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Neuer Job, neue Heimat – Ein Trend in Österreich?

In manchen Ländern ist es eine ganz natürliche Sache, in anderen ein folgenschwerer Umstand, wenn man auf Grund seines Arbeitsplatzes den Wohnort wechseln muss. Während viele Arbeitnehmer weltweit auch gerne ins Ausland gehen, begeben sich die Österreicher eher ungern in andere Kulturkreise. Innerhalb der Landesgrenzen zeigen aber auch sie eine hohe Mobilität – bedingt durch bessere Arbeitsmöglichkeiten in den Städten.

In der Erhebung „Migration for Work Survey“ des Personaldienstleisters ManpowerGroup wurden im Juni 2011 14.385 Arbeitnehmer in Deutschland, China, Frankreich, Großbritannien, Italien, Indien, Japan, Kanada und den USA nach ihrer Umzugsbereitschaft befragt.

Während die Italiener und Inder die größte Bereitschaft zeigen, ihre Heimat auf Grund eines neuen Arbeitsplatzes zu verlassen, sind die Deutschen und Japaner eher Umzugsmuffel.

Umzugsbereitschaft laut „Migration for Work Survey“

  1. Italiener 71 %
  2. Inder 65 %
  3. Briten 64 %
  4. Chinesen 62 %
  5. Kanadier 62 %
  6. US 61 %
  7. Franzosen 56 %
  8. Deutsche 49 %
  9. Japaner 37 %

16 % aller Befragten möchten an einen Ort ziehen, der nur wenige Stunden von der gegenwärtigen Heimat entfernt ist. 32 % möchten im selben Land bleiben und 30 % würden überall in der Welt leben und arbeiten wollen, das Top Ziel für einen Umzug sind allerdings die USA.

Die Menschen, die nicht umziehen möchten, geben als Umzugshindernisse an

  • ihre Familie,
  • wirtschaftliche Erwägungen,
  • die Weigerung des Partners, mitzukommen, sowie
  • Sprachbarrieren.

Auch Österreich zieht um – aber nur innerhalb der Republik

Daten zur Umzugsbereitschaft der Österreicher lieferte eine Eurobarometer Umfrage im Jahr 2010. 8 % der befragten Österreicher erklärten, sie könnten sich vorstellen, irgendwann in der Zukunft in einem anderen Land zu arbeiten. Der Hauptgrund, warum Österreicher ungern umziehen möchten ist, dass sie ihr Haus oder anderes Eigentum nicht aufgeben wollen. Außerdem rechnen sie mit Schwierigkeiten beim Zugang zum Gesundheitswesen oder anderen Sozialleistungen. Jene Österreicher, die es gewagt haben, ins Ausland zu ziehen, leben zu 70 % in Europa, großteils in Deutschland und der Schweiz.

Anders steht es um die Bereitschaft der Österreicher innerhalb des Landes umzuziehen. Eine Studie an der Wirtschaftsuniversität Wien, die auf der österreichischen Meldestatistik beruht, zeigt, dass zwischen 1996 und 2000 1,3 Millionen Menschen innerhalb Österreichs umgezogen sind. Vor allem in der weiteren Umgebung von Wien und in Bezirken nahe der anderen größeren Städte wie Graz, Salzburg, Linz oder Wels übersteigt die Zuwanderung die Abwanderung. Ursache dafür ist vorwiegend das dortige Angebot an Arbeitsplätzen.

Agglomerationsgebiete in Österreich:

Agglomerationsgebiete Österreich, Quelle: Statistik Austria, Volkszählung, 2001; Arbeitsstättenzählung 2001; aus Giffinger, Kalasek, Wonka (2006) Ein neuer Ansatz zur Abgrenzung von Stadtregionen: methodische Grundlagen und Perspektiven zur Anwendung

Trend der Suburbanisierung

Eine Publikation des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung vom November 2010 dokumentiert einen Trend zur Ausprägung suburbaner Lebensstile. Zwar legen die Österreicher ungern lange Wege an ihren Arbeitsplatz zurück, die gleichzeitige Verlagerung vieler Unternehmensstandorte an den Rand der Stadt und in die Peripherie ermöglicht jedoch die Vereinbarkeit eines kurzen Anreiseweges mit einem suburbanen Lebensstil.

Dieser Trend zeigt sich vor allem am Beispiel Wiens. Eine Studie der L & R Social Research OEG aus dem Jahr 2003, die von der Stadt Wien in Auftrag gegeben wurde, ergibt, dass die Abwanderung aus dem Stadtgebiet Wiens in die umliegenden Gegenden zunimmt. Vor allem in den nordöstlichen und südlichen Stadterweiterungsgebieten hat die Bevölkerung zwischen den Volkszählungen 1991 und 2001 deutlich zugenommen.

Der Job ist oft der Auslöser von Umzugsgedanken, vor allem wenn der Arbeitsplatz gewechselt wird oder der bestehende Arbeitsplatz seinen Standort verändert und die Erreichbarkeit der neuen Arbeitsstätte mit einer großen Zunahme der täglichen Reisezeit verbunden ist. Im Allgemeinen tendieren die Österreicher eher dazu, einen Arbeitsplatz in der Nähe ihrer Heimat zu wählen und nicht umgekehrt. In vielen Fällen lässt sich der Umzug in einen Ballungsraum aber nicht vermeiden und somit werden Abwanderungs- und Agglomerationsgebiete weiterhin wachsen.

 

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