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Entwicklungen im eRecruiting

Social Media sind im Kommen. Was bereits einen fixen Platz einnimmt in der österreichischen HR-Landschaft ist E-Recruiting. Dazu zählt das Nutzen der eigenen Webpage, von Online-Job-Plattformen, natürlich der Einsatz von Social Media, die Verwendung einer geeigneten HR-Software etc. Das Ziel: ein reibungsloser und effizienter interner Ablauf, der idealer Weise auch nach aussen transparent ist.

Der Recruiting-Prozess wird mittels Web 2.0 schneller, die Zahl der Bewerbungen höher (siehe Grafik) und das Controlling der einzelnen Massnahmen leichter – vor allem mit der geeigneten Software.

Doch bevor wir in die Zukunft blicken, besinnen wir uns noch kurz der letzten 3 Jahre.

 

Wie sehen Sie die Entwicklung des E-Recruitings in den letzten 3 Jahren?

Daniela Schlick (StepStone Österreich): “Vor drei Jahren nutzen etwa 60 % der Unternehmen Online-Stellenmärkte für die Personalsuche. Heute sind beinahe drei Viertel der Betriebe E-Recruiting-Nutzer. Und das aus gutem Grund: Im Online/ Print-Vergleich erzielt bereits die Hälfte der Inserenten einen höheren Bewerberrücklauf auf Online-Inserate. Beinahe alle Stellen können über das Internet besetzt werden. Entscheidend ist das Ausbildungsniveau: Während der Grossteil der FH- und Uniabsolventen sowie AHS- und BHS-Abgänger ihre Jobs online sucht, bedienen sich Fachschüler weniger stark des Online-Stellenmarktes. Aber auch hier erleben wir bereits eine deutliche Verschiebung in Richtung Internet. Die Bereitschaft des gewerblichen Personals, wie auch des Top-Managements, Online-Angebote zu nutzen, ist weiter im Steigen begriffen.”

Mag. Evelyn Poms (top-jobs-europe Consulting): “Das Internet ist aus dem Alltag – ob privat oder beruflich – nicht mehr wegzudenken. In den letzten Jahren hat sich dieses schnelllebige Medium vom reinen Informations- zum omnipräsenten Kommunikationsmedium gewandelt. Der Trend zur vermehrten Nutzung von E-Recruiting-Instrumenten ist unübersehbar. Online-Jobplattformen werden von mittlerweile etwa 75 % aller Unternehmen genutzt. Vor drei Jahren waren es gemäss einer vergleichbaren Studie etwa 60 %. Es gibt heute nahezu kein Unternehmen mehr ohne eigene Website mit integrierter Karriereseite als Personalmarketinginstrument.“

 

Wie wird sich E-Recruiting in den nächsten 3 Jahren entwickeln?

Mag. Gerlinde Pascher (MP2 IT-Solutions): “Das Thema E-Recruiting wird vermehrt auch in klein- und mittelständischen Unternehmen forciert werden. Auch die Vorzüge eines vollkommen elektronischen Recruitings- Prozesses werden kennengelernt und genutzt werden. Gute E-Recruiting- Software bietet eine Skalierbarkeit an – so kann die Software für kleine, mittelständische und grosse Unternehmen in Einsatz gebracht und optimal auf die Anforderungen angepasst werden – z. B. durch Modulerweiterungen. Die Nutzung der Karriereseiten auf der eigenen Firmen-Webpage sind relativ einfach und kostengünstig. Der Unternehmensauftritt im Internet ist ein wesentlicher Bestandteil, um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Neben Unternehmensdaten und -informationen kann hier auch die Interaktion zu potenziellen Bewerbern forciert werden. Das Medium Internet bietet die Möglichkeit, aktuell zu sein – auch dies soll und kann genutzt werden. Die Informationen – zum Beispiel Stellenangebote – sollen nicht nur vollständig, korrekt und aussagekräftig sein, sondern auch aktuell.”

Mag. Evelyn Poms (top-jobs-europe Consulting): “In drei Jahren wird der Nutzungsgrad des E-Recruitings von Unternehmen wahrscheinlich bei etwa 90 % liegen. Eventuell gewinnen auch virtuelle Recruiting- Messen oder Jobauktionen an Bedeutung. Die unternehmenseigene Karriereseite ist bereits Usus, eventuell werden hier Online- Interaktionen zwischen Bewerbern und Personalisten integriert werden. Die vermehrte Nutzung von Netzwerken, Newsgroups und virtuellen Communities ist absehbar, obwohl Qualität und Level sehr unterschiedlich sind. Es ist damit zu rechnen, dass im Bereich der Job-Plattformen eine Marktbereinigung stattfinden wird, da mittlerweile – wie um das Jahr 2000/01 – (zu) viele unterschiedliche neue, teilweise spezialisierte Plattformen am Markt sind. Ich denke, die Printmedien werden den Online-Druck nicht völlig schmerzfrei überstehen. Unternehmen werden immer wieder – jedoch nicht mehr so häufig – Online- und Printmedien parallel nutzen. Eine Online-Schaltung ist kostengünstiger, schneller und länger publiziert, korrigierbar und erzielt eine grössere Reichweite. Insgesamt ist der Bewerberrücklauf auf Online-Inserate bereits höher.”

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2 Kommentrare

  1. Marco De Micheli Redaktor HR-Blog am

    Ein guter Beitrag, vor allem was die Nutzung aller Möglichkeiten und Kanäle betrifft Es erstaunt mich immer aber wieder im eRecruiting auch, wie austauschbar, langweilig und uniform betrachten. Und ein weiteres Problem ist: Stellenausschreibungen machen von den zahlreichen Möglichkeiten des Web 2.0 und neuer Funktionen wenig bis gar keinen Gebrauch und vielen Jobportalen mangelt es an Innovationskraft.

    Wir vom HR-Blog hrpraxis.ch hat sich deshalb Gedanken gemacht, wie eine Stellenanzeige der Zukunft daher kommen könnte: http://www.hrpraxis.ch/2012/08/das-konnte-sie-sein-die-stellenanzeige.html

  2. Eva SELAN am

    Hallo Her De Michel,

    da haben Sie einen umfassenden Beitrag mit vielen guten Ideen – eine solche Stellenanzeige ist zweifellos mit mehr Aufwand und voraussichtlich mit entsprechend mehr Erfolg gepaart!

    Danke für den Link!

    Lg, Eva Selan

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