HRweb | Die erfrischende Plattform für Human Resources

Kommunizieren Sie so, wie Sie Zähne putzen

Dieser Beitrag ist Teil der Artikelserie „10 Fragen zu brillanter Kommunikation“ des HRweb.

Frage 2 | Ist Ihre Kommunikation vollständig?

Führungskräfte sind oft mit Analysen, Problemlösungen, Fragen, Koordination, Entscheidungen und Delegation derart beschäftigt, dass sie zu kommunizieren vergessen, was hinter den Kulissen passiert. Dann sind sie überrascht, dass jene, die im Prozess nicht dabei waren, verlautbarte Entscheidungen und Pläne nicht bereitwillig kaufen. Sie erkennen möglicherweise folgende drei Grundhaltungen, wo mit Details sparsam umgegangen wird und andere dann nur langsam mitkommen können:

Das-Denken-uns-überlassen Mentalität

Einige Führungskräfte mögen einen patriarchalischen Stil haben. Sie sehen ihre durchschnittlichen Mitarbeiter als Kinder des Unternehmens, denen die wahren Fakten, Informationen und Hintergründe zu Entscheidungen und Maßnahme nicht zugetraut werden können.

Zu beschäftigt, um Dinge einfacher zu gestalten

Andere behaupten, sie wären zu beschäftigt um zu kommunizieren. In der Folge verschwenden sie ihre Zeit damit, das Durcheinander aufzuräumen, dass durch schlechte Kommunikation entstanden ist – Streit zu schlichten, falsch verstandene Aufträge zu klären, unklare Schriftstücke neu zu formulieren, dieselben alten Themen in unproduktiven Besprechungen wiederzukäuen, falsche Prioritäten und wegen unklarer Anweisungen versäumte Termine zu verschieben.

Angst, schlechte Nachrichten zu vermitteln und mit negativen Reaktionen umzugehen

Ganz klar: Niemand ist gerne der Überbringer schlechter Nachrichten. Angst davor führt dazu, dass schlechte Neuigkeiten mit Verspätung übermittelt werden – sogar dann, wenn die Konsequenzen für die Betroffenen wirklich bedrohlich sind. Positiv eingestellte Menschen denken oft: „Wenn ich von diesem drohenden Problem möglichst spät erzähle, kann ich es inzwischen vielleicht selbst lösen – oder wenigstens den Schaden verringern, bevor ich davon berichte.“ Je unvollständiger sie „vorläufig“ informieren, glauben sie, desto eher haben sie noch eine Chance, das sinkende Schiff zu retten. Das einzige Problem mit diesem Ansatz besteht natürlich darin, dass im Falle des Scheiterns der Bemühungen, die vollständige Aufklärung und Warnung viel zu spät kommen, und der Schaden katastrophal ist.

Was also ist das Gegenmittel zur Verwirrung und Misstrauen, das durch unvollständige Information entsteht? Erwägen Sie folgende Haltungen und Maßnahmen:

  • Erklären Sie die Gründe Ihrer Entscheidung. Sie können kein Commitment erwarten, wenn Menschen die Überlegungen, die zu Ihrer Entscheidung geführt haben, nicht nachvollziehen können.
  • Konzentrieren Sie sich auf das wie, nicht auf das was. Sagen Sie den Menschen, wie Sie etwas implementieren wollen.
  • Seinen Sie mehr sachbezogen als verärgert. Interpretieren und übersetzen Sie relevante Details für die verschiedenen involvierten Zielgruppen.
  • Verstecken Sie sich nicht hinter der Technik. Wofür 10 E-Mails benötigt werden, um etwas zu verhandeln oder zu klären, kann oft in 3 Minuten am Telefon besprochen werden. Heben Sie den Hörer ab – oder gehen Sie ins Telefonkammerl.
  • Kommunizieren Sie so, wie Sie Zähne putzen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit. Tun Sie es regelmäßig, gewohnheitsmäßig und systematisch. Erwerben Sie ein System, einen Kanal, eine Struktur, einen Zeitplan, der für Sie funktioniert. Informelle Plauderei am Gang. Kamingespräch in der Lobby. Werksbesuche in der Pause. Morgendliche Besprechungen bei Schichtwechsel.


Bleiben Sie dran und seien Sie gespannt auf folgende Themen der Artikelserie „10 Fragen zu brillanter Kommunikation“ des HRweb:

Der Ursprungsartikel stammt von Dianna Booher, aus „Leader to Leader“ – special issue for Dale Carnegie Training, übertragen von Clemens Widhalm. Dianna Booher ist die Autorin von “The Voice of Authority: 10 Communication Strategies Every Leader Needs to Know” ISBN-10: 0071486690

teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.