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Durch die Augen der anderen Seite: Social Recruiting

Was passiert, wenn Sie sich plötzlich mit den Augen Ihrer Bewerber sehen? Sie sind schockiert? Na, dann fragen Sie mal Ihr Gegenüber… auf der anderen Seite des Pults, des Telefons, der Firmenwebsite oder der Facebook-Seite.

Wöchentlich tauchen neue Studien, Fachartikel und Umfragen zum Thema Social Recruiting und Social Media im Personalwesen auf. Die Gefahr der Verkomplizierung und Überkompensierung der Thematik steigt: Denn eigentlich geht es nicht um die Thematik an sich, sondern um die Erfahrungen, die man daraus schöpfen sollte.

Es gibt eine Regel, die im Recruiting und insbesondere im Social Recruiting Prioriät Nummer 1 haben sollte (und leider von vielen Unternehmen nicht befolgt wird):

Sehen Sie sich selbst mit den Augen Ihrer Bewerber

Wo erhalten Bewerber Informationen von Ihnen, wenn sie mit Ihnen in Interaktion treten wollen? Über Ihre Karrierewebsite? Ihre Firmenwebsite? Ihre Facebook-Seite oder Ihr Twitter-Profil? Oder auch durch ein Email oder ein Telefonat mit einem Mitarbeiter Ihres Unternehmens?

Haben Sie eigentlich schon mal darüber nachgedacht, was der Bewerber für Erfahrungen macht, wenn er mit Ihnen in Kontakt treten will? Haben Sie sich schon mal die Mühe gemacht, herauszufinden, welchen Eindruck Ihr Unternehmen, Ihre Marke, Ihr Content … auf potenzielle Mitarbeiter macht?

Je weiter wir in die Social Recruiting-Sphäre eintauchen (und denken Sie nicht, Sie könnten es noch länger hinauszögern), desto offensichtlicher wird die Transparenz von Social Media.

Mit der Möglichkeit, zu jeder Zeit an jedem Ort (auf unterschiedlichen Kanälen) Informationen über Unternehmen zu teilen – ob diese nun gut sind oder schlecht – gewinnt die Notwendigkeit zu prüfen, was Ihre Bewerber sehen und erleben, immer mehr an Bedeutung.

Der Content gibt den Ton an

Wenn Sie Absolventen bzw. junge Leute einstellen möchten, dann sollten Sie auch Ihren Content so präsentieren, dass dieser die Zielgruppe anspricht. Wenn Sie selbst einer anderen Generation entspringen, dann lassen Sie die Inhalte von Leuten im Unternehmen gestalten, die eine Ahnung davon haben, wie jene potenziellen Mitarbeiter angesprochen werden wollen. Dasselbe gilt natürlich auch für erfahreneres Personal: Lassen Sie den Content von jenen Personen überprüfen, die eine ähnliche Erfahrung oder Ausbildung haben, um zu sehen, ob die gewünschten Effekte auch wirklich erzielt werden können.

Das alles kling so einfach, nicht wahr? Aber ich weiß aus Erfahrung, dass sich die meisten Unternehmen keine Gedanken darüber machen, was die Kandidaten sehen oder wahrnehmen.
Es scheint immer noch eine gewisse Marken-Arroganz auf dem Markt zu geben, die Personalisten glauben machen, Leute wollen für ihr Unternehmen, für ihre Marke arbeiten, eben, weil sie sind, wer sie sind.

Wachen Sie auf – diese Zeiten werden schnell vorbei sein…!

Das Publikum geht vor!

Ob Sie nun eine neue Website, eine Karrierewebsite, einen neuen Blog oder eine Facebook-Seite erstellen wollen, denken Sie (mit keiner Ausnahme) immer zuerst an Ihr Zielpublikum und an deren Bedürfnisse. Und dann produzieren Sie den geeigneten Content.

Sie haben so ein kleines Zeitfenster, um die Aufmerksamkeit Ihrer potenziellen Bewerber zu erzielen (vielleicht 10 oder 15 Sekunden) – also nutzen Sie es schnell und richtig!

Und vergessen Sie dabei nicht: Sehen Sie sich selbst mit den Augen Ihrer Bewerber!

Holen Sie sich einen Kaffee und fangen Sie gleich jetzt damit an. Ich bin mir sicher, Sie werden erstaunt darüber sein, was Sie sehen!


Gastautorin: Barbara Mistlberger ist ausgebildete Journalistin, Expertin für HR-Themen und bei Fokus Marketing zuständig für Content Marketing, PR und Social Media.

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