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Betriebliche Gesundheitsförderung versus Apfeltag

 

 

Fehlende, kranke Mitarbeiter sind nicht nur für Unternehmen eine Belastung, sondern auch für das staatliche Gesundheits-System. 2,8 Milliarden Euro an jährlichen gesamtwirtschaftlichen Kosten entstehen aus Krankenständen, verursacht durch körperliche und psychische Belastungen.

Immer mehr Unternehmen setzen daher auf Programme zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Es geht hierbei allerdings nicht um die altbekannten Apfeltage, sondern um umfassende Gesundheits- und Fitnesslösungen im Arbeitsalltag und Verbesserungen am Arbeitsplatz.

Gesundheit an der Uni Wien

Das Interesse der Mitarbeiter an medizinischen Untersuchungen und Beratungen wächst, deshalb setzen viele Unternehmen auf das Engagement von Arbeitsmedizinern, durch deren regelmäßige Unterstützung nachhaltige Maßnahmen ergriffen werden. Ein vielfältiges Angebot an Untersuchungen, Beratungsgesprächen und Informationsbroschüren ist der Vorteil an organisierten Gesundheitsinitiativen. Auch die Universität Wien setzt einen Schwerpunkt auf Gesundheitsförderung. „Bei den regelmäßigen Gesundheitstagen werden qualitativ hochwertige Untersuchungen durchgeführt und typische Symptome, wie Rückenschmerzen durch Therapien gelindert. Was ansonsten mehrere Einzeltermine bedeuten würde, wird in diesem Fall also direkt am Arbeitsplatz, in kurzer Zeit durchgeführt“, beschreibt Martina Kaburek (Leiterin der zuständigen Abteilung der Universität Wien). Mitarbeiter können sich jedoch nicht nur zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen beraten lassen, sondern auch selbst aktiv werden und Gesundheitsmaßnahmen vorschlagen.

Es geht allerdings nicht nur darum, die Symptome zu lindern, sondern vor allem darum, die Ursachen durch sinnvolle Veränderungen am Arbeitsplatz zu bekämpfen. So können Mitarbeiter gemeinsam mit Experten die Probleme am Arbeitsplatz erkennen und versuchen, zu einer gesünderen Lösung zu kommen. Dadurch wird auch das Gesundheitsbewusstsein gesteigert. Gesundheit und Motivation stehen in einem Wechselspiel zueinander, daher ist es umso wichtiger, das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu optimieren. Risikoprävention, abwechslungsreiche Aufgaben, Bewegungsprogramme oder Stressmanagement sind nur einige Möglichkeiten, seine Arbeitsumwelt mitzugestalten und so den gesetzlich vorgegebenen Arbeitnehmerschutz sinnvoll zu ergänzen.

Auch Harald Peterka (Leiter von DLE Raum- und Ressourcenmanagement) ist von präventiver Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz überzeugt: „Es lohnt sich mehrfach, für die eigene Gesundheit und sein Wohlbefinden aktiv zu werden. Einerseits erhöht Motivation das Wohlbefinden, andererseits kann übersteigerte Motivation erkrankte Mitarbeiter an den Arbeitsplatz fesseln. Das kann leicht nach hinten losgehen und mehr schaden als nutzen. Mit gesundheitsrelevanten Informationen und Angeboten soll dieser negativen Entwicklung entgegengesteuert werden.“

Wie wichtig die betriebliche Gesundheitsförderung ist, beweisen Zahlen über reduzierte Krankenstände durch effektiven Einsatz von Gesundheitsaktionen. So fasst Rolf Fricker (Vice President und Gesundheitsexperte bei Booz & Company) die Ergebnisse seiner Untersuchung zusammen: „Betriebliche Gesundheitsvorsorge hilft Unternehmen, Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern“.

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