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Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird messbar

Employer Branding ist in aller Munde. Unternehmen aller Größen und Branchen haben erkannt, dass es notwendig ist, sich in Zeiten der Arbeitskräfte-verknappung als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Doch es sind nicht (nur) die Nebenleistungen, die Arbeitgeber attraktiv machen. Unternehmen, die sich um eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie stark machen, haben die Nase vorne. Und das soll nun auch wissenschaftlich belegt werden.


Vereinbarkeit on tour

Foto: Wirtschaftsminister Mitterlehner beim Zukunftsforum Wirtschaft und Familie in Linz

Letzten Freitag in Oberösterreich: Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner begrüßt 60 Unternehmer aus der Region beim zweiten „Zukunftsforum Familie & Wirtschaft“. Sieben weitere Veranstaltungen sollen folgen, um Unternehmern in allen Bundesländern Impulse zu geben, sich um mehr Familienfreundlichkeit zu bemühen. „Eine familienbewusste Personalpolitik erhöht die Wahlfreiheit und schafft für jede Lebenslage die richtigen Rahmenbedingungen.“ ist Mitterlehner überzeugt und gibt zu bedenken: „In familienorientierten Betrieben steigt die Motivation, gehen die Krankenstände zurück und funktioniert die Mitarbeiterbindung besser.“

Eine Studie des Forschungsinstitutes für familienbewusste Personalpolitik (FFP) der Universität Münster belegt das deutlich. Untersucht wurden damals 1001 deutsche Unternehmen und jene 25% der Unternehmen, die am familienfreundlichensten und am wenigsten familienfreundlich waren, in 11 Kategorien gegenüber gestellt. Das Ergebnis spricht für sich:

Effekte familienbewusster Personalpolitik (c) FFP Münster


Der berufundfamilie-Index kommt auch in Österreich

Auch in Österreich sollen jetzt die Effekte familienbewussster Personalpolitik aufgezeigt und die Top- Unternehmen vor den Vorgang geholt werden. Mit Hilfe repräsentativer Interviews mit rund 500 Unternehmen soll kommendes Jahr ein neuer Index geschaffen werden, der es Unternehmen ermöglicht sich zu vergleichen und zu messen. Den Start für dieses neue Instrument kündigt Mitterlehner für August 2012 an.

In Deutschland ist ein solcher Index bereits Realität. Dabei wird die Familienfreundlichkeit von Unternehmen in einem Selbstcheck bewertet und gerankt. Auf der 100-teiligen Skala liegt der Durchschnittswert bei 63, Unternehmen, die zu den familienfreundlichsten gehören und hier auch zertifizeirt sind, liegen sogar bei 76 Punkten.


Bereits jetzt etwas unternehmen

Dass Bewerber bereits jetzt das Thema für wichtig erachten, zeigt beispielsweise die Tatsache, dass bereits jetzt aktiv nach Vereinbarkeit in Unternehmen gesucht wird. So ist das meist eingegebene Suchwort auf der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu „Flexible Arbeitszeiten“. Andere Leistungen wie etwa Firmenauto oder Handy kommen in den hinteren Rängen.

Wer sich am Arbeitsmarkt als familienbewusst präsentieren will, sollte rasch damit anfangen. Familienbewusstsein ist ein Qualitätszeichen und Magnet für Bewerber. Eine Möglichkeit dazu, sich als Unternehmen nachhaltig mit dem Thema der Vereinbarkeit auseinander zu setzen, bietet das Audit berufundfamilie. Bei diesem Beratungsinstrument erarbeiten Unternehmen unter externer Begleitung individuelle Maßnahmen, mit denen sie ihre Familien-freundlichkeit verbessern wollen. Als Lohn winkt das staatliche Gütezeichen des BMWFJ, das für die gesamte Dauer des Prozesses verwendet werden darf und das Unternehmen als attraktiven, familienbewussten Arbeitgeber identifiziert. Mehr als 200 Unternehmen haben sich bereits zertifizieren lassen.


Auch Hochschulen setzen auf Vereinbarkeit

Nicht nur Unternehmen widmen sich dem Thema Vereinbarkeit, auch Österreichs Hochschulen haben die Wichtigkeit für sich erkannt. Seit Juni gibt es die Zertifizierung „Audit hochschuleundfamilie„. Fünf Pilotuniversitäten haben den Anfang gemacht, noch heuer starten weitere Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen mit der Auditierung. Studierende können damit erkennen, welcher Studienstandort sich besonders um eine gute Vereinbarkeit bemüht. Für diese ebenso relevant wie für Unternehmen, will man Wettbewerbsvorteile heben.

Arbeitsrechtler und Familienforscher Dr. Wolfgang Mazal bringt es auf den Punkt: „Es gibt im Thema Vereinbarkeit kein Patentrezept, aber einen Königsweg – das Audit berufundfamilie – mit dem auf das Unternehmen zugeschnittene Maßnahmen erarbeitet werden. Ein Investment, das sich rechnet!“


Weitere Informationen zum Audit berufundfamilie und Audit hochschuleundfamilie finden Sie –> hier

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