HRweb | Die erfrischende Plattform für Human Resources

Social-Media-Einsatz für HR

Social Media hielt rasant schnell Einzug in unser Leben und teilweise auch in unseren Arbeitsalltag. Gerade im HR-Bereich kann Social Media einen wichtigen Platz hinsichtlich Recruiting und Employer Branding einnehmen. Eva Selan lud Anbieter von Online-Jobplattformen und HR-Software und Personalberater zum Gespräch.


»Recruiting via Social Media« wird derzeit groß geschrieben. In wie fern findet Social Media in Österreich tatsächlich im Recruiting Verwendung? Ist dieser Trend in Österreich bereits angekommen?

Mag. Mag. Jürgen Smid (karriere.at): Dieser Trend ist auf jeden Fall schon längst in  Österreich angekommen. In den vergangenen Jahren wurde xing extrem stark für das Recruiting verwendet und ist nach wie vor ein beliebtes Tool, um an passende Kandidaten zu gelangen. Aber auch Facebook nimmt im Bereich Recruiting eine immer bedeutendere Funktion ein. Gerade für Personaler, die gerne aus dem Internet Informationen über die Bewerber einholen, stellt der Social Graph ein hilfreiches Werkzeug dar. Denn mit seiner Hilfe lassen sich sowohl berufliche als auch private Informationen über potenzielle Bewerber generieren. Aber auch die Micro-Blogging Plattform Twitter kann das Recruiting unterstützen. Zahlreiche Unternehmen sind bereits dem Twitter-Fieber verfallen und geben so aktuelle Einstiegsmöglichkeiten preis.”

Elisabeth Weghuber (Secretary Search Personalberatung): “In unserer Business-Unit – Diversity Search – ginge es ohne Social- Media-Marketing nicht. Bewerber können auf diese Art und Weise direkt und mit geringen Streuverlusten kosteneffizient und zielgruppenspezifisch angesprochen werden. Darüber hinaus ist es ein wesentliches und überprüfbares Marketinginstrument.”

Gerald Frank (Iventa Personalanzeigen): “Wenn es darum geht, die junge Zielgruppe der Young Professionals zu erreichen, dann ist der Einsatz von Social Media sicherlich eher anzutreffen als bei Positionen die eine langjährige Berufserfahrung voraussetzen. Die Zielgruppe ›Seniors‹ sollte dennoch nicht unberücksichtigt bleiben, da sie derzeit rasant anwächst und sich am schnellsten in der Altersstruktur entwickelt. Derzeit findet auch in den Personalabteilungen zunehmend ein Generationenwechsel statt, welcher wiederum affiner zum Recruiting via Social Media ist. Meiner Meinung nach ist der Trend in  Österreich bereits angekommen, doch viele wissen bislang noch nicht, wie sie die unterschiedlichen Kanäle effizient in ihre Suchstrategien einbinden bzw. verknüpfen können.  Österreich befindet sich hier teilweise noch in einer Art Test- und Erkundungsphase. Das Potenzial dieser Kanäle ist gewiss so gross, um sich näher damit auseinander setzen zu müssen und es gezielt in die HR-Kommunikation zu integrieren.”


Wie sehen Sie Österreich im Vergleich zu anderen Ländern hinsichtlich der Nutzung von Social Media für Employer Branding?

Mag. Evelyn Poms (top-jobs-europe Consulting): “Wir merken hier in der Zusammenarbeit mit unserem deutschen Partnerunternehmen, dass dort die Unternehmen stärker auf die sogenannte Social Media reflektieren. xing ist Usus und es twittert und facebooked dort schon seit geraumer Zeit – vor allem im Bereich der Direktansprache. Unsere Schweizer Partner halten sich hier eher noch bedeckt, da beginnt das Vertrauensthema schon bei der Eingabe eines Lebenslaufes in unsere Datenbank – im Vergleich zu  Österreich geben Schweizer ihre persönlichen karriererelevanten Daten nur ungern preis. In  Österreich ist der Umgang mit Datenbanken und dahinter liegenden Job-Portalen seitens der Kunden/Kandidaten relativ unkompliziert. Die Erwartung, auf Grund von Datenbankeinträgen eine Anfrage zu erhalten, ist jedoch relativ gering, da die österreichischen Personalisten diese von selbst aktiv wenig nutzen; das ist wohl auch immer eine Zeitfrage. Daher schlagen wir als Personalberater den Recruitern selbst aktiv und gezielt Bewerberprofile aus der Lebenslaufdatenbank vor (Matching). xing wird recht gut genutzt, wenn auch oft nur um ›dabei zu sein‹. Twitter und Facebook werden zurzeit noch eher privat genutzt, entwickeln sich jedoch auch für uns zunehmend zum beliebten Informationsmedium.“

Mag. (FH) Barbara Wiesinger (Monster Worldwide Austria): “Um sich als Arbeitgeber für die Generation der Digital Natives attraktiv zu machen, bedarf es eines gezielten Employer Brandings im Umfeld der Zielgruppe, also auch in den Social Communities. Durch die Schaffung einer offiziellen Marken- oder Unternehmenspräsenz auf Facebook, Twitter oder xing ist genau das möglich. Das gilt wiederum für  Österreich in gleichem Mass wie für Deutschland, die Schweiz & Co.”

Elisabeth Weghuber (Secretary Search): “Es ist evident, dass dieses Marketinginstrument in den letzten 1 bis 2 Jahren verstärkt, derzeit noch eher von Konzernen, eingesetzt wird. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig und mit fast jedem Budget realisierbar. Dabei ist es jedoch wichtig, die Kandidaten, die man gerne in seinem Unternehmen haben möchte, mit einem authentischen Selbstbild anzusprechen. Sei es mittels Video oder Mitarbeiterblog, mit dem auch innere Werte und Haltungen transportiert werden.”

teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spielregeln