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Vorschlagswesen statt extrinsische Motivationszuckerl

Zuwendungen, Motivationszuckerl und Teamförderung – Um Arbeitskräfte an das Unternehmen zu binden und ihre Arbeitsleistung zu steigern, wird vieles getan. Dass viele Mitarbeiter aber auch bereit wären, unentgeltlich und über ihr Tätigkeitsfeld hinaus dem Unternehmen einen Beitrag zu leisten, wird noch nicht von allen Arbeitgebern erkannt. Mit Hilfe des Betrieblichen Vorschlagwesens (BVW) kann aus dem Ideenpool der Mitarbeiter gefischt werden.

Beide Seiten profitieren: Das Unternehmen verschafft sich im verschärften Wettbewerb Vorteile und der Angestellte wird mit einer Prämie belohnt.

Nicht alle großen Ideen stammen von Erfindern! Oft sind es unbekanntere Persönlichkeiten, die auf grandiose Einfälle kommen und somit vieles revolutioniert haben. Auf ein Unternehmen bezogen, wird ein einzelner Einfall in vielen Fällen zwar nicht die Welt verändern, kann jedoch trotzdem einiges bewirken. Oft sind es naheliegende Veränderungen, die einen Erfolg bescheren. Es betrifft beispielsweise die Zusammenlegung zweier Sektionen, die bessere Archivierung von Daten oder eine neue Arbeitsaufteilung.

Rund 50 % befürworten das Vorschlagswesen

Umfrage VorschlagswesenEine kürzlich durchgeführte Umfrage hier im Recruiting Club zeigte, dass in knapp 54 % der Unternehmen bereits ein Ideenmanagement existiert.


Was ist das Betriebliche Vorschlagswesen nun aber eigentlich?

Es wird auch als Ideenmanagement bezeichnet und inkludiert alle Vorschläge, die Arbeitsprozesse erleichtern, vereinfachen, verbessern oder einfach einen eingeschlichenen Fehler beheben. Seinen Ursprung hat es in den 1880er Jahren, wo vor allem der Zweig der Industrie mit dem Einsammeln von Vorschlägen begann. Erst später zogen andere Branchen nach.

Diese Definition ist nicht nur wichtig um den Begriff zu erklären, sondern auch um sich über eines klar zu werden: In den Unternehmen gibt es oft ein großes Wissensdefizit zum Thema Ideenmanagement. Zudem wird die Einführung oft sehr schlecht kommuniziert und die Mitarbeiter stellen sich ganz simple Fragen:

  • Was ist das eigentlich?
  • Wer ist dafür zuständig?
  • Wo kann man seine Ideen deponieren?
  • Wer beschließt, ob eine Idee gut oder schlecht ist?
  • Was erhält man dafür als Gegenleistung?
  • Wie wird die Höhe der Prämie ermittelt?

Um diese Wissenslücke zu schließen, ist ein Information – in Form von Foldern, Präsentationen o.ä. – unerlässlich. Alle Mitarbeiter sollen einbezogen werden, unterschiedliche Behandlung von verschiedenen Abteilungen ist zu unterlassen. Jeder sollte die Möglichkeit haben, eine Ideen, die im selbst als gut erscheint, in die Firmenöffentlichkeit zu stellen.

Wie man an vielen Erfahrungsberichten sieht und etwa auch an diversen Zahlen – Kostenersparnis in der Höhe von mehreren Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland – ablesen kann, sind Mitarbeiter durchaus bereit, sich Gedanken zur Verbesserung des eigenen Unternehmens zu machen. Bei Befragungen, wieso man sich diese Mühe eigentlich machte, nannten Befragte Motive wie Geldprämien, Anerkennung, Arbeitserleichterung und die Realisierung der Verbesserungsvorschläge als Anreiz.

Übersicht behalten

Hilfreich ist, sich vor Einführung  des Vorschlagswesens einen konkreten Prozess zu überlegen. Teil davon kann ein Fragebogen mit drei simplen Fragen als Anhaltspunkt sein, um die Gedanken schon einmal zu strukturieren:

  • Beschreiben Sie Ihre Idee!
  • Welchen Beitrag kann es für das Unternehmen haben? (Stichwort: Unternehmensziel)
  • Ist das Unternehmen im Stande die benötigten Ressourcen bzw. Mittel im Moment bereitzustellen?

Von der Unternehmensseite sollte der Verantwortliche feststehen. Bestenfalls ein Gremiums, das entscheidet und den Vorgang transparent gestaltet.

Prämie richtig festlegen

Prämien, Bonussysteme und generell finanzielle Angelegenheit wecken oft Neid unter der Belegschaft. Daher ist eine Transparenz der ausgegeben Prämien unerlässlich. Denn erst, wenn Mitarbeiter verstehen, wieso eine Idee mit mehreren hundert Euro belohnt wird und eine andere leer ausgeht, kann eine auf Grund dessen entstehende Rivalität verhindert werden. Normalerweise werden für gute Ideen im ersten Jahr zwischen 15 und 25 % der ersparten Kosten oder der Mehreinnahmen gestattet und in den Folgejahren wird nur mehr ein kleiner Teilbetrag ausbezahlt. Hier aber mehr zu geben, unterliegt der Entscheidung der Führungsebene.

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