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Leadership Horizon Conference

Lernkultur & Motivationskiller

Ein Abwürgen der Motivation der Mitarbeiter kann in keinem Fall zielführend sein. Wird mit dem Finger auf den Schuldigen gezeigt und dieser quasi an den Pranger gestellt, führt es zwangsläufig dazu, dass alle die Köpfe einziehen. Angst vor Fehlern lähmt die Weiterentwicklung (von Mitarbeitern und Organisation).

“Eine Fehlerkultur ist eine Lernkultur”, sagt Ronny Hollenstein (Geschäftsführer, ic2 concepts & trainings GmbH) deutlich: “Und Lernen erfordert Angstfreiheit und die Möglichkeit, neue Wege auszuprobieren. Wenn Wege dann als nicht zielführend erkannt werden, sollte das Feedback zwar klar sein, aber nicht dazu führen, dass die Mitarbeiter nicht mehr neue Ansätze bedenken. Ein wichtiger Wert ist hier der Respekt vor Menschen und deren Zugängen. Wird so kritisiert, dass der Mensch sich jedes Mal in seiner Würde (‘Sie sind ja völlig überfordert!’) angegriffen fühlt, wird er nur mehr auf Nummer sicher gehen. Dazu müssen Führungskräfte lernen, respektvoll zu kritisieren, ohne individuelle Motivation abzuwürgen.”

Und dieses Abwürgen der Motivation der Mitarbeiter kann in keinem Fall zielführend sein. Sobald Fehler vertuscht werden, werden sie meist erst zu einem viel späteren Zeitpunkt sichtbar, an dem sie viel größeren Schaden verursachen. Wird mit dem Finger auf den Schuldigen gezeigt und dieser quasi an den Pranger gestellt, führt es zwangsläufig dazu, dass alle die Köpfe einziehen und sich niemand Gedanken machen wird, wie eine gute – vielleicht neue, kreative – Lösung aussehen könnte, sondern man versteckt sich lieber in gewohnten Bahnen. Dieses Klima führt zu unfruchtbarem Misstrauen und killt die bereits erwähnte individuelle Motivation. Diese Organisation hat somit die Chance verspielt, aus Fehlern zu lernen und die Qualität (intern wie extern) zu steigern.

Mag. Elke Schüttelkopf, MSc, MBA (Unternehmensberaterin, Trainerin, Coach, Geschäftsführerin Elke Schüttelkopf Consulting) bringt es auf den Punkt: “Der Umgang mit Fehlern und Kritik ist für uns häufig angstbesetzt. Wir fürchten uns, gekränkt zu werden und das Gesicht zu verlieren. Wir fürchten uns auch, als Sündenbock dazustehen. Wir haben darum eine große Scheu, über Fehler zu sprechen und Kritik zu äußern. Leider lösen sich durch Stillschweigen nicht die Probleme. Im Gegenteil. Es gewährleistet Entwicklung, wenn wir den Schritt wagen. Doch dazu braucht es klare Verhaltensregeln und soziale Kompetenzen. Wichtig ist es, nicht die Person in den Mittelpunkt zu stellen, sondern das Problem und die Lösung. Statt Schuldige zu suchen, ist es sinnvoll, Ursachen zu ergründen und Verbesserungsschritte festzulegen. Damit derselbe Fehler nicht nochmals auftritt.”

Fehlerkultur und Mitarbeiterengagement hängen somit unmittelbar zusammen. Angst vor Fehlern lähmt die Weiterentwicklung (von Mitarbeitern und Organisation) und die Zusammenarbeit im Team. Je weniger Fehler toleriert werden und ein konstruktiver Umgang damit vermieden wird, desto geringer ist die Chance, dass Mitarbeiter gewillt sind, aus ihrem mit Sicherheit fehlerfreien Radius hinauszublicken, mehr zu leisten und Ideen einzubringen, geschweige denn außergewöhnliche Leistungen beizutragen.

Mag. Eva Selan, MSc

Theoretischer Background: MSc in HRM & OE. Praktischer Background: HR in internationalen Konzernen und KMUs in Österreich und den USA. Nach langjähriger Tätigkeit beim Magazin TRAiNiNG als Chefredakteurin wechselte sie das Medium und gründete Ende 2010 das HRweb.

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