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Corporate Social Responsibility beim Roten Kreuz

Wie sieht das Employer Branding bei einer der größten Non Profit Organisation (NPO) aus? Wie wählt man im Hinblick auf die Corporate Social Responsibility Mitarbeiter aus und wie gewinnt das Rote Kreuz, eine der bekanntesten Marken der Welt, so zahlreich ehrenamtliche Mitarbeiter? Diese und viele andere Fragen beantwortet Mag. Susanne Ebner (Leiterin der Personalentwicklung des Österreichischen Roten Kreuzes) im folgenden Interview, das Mag. Karina Tajmar (CM Creative Marketing Services) im Namen des Recruiting Club Teams durchführte.


1. Wie wichtig ist heutzutage die “Corporate Social Responsibility” eines Unternehmens und warum?

Moralisch ethische Maßstäbe beim Umgang eines Unternehmens mit seinen Kunden und seiner Umwelt haben und hatten immer schon große Bedeutung. Seit Beginn der 80er Jahre verlagert sich das Thema der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen (CSR) von einem „nice to have“-Randthema zu einem zentralen Bestandteil der Unternehmenskultur. Heute ist das Thema CSR sowohl bei global agierenden Unternehmen als auch bei vielen KMU fixer Bestandteil in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens.

Der praktische Nutzen von CSR liegt für viele Unternehmen darin, gesellschaftlich nachhaltig und verantwortungsvoll zu wirtschaften und Risikomanagement zu betreiben. Denn nur in einer intakten Gesellschaft und Umwelt lassen sich auch langfristig gute Geschäfte machen. Individuelle, maßgeschneiderte CSR-Konzepte bieten auch die einzigartige Möglichkeit sich damit am Markt zu differenzieren. Das ÖRK bietet mit seiner Abteilung “Unternehmenskooperationen” eine großartige Chance für Unternehmen, CSR Konzepte auch im humanitären Bereich zu platzieren.


2. Welche Trends lassen sich bezüglich CSR erkennen?

Die Kooperationen zwischen Unternehmen und NPOs nehmen in den letzten Jahren deutlich zu. Unternehmen nehmen die Kernkompetenz von NPOs in Anspruch um CSR-Aktivitäten effektiv und effizient zu platzieren – neben der gemeinsamen operativen Umsetzung auch im Bereich der Beratung. Die Sicht- und Wirkungsweise von Maßnahmen ändern sich. Klassische Spendenscheckübergaben und Sponsorings verlagern sich zugunsten von näher am Kerngeschäft des Unternehmens liegenden Cause Related Marketing- und CSR-Aktivitäten. CSR findet immer stärker, konsequenter und umfassender entlang der betrieblichen Wertschöpfungskette statt. Einzelmaßnahmen und marketingtechnische „quick wins“ verlieren an Bedeutung.


3. Spielt bei Ihnen beim Recruiting eine akademische Ausbildung eine wichtige Rolle? Wenn ja, was versprechen Sie sich davon?

Grundsätzlich wird in unserer Organisation Berufserfahrung höher bewertet als mögliche Ausbildungen. Rein fachliches Wissen – sofern nicht zu große Defizite vorliegen – kann auch in der Organisation durch Aus- oder Weiterbildungen optimiert werden. Berufserfahrung zu haben, impliziert in den meisten Fällen bereits Erfahrung in Teamarbeit, Arbeitsstrukturen oder Erfahrung in der Kommunikation mit verschiedenen Mitarbeitern bzw. Kollegengruppen zu haben. Wenn diese Erfahrung zielgerichtet eingebracht werden kann, ist dies für uns wesentlich wertvoller als umfassende theoretische Ausbildungen.


4. Welche Fähigkeiten sind notwendig, um im sozialen Bereich zu arbeiten?

Im Sozialbereich bzw. in Non Profit Organisationen gibt es natürlich, wie in allen anderen Organisationen auch, verschiedenste Arbeitsaufgaben mit völlig unterschiedlichen Anforderungen. Gemeinsam ist den Tätigkeiten allerdings häufig, dass die Gefahr eines Burn-Outs hoch ist. Somit achten wir beim Recruiting auch darauf, inwieweit potentielle Mitarbeiter belastbar sind, wie hoch ihre Frustrationstoleranz oder wie gut ihr Konfliktverhalten ist. In leitenden Positionen ist auch eine solide kaufmännische Erfahrung erforderlich.


5. Wie rekrutieren Sie engagierte Volontäre, die langfristig für Ihre Organisation tätig sind?

Das ÖRK verfügt über mehr als 50.000 freiwillige Mitarbeiter, die uns in ihrer Freizeit unterstützen. Das Tätigkeitsfeld diesbezüglich ist sehr breit und reicht vom klassischen Rettungsdienst, über Gesundheit und Soziales (Besuchsdienste u.Ä.), Migration oder Jugendarbeit. Selbstverständlich haben wir laufend Recruitingkampagnen mit denen wir potentielle freiwillige Mitarbeiter erreichen möchten. Darüber hinaus nutzen wir unsere internen Kommunikationskanäle und zahlreichen Rotkreuz-Veranstaltungen um unsere Tätigkeitsfelder zu präsentieren.

Seit rund einem Jahr setzen wir in der breiten Massenkommunikation verstärkt auf Social Media wie Facebook und Twitter. Die Website www.roteskreuz.at zeigt das gesamte Leistungsspektrum des Österreichischen Roten Kreuzes und zählt mit durchschnittlich 5.500 Usern pro Tag und 31.500 Seitenaufrufen täglich zu den am meisten frequentierten Websites im NPO-Sektor.


6. Gerade im Non-Profit-Bereich spielt Employer-Branding eine wichtige Rolle. Was sind Ihre wichtigsten Maβnahmen in diesem Bereich?

Das Rote Kreuz, als eine der bekanntesten Marken der Welt, wird durch eine beeindruckende Geschichte und durch unsere sieben Grundsätze geprägt. Diese Grundsätze sind uns in der täglichen Arbeit sehr wichtig und wir arbeiten stets daran, diese bestmöglich umzusetzen und auch zu kommunizieren.


7. Ihre Jobpositionen sprechen öfters besonders jüngere Zielgruppen an. Spielen in Ihren Recruiting-Maβnahmen neue Medien eine besondere Rolle? Wenn ja, warum?

Wir legen großen Wert darauf, Mitarbeiter mit verschiedenen Erfahrungen, aus verschiedenen Altersgruppen und verschiedenen Regionen der Welt in unseren Arbeitsalltag zu integrieren, um von deren Wissen und Erfahrungen zu profitieren und zu lernen. Selbstverständlich nutzen wir beim Recruiting auch neue Medien, dies allerdings mit dem Hintergrund, dass über diese Medien rasch, effizient und kostengünstig Jobinformationen weitergeleitet werden können.


Wir bedanken uns recht herzlich bei Mag. Susanne Ebner für das Interview und die Informationen rund um “Corporate Social Responsibility” beim Roten Kreuz.


Gastautorin: Mag. Karina Tajmar, Direktorin der Kommunikationsagentur CM Creative Marketing Services.
Mehr Artikel des Recuriting Club finden Sie auf www.recruitingclub.at/

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