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Manager, ab ins Wolfs-Gehege und lerne!

Kommunikationsfähigkeit ist eine Schlüsselkompetenz bei Führungskräften. Und wo kommuniziert und somit gesendet wird, wird auch empfangen, allerdings nicht immer korrekt. In Seminaren mit Tieren versucht man Parallelen zwischen Verhalten des Menschen Tieren gegenüber und dem von Führungskräften zu finden. Dieser Artikel geht über die bekannten Pferde-Trainings einen Schritt hinaus, denn Lernen von Wölfen oder Falken, das ist ein ganz anderes Terrain.

In der Arbeit mit Tieren liegt ein besonderer Vorteil, weil – wie sonst kaum wo – aufgezeigt wird, welche Verhaltensweisen des Menschen missverständlich sind. Vor allem im Bereich der nonverbalen Kommunikation können Tiere Aufschluss über die Verständlichkeit geben, weil sie Körpersprache isoliert wahrnehmen. Zudem sind ihnen Status und Alter des Gegenübers egal. Ihr Handeln bezieht sich ausschließlich auf den Umgang, den man ihnen gegenüber pflegt. Das Führungsverhalten wird sehr aufrichtig reflektiert.

Aus diesem Grund haben Tierseminare für viele Manager hohen Wert. Sie bewirken, dass sich die Führungskräfte mit ihren bewussten und unbewussten Verhaltensweisen auseinandersetzen und erhöhen deren Selbstwahrnehmungsvermögen. Manager können dadurch erkennen, welche Verhaltensweisen hemmend und welche förderlich sind und sie werden zum Nachdenken über Führen, Kooperieren und über den Umgang mit den Anderen gebracht.

Erkenntnisse innerhalb des Tiergeheges

  • Hund: Die Möglichkeit der Kooperation von Hund und Mensch ist altbekannt. Schließlich handelt es sich bei den Vierbeinern um unsere treuesten Begleiter. Die Art und Weise, wie man einen Hund im Griff hat, ähnelt der Führung von Mitarbeitern: Klare Kommunikation, Selbstsicherheit, Konsequenz und Authentizität machen sowohl ein gutes Herrl, als auch einen guten Manager aus.
  • Pferd: Ähnlich verhält es sich mit Pferden. Auch an ihnen kann man sein Führungsverhalten ausprobierenund testen, wie gut sie gehorchen. Da der Mensch ein Raubtier und das Pferd ein Fluchttier ist, liegt es in der Natur, dass letztere sich gerne vom Menschen führen lassen – allerdings auch hier nur mit dem richtigen Verhalten.
  • Falke: Außergewöhnlicher ist es, unterschiedliche Führungsstile an Greifvögeln wie Falken auszuprobieren. Es handelt sich um sensible Wildtiere, deren Vertrauen man gewinnen muss um sie durch Führung positiv beeinflussen zu können. Lässt man den Druck weg, gehorchen sie auf Befehle und machen Dinge freiwillig. Die Parallele zum Berufsalltag ist hier offensichtlich: Auch als Chef kommt man mit Vertrauenswürdigkeit und Ruhe am leichtesten in Kontakt mit den Mitarbeitern.
  • Wolf: Etwas befremdend sind wahrscheinlich Seminare mit Wölfen. Da bei den Seminaren Tiere eingesetzt werden, die die Anwesenheit von Menschen gewohnt sind, kann man ähnlich wie bei den verwandten Hunden die Effektivität von Befehlen ausprobieren. Aber auch von ihrer sozialen Organisation lässt sich einiges lernen. Wölfe leben wie die Menschen in verstrickten sozialen Systemen und sind besonders schnell in der Schlichtung von Konflikten. Aus deren Lösungsstrategien lassen sich wertvolle Schlüsse ziehen.

Das zeigt bereits, dass man Tiere nicht nur als Spiegel des eigenen Verhaltens, sondern auch als Vorbilder für effektive Zusammenarbeit heranziehen kann. Herdentiere weisen viele Parallelen zu gesellschaftlichen Strukturen auf und zeigen Rang- und Gruppendynamiken, wie sie auch unter Menschen vorkommen. Selbst an unscheinbaren Gebilden wie Ameisenstaaten oder Bienenschwärmen kann man natürliche Machtstrukturen beobachten. Von der Art, wie sich Honigbienen ihre Arbeit flexibel und den Anforderungen entsprechend aufteilen oder Ameisen im Arbeitsfluss ihr Nest bauen, könnten sich auch manche Organisationen etwas abschauen.

Die Natur hat überraschend viele Erklärungen für die Alltagsprobleme des Menschen bereit und Tierseminare sind gar nicht so exotisch, wie sie auf den ersten Blick erscheinen, wenn man diese vor dem Hintergrund unserer Stammesgeschichte betrachtet. Trotzdem ist es nicht empfehlenswert, jeden Manager gleich ins Wolfsgehege oder auf die Pferdekoppel zu schicken. Eine gewisse Tierliebe und selbstverständlich die Bereitschaft zur Arbeit an sich selbst sind Grundvoraussetzungen für den Erfolg solcher Seminare.

 

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