HRweb | Die erfrischende Plattform für Human Resources

Hintergrundinfo zur HR-Studie in OÖ

Anlässlich der HR-Studie, deren Ergebnisse im Nomeber 2010 veröffentlicht wurden, geben Viktor Sigl, Isabella Gusenbauer und Manfred Huemer Hintergrundinformationen.

Wirtschaftslandesrat Viktor SIGL

Netzwerk Humanressourcen auf Erfolgskurs

networkDer Mensch als wichtigste Ressource in den Unternehmen trägt dazu bei, dass das Personalmanagement, aber auch Personalcontrolling zunehmend an Bedeutung gewinnen. „Durch das EU-Förderprogramm Regio 13 ist einerseits die Arbeit des Netzwerks Humanressourcen gesichert, andererseits kommen oberösterreichische Unternehmen – insbesondere KMU – die Mitglied im Netzwerk sind, in den Genuss einer Förderung für innovative HR-Kooperationsprojekte. Dies stärkt nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Region sondern sichert in erster Linie bestehende Arbeitsplätze“, erklärt Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl.

Oberösterreich aktiv mitgestalten

Zahlreiche Bereiche, die die Wettbewerbsfähigkeit und Kompetenz eines Betriebes positiv beeinflussen, sind nicht oder nur bedingt branchenspezifisch. Aus diesem Grund wurden in Oberösterreich neben den Cluster-Initiativen branchenübergreifende Netzwerke eingerichtet. Genau hier setzt das Netzwerk Humanressourcen (NHR) als branchenübergreifende Informations- und Kommunikationsdrehscheibe an. „Seit der Gründung 2004 greift das Netzwerk die Anliegen der heimischen Unternehmen auf, betreibt aktiv Bewusstseinsbildung, initiiert und begleitet Projekte und gestaltet so den oö. Arbeitsmarkt aktiv mit“, erklärt Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl. Zurzeit vereint das NHR über 100 Partnerbetriebe und verbessert so deren Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.

Wertschöpfung bleibt im Land

Seit Anfang 2008 besteht die Möglichkeit für NHR-Partner zur Teilnahme an Netzwerk-Kooperationsprojekten. Bisher wurden 12 Projekte der Personal- und Organisationsentwicklung gestartet, in denen insgesamt 55 Unternehmen kooperieren. Letztendlich kann auf diese Weise die Zufriedenheit bei Mitarbeitern erhöht, der Erfolg im Unternehmen gesteigert und Innovationen in Oberösterreich gefördert werden.

Netzwerk-Managerin Mag. Isabella GUSENBAUER

Oö. Personalmanagement-Studie

Personalverantwortliche tauschen sich zwar regelmäßig mit Kollegen über ihre Arbeit aus, doch oft fehlt der handfeste Vergleich mit anderen oö. Unternehmen. Vor allem Personalkennzahlen zu Krankenständen, Fluktuationsraten oder Personalmarketing-Maßnahmen sind heiß begehrt und schwer zu finden. Das Netzwerk Humanressourcen initiierte daher 2009 die oö. Personalmanagement-Studie, an der heuer 36 Unternehmen teilgenommen haben, um ihre Personalkennzahlen und Gehaltsdaten zu vergleichen. Die Ergebnisse zeigen, welche Auswirkungen das schwierige wirtschaftliche Jahr 2009 auf das Personalmanagement hatte.

Trends im Personalmanagement erkennen

„Für viele Unternehmen wird es in Zukunft noch wichtiger, nicht nur ihre Personalkosten, sondern auch die Soft-Facts aus dem Bereich Humanressourcen (HR), wie Mitarbeitermotivation oder Zufriedenheit, in konkret messbare Zahlen zu fassen“, berichtet Mag. Isabella Gusenbauer. Langfristig soll die Studie, die in Kooperation mit der Fachhochschule Oberösterreich, Campus Steyr durchgeführt wird, Entwicklungen und Trends im Personalmanagement abbilden. Insgesamt werden 28 Personalkennzahlen erhoben und nach Region, Branche sowie Unternehmensgröße ausgewertet.

Spannende Ergebnisse über mindestens 10 Jahre

Die oö. Personalmanagement-Studie ist als Langzeitstudie über mindestens zehn Jahre geplant. Der Längsschnitt der Kennzahlen aus dem Jahr 2008 (vor der Wirtschaftskrise) zum Jahr 2009 (in der Wirtschaftskrise) ermöglicht erste Vergleichsdaten: In der Zeit vor der Krise waren viele Unternehmen wirtschaftlich sehr erfolgreich. Daher dominierten in den Personalabteilungen Themen wie Fachkräftemangel und Recruiting. Im Jahr darauf wurden erwartungsgemäß andere Schwerpunkte gesetzt. Die Betriebe waren 2009 mit der Herausforderung „Personalabbau“ befasst, haben dies aber durch Kurzarbeit und Weiterbildungsmaßnahmen gut bewältigt, wie die Ergebnisse der Studie zeigen.

Weiterbildung und Sparmaßnahmen

Einige zentrale Studienergebnisse befassten sich mit dem Thema Aus- und Weiterbildung: Wie viele Mitarbeiter an internen und externen Schulungen teilnehmen oder wie hoch der Anteil der Ausbildungskosten am Personalaufwand ist, wurde mittels Personalkennzahlen belegt. Interessant war in diesem Zusammenhang der persönliche Austausch zwischen den Unternehmen, denn die Benchmark-Teilnehmer analysierten in einem Workshop gemeinsam die Studienergebnisse. So stellte sich heraus, dass bei einigen Betrieben im Jahr 2009 Schulungen im eigenen Haus abgehalten wurden, um Kosten zu senken. Andere haben aus diesem Grund im Krisenjahr firmeneigene Trainer ausgebildet. Meist wurden Schulungsmaßnahmen aber nicht gestoppt, sondern lediglich genauer unter die Lupe genommen.

Qualifizierungsoffensive trotz Krise

„Es spricht für die Personalmanagementkompetenz und Langfristorientierung der oberösterreichischen Wirtschaft, dass die schwierige wirtschaftliche Situation weitestgehend durch eine Qualifizierungsoffensive bewältigt werden konnte“, interpretiert Mag. Isabella Gusenbauer die Maßnahmen der teilnehmenden 36 Unternehmen. Neben der internen ist die externe Weiterbildungsquote signifikant gestiegen. So wurden im Bezugsjahr 2009 im Mittel deutlich mehr Mitarbeiter in Weiterbildungsmaßnahmen entsendet als 2008. Während im ersten Jahr der Studie durchschnittlich 27 % der Mitarbeiter an externen Schulungen teilgenommen haben, ist diese Zahl im Jahr 2009 auf 39 % angestiegen. Auch die Zeit, die jeder Schulungsteilnehmer im Bezugsjahr in externer Weiterbildung verbracht hat ist im Jahr 2009 angestiegen, im Durchschnitt von 26 Stunden auf 32 Stunden.

So rekrutieren oö. Unternehmen

Im Bereich des Personalmarketings ist auffallend, dass traditionelle Methoden von nahezu allen Unternehmen verwendet werden. Printmedien werden von 97 % der HR-Verantwortlichen genutzt, Jobportale liegen bei    89 % und rund 83 % betreiben Online-Recruiting. Auch die Zusammenarbeit mit Schulen, beispielsweise durch Projekte oder Praktika, steht bei oö. Personalverantwortlichen hoch im Kurs und trägt verstärkt zur Gewinnung von Lehrlingen bei. Rund 70 % werben potenzielle Mitarbeiter darüber hinaus an Fachhochschulen und Universitäten, um früh als attraktiver Arbeitgeber bemerkt zu werden. Mit Erfolg, denn die Wirksamkeit dieser Aktivität wurde von den 36 Studienteilnehmern mit einer Note von 1,7 als sehr gut beurteilt (Bewertung im Schulnotensystem).

Personalmarketing 2.0: Social Media auf dem Vormarsch

Die klassischen Personalmarketing-Maßnahmen werden zunehmend um neue, relativ preiswerte und hoch attraktive Instrumente ergänzt. So wird der Bereich Social Media immerhin schon von 22 % der Unternehmen genutzt. „Es wird interessant sein zu beobachten, wie stark sich dieser Bereich ausdehnt, wenn man bedenkt, dass im Februar 2010 rund 1.7 Millionen ÖsterreicherInnen beispielsweise auf Facebook aktiv waren“, so Mag. Isabella Gusenbauer.

Gehaltsstudie

Im zweiten Teil der oö. Personalmanagement-Studie wurden die Gehaltsdaten von 26 Berufsgruppen aus dem Arbeiter- und Angestelltenbereich (Positionen ohne Führungsverantwortung) erhoben. Die Teilnahme an der Gehaltsstudie war optional – heuer haben sich 21 Unternehmen beteiligt.


Der nächster Durchgang startet im März 2011

Im März 2011 startet der dritte Durchgang zur Erhebung personalwirtschaftlicher Daten mit Benchmark-Charakter. Für die nächste Teilnahme sind Unternehmen ab 30 Mitarbeitern herzlich eingeladen. Nähere Informationen unter www.netzwerk-hr.at/studie

Ing. Manfred HUEMER (NHR-Beiratssprecher und Leitung Personal, Greiner Packaging GmbH)

Gemeinsam zu mehr Wissen

Teilnehmende Unternehmen sehen in der oö. Personalmanagement-Studie auf einen Blick, wie sie ihre Konkurrenzfähigkeit am Personalmarkt erhöhen und gezielte Aktivitäten entsprechend danach ausrichten können. Aber auch um Entscheidungen mit Daten und Fakten zu untermauern und gezielt die Wirksamkeit der Personalarbeit aufzuzeigen, werden diese Kennzahlen von  Personalchefs genutzt.

Gute Vergleichsbasis

Personalkennzahlen liefern interessante Basisinformationen für viele Projekte, allerdings erhalten die Daten erst durch die Vergleichsmöglichkeit mit anderen Betrieben eine hohe Wertigkeit. „Unsere unternehmenseigenen Zahlen der Greiner Packaging GmbH waren beispielsweise häufig rund um den Durchschnittswert angesiedelt. Im Bereich Weiterbildung lagen wir meist darüber. Das ist eine schöne Bestätigung für die Personalarbeit bei Greiner und zeigt, dass die oö. Personalmanagement-Studie eine gute Vergleichsbasis für unser Unternehmen darstellt“, weiß Ing. Manfred Huemer, Personalchef der Greiner Packaging GmbH.

Mitarbeiter ans Unternehmen binden

„Besonders der regionale Bezug des Benchmarks macht die Ergebnisse für uns so wertvoll“, erzählt Ing. Manfred Huemer. Spannend ist beispielsweise die Kennzahl „Werkzeuge des Personalmanagements“, die unterschiedliche betriebliche Zusatzleistungen für Mitarbeiter aufzeigt. Besonders die Regionen Innviertel und OÖ. Süd fallen mit einem breiten Mix aus vielen Personalwerkzeugen auf: Zuschüsse zum Mittagessen, Pensionsvorsorge-Leistungen oder Dienstwägen werden hier überdurchschnittlich oft angeboten, um die besten Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden. „Eine gute Möglichkeit, unser Angebot mit anderen Unternehmen in der Region zu vergleichen und auch unsere Aktivitäten dem entsprechend auszurichten“, so Ing. Manfred Huemer.

teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.