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Fehlerkultur heißt auch Lernkultur

Fehlerkultur zu leben und die Organisation zur lernenden Organisation zu machen ohne „Schuldige“ zu verfolgen und individuelle Motivation abzuwürgen, ist oft eine Kunst.

persons wins crisisEine positive Fehlerkultur macht Organisationen zur lernenden Organisationen. Um Fehler nicht zu vertuschen oder Fehler anderer hinterlistig aufzudecken, sondern sie aktiv aufzuzeigen – dazu bedarf es einer konstruktiven Fehlerkultur. Das Ansprechen von Fehlern und das Suchen von Ursachen (nicht Schuldigen, sondern Auslösern) macht es möglich, daraus Maßnahmen abzuleiten, um diese Fehler künftig zu vermeiden. Es heißt ganz richtig “aus Fehlern lernt man”, – allerdings sollte man Fehler tunlichst nur einmal machen – die Auswahl an möglichen Fehlern ist schließlich groß genug.

Diese produktive Fehlerkultur fördert naturgemäß die konfliktfreie Zusammenarbeit. Fehlerkultur bedeutet, das Lernverhalten der Mitarbeiter zu kennen und zu akzeptieren. Jeder Mensch begeht Fehler und lernt (im Normalfall) auch daraus. “Bei einer erfolgreichen Fehlerkultur in Unternehmen wird dieses Verhalten genutzt. Jeder Fehler in der Vergangenheit kann zu einer Leistungssteigerung in der Zukunft führen”, unterstreicht Gabriele Riedl (Geschäftsführerin, trilog). “Hand in Hand mit einer erfolgreichen Fehlerkultur geht eine mindestens ebenso erfolgreiche Feedback-Kultur. Denn nur wenn ein Fehler auch entsprechend kommuniziert und somit eine Feedback- und Lernschleife in Gang gesetzt wird, kann daraus Neues und Lösungsorientiertes entstehen.”

Dazu ist es nötig, auf nicht-beschuldigende Art und Weise

  • das Problem/den Fehler zu definieren.
  • die Ursache und/oder den Auslöser zu erkennen,
  • die möglichen Konsequenzen bei Nichtbehebung des Problems zu erörtern und
  • herauszufinden, wie dieses Problem/ dieser Fehler künftig vermieden werden kann.

Dann ist es ein konstruktiver Umgang mit der Situation und diese Fehlerkultur ermöglicht Lernen.


2 Ansätze

Zwei unterschiedliche Ansätze möchte ich vorstellen:

Clemens Widhalm (Geschäftsführer, Dale Carnegie Austria): “Kulturveränderungen haben viel mit dem sorgfältigen Gebrauch von Sprache zu tun: Fehlerkultur ist für mich ein Unwort. Denn hier legen wir den Fokus auf das Nebensächliche. Ich würde es ersetzen z. B. durch Risiko- oder Innovationskultur. Wir möchten ja nicht Fehler kultivieren, sondern zielgerichtete Weiterentwicklung! “

Elke Schüttelkopf (Elke Schüttelkopf Consulting) sieht es anders: “Ebenso wenig, wie es in ‘Streitkultur’ darum geht, dass sich Leute möglichst viel streiten und möglichst fies zueinander sind, geht es in Fehlerkultur um das ‘Kultivieren von Fehlern’! Fehlerkultur bedeutet vielmehr die Art und Weise, wie Menschen und Unternehmen mit Fehlern umgehen. Ziel ist es, das auf kultivierte Weise zu tun. Denn auch wenn man keine Fehler will, sie sind ein Faktum, sie passieren. Die Kunst besteht darin, mit Fehlern konstruktiv umzugehen, aus Fehlern Nutzen zu ziehen, aus Fehlern zu lernen!”


Fehler als Mittel zum Zweck

Und genau darum geht es: Fehler nicht negieren, sondern sie als Anlass zur Weiterentwicklung sehen. Eine dementsprechend offene Kultur, die Risiko und Innovation willkommen heißt, bedeutet nicht, dass Fehler herbeigesehnt und Fehler an sich positiv sind, sondern dass sie als Mittel zum Zweck dienen – der stetigen Verbesserung.

Mag. Eva Selan, MSc

Theoretischer Background: MSc in HRM & OE. Praktischer Background: HR in internationalen Konzernen und KMUs in Österreich und den USA. Nach langjähriger Tätigkeit beim Magazin TRAiNiNG als Chefredakteurin wechselte sie das Medium und gründete Ende 2010 das HRweb.

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