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Neujahrsvorsätze für Unternehmen

Neujahrsvorsätze gehören zu den Dingen die meistens belächelt werden.  Lippenbekenntnisse auf die keine Umsetzung folgt. Gilt das aber nur für Neujahrsvorsätze? Und wo liegt vielleicht die Gemeinsamkeit zu Strategien und Visionen vieler Unternehmen?

Ich schreibe diesen Artikel kurz vor dem Jahreswechsel. Und wie die meisten Menschen lässt man in den ruhigeren Weihnachtsfeiertagen das vergangene Jahr Revue passieren. Und man überlegt fast automatisch, was im nächsten Jahr wohl auf einen zukommt. Was man als Privatmensch tut, gilt als Analogie wohl auch für Unternehmen. Man bewertet das vergangene Jahr und steckt sich neue Ziele. Auf privater Ebene ist dabei oft von „Neujahrsvorsätzen“ die Rede. Und meist werden diese eher belächelt und selten realisiert. Aber ist das denn Neujahrsvorsätzen in Unternehmen so unähnlich?

Die häufigsten Neujahrsvorsätze

Ich denke die meisten privaten Neujahrsvorsätze lassen sich auch auf Unternehmen umlegen. Hier meine nicht-wissenschaftliche Bestenliste:

  • Ich möchte abnehmen.
    Viele Menschen schleppen unnötige Pfunde mit sich rum. Das gilt auch für Unternehmen. Und ich meine damit nicht einen zu großen Personalstand, sondern vielmehr tote Projekte, unnötige Initiativen, veraltete Vorlagen,….. Dinge die man eigentlich nicht mehr neu starten würde. Fredmund Maliks „systematische Müllabfuhr“ lässt grüßen. Als Unternehmen schlanker, effektiver und schlagkräftiger zu werden ist mit Sicherheit ein gutes Vorhaben.
  • Ich möchte mit dem Rauchen aufhören / gesünder leben.
    Was ungesunde Angewohnheiten eines Privatmenschen sind findet sich auch in schlechten und ungesunden Angewohnheiten einer Organisation wieder. Egal ob es dabei um „ungesunde Planung von Projekten und Ressourcen“ geht oder das festhalten an „ungesunden Kunden“. Oder falsche Toleranz für Verhalten, das zuwider der eigenen Werte und Unternehmenskultur läuft.
  • Ich möchte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.
    Vielleicht setzen sich auch viele Führungskräfte und Unternehmen der Vorsatz im nächsten Jahr mehr Zeit mir und für die eigenen Mitarbeiter zu verbringen. Qualitäts-Zeit, wohlbemerkt. Reine räumliche Anwesenheit zählt nicht.
  • Ich möchte mehr Zeit für meine Hobbies aufbringen.
    Auch Unternehmen, Unternehmer und Führungskräfte haben ihre Steckenpferde. Dinge die nicht unmittelbar der Produktivität dienen, aber in den Alltag Freude, Erholung und Frohsinn bringen. Auch Unternehmen sollten sich Bereiche und Themen schaffen, für die Mitarbeiter und Führungskräfte Leidenschaft empfinden. Denn daraus können wieder neue Geschäftsideen wachsen.
  • Ich möchte mir einen lang gehegten Traum/Wunsch erfüllen.
    Auch Unternehmen haben oft eine Pipeline von Ideen und nie vom Stapel gelassener Initiativen, die es ggf. wert wären realisiert zu werden. Was ein privater Wunschtraum ist ist ggf. der unternehmerischen Vision gleichzusetzen. Wie wäre es, wenn Sie im nächsten Jahr dieser Vision auch wirklich Zeit und Energie widmen würden?

Neujahrsvorsätze – die Gefahr des Scheiterns

Ich habe mal den Spruch gelesen, dass die wenigsten Menschen scheitern, sondern dass die meisten Menschen aufgeben, bevor sie das Ziel erreicht haben. Vielleicht ist da etwas wahres dran. Demnach scheitert man vielleicht seltener an seinen Vorsätzen als dass man diese gar nicht ernsthaft angeht. Was kann man also tun – privat wie beruflich – damit die eigenen Neujahrsvorsätze zumindest den Dreikönigs-Tag erleben? Meine eigenen Top 3 Empfehlungen:

  1. Vorhaben schriftlich definieren 
    Damit ein Wunsch zum Plan wird, braucht er eine klare Definition und Konkretisierung. Anregungen dafür finden Sie vielleicht in meinem letzten Artikel: http://www.hrweb.at/2016/11/smarte-ziele-setzen/ Klingt banal? ist es auch! Warum passiert es dann so selten? Ich weiß es nicht….
  2. Vorhaben publik machen
    Der geheime Wunsch ist noch keine öffentliche Willensbekundung. Die Verschriftete Strategie ist in den Köpfen der Mitarbeiter vielleicht nicht bekannt und in den Herzen noch nicht verankert. Ich behaupte: Die meisten Strategien scheitern auch deswegen, weil sie kaum einer kennt und noch weniger 100% verstehen. Richten Sie Ihr Unternehmen am Nordstern Ihrer Vorhaben aus. Dann finden Sie auch Gleichgesinnte, die Ihre Ziele teilen. Privat wie beruflich.
  3. Vorhaben die umgesetzt werden feiern und Teilziele schätzen
    Niemand besteigt von heute auf morgen den Mount Everest. Aber jeder Schritt und jedes Hochlager bringt einen näher zum Ziel. Zumeist wird der Weg und der Teilerfolg zu wenig geschätzt. Privat wie beruflich. Man leider daran, dass man noch immer 9kg Übergewicht hat, nicht dass man schon 1kg abgenommen hat. Auch Unternehmen huldigen zumeist nur der endgültigen Zielerreichung, auch dann wenn man am halben Weg schon wesentliche Probleme gemeistert hat und Mitarbeiter eine Motivationsspritze dringend nötig hätten. Wertschätzung wirkt, probieren Sie es aus!

Ein erfolgreiches Jahr 2017!

In diesem Sinne: Ich wünsche Ihnen einen schönen Jahreswechsel.

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