge besonders erfolgreich. Meine persönliche Empfehlung für die Textlänge auf LinkedIn ist zwischen 300 und 500 Wörtern.

Wie wichtig sind Bilder?

Die Bildsprache ist auf allen Plattformen extrem wichtig, ob auf der Homepage, Facebook oder LinkedIn. Bilder vermitteln einen bestimmten ersten Eindruck, der durch den Text weiter unterstützt wird. Bei vielen Lesern habe ich den Eindruck, dass sie fast ausschließlich die Bilder anschauen und den Text gar nicht richtig lesen. Daher gilt als Grundregel, wo auch immer Sie sich bewegen: Ihre Marke als Arbeitgeber und Ihre wichtigsten Botschaften müssen konsistent erkennbar sein.

Welche Tipps können Sie geben, um möglichst viele Leser zu erzielen?

Unternehmen sollten sich jedenfalls mit der Frage auseinandersetzen, wie sie eine möglichst große Reichweite erzielen. Dafür gibt es insbesondere für jede Plattform besondere Regeln, die beachtet werden sollten, weil ansonsten einfach niemand Ihren Artikel liest, so inhaltlich interessant er auch sein mag. Beispielsweise ist auf LinkedIn zu empfehlen, einen Text direkt auf LinkedIn zu publizieren und nicht nur den Link zu veröffentlichen.  Ein weiterer Tipp ist die Veröffentlichung Ihrer Texte in relevanten LinkedIn-Gruppen.

Schließlich sollte jede Kommunikation in einem logischen nächsten Schritt münden. Ihre Aufgabe bei einem Corporate Blog besteht darin, den Leser zu einer Folgehandlung einzuladen, etwa zu einer Bewerbung. Am Ende jedes Beitrags sollte der „Call to Action“ klar sein, etwa auf den Link zu einem Bewerbungsformular zu klicken. Und wie üblich gilt auch für einen erfolgreichen Blog: Keep it short and simple.


Die Interview-Partner

Elena Paschinger betreibt als Reisebloggerin den Blog www.creativelena.com für Kreativreisen. Sie berät Unternehmen in PR-Fragen und bietet ihnen Schulungen zur Sprachverwendung im Internet an.

Conrad Cumberbatch ist CEO von www.upstyletravel.com und Herausgeber des Upstyle Travel Magazine. Der Luxury Travel Blogger ist Buchautor und Consultant von Luxushotels zum Thema „Guest Experience“.

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