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Düstere Recruiting-Aussichten!

„Die Gesellschaft wird immer älter, bildet sich in Bereichen weiter, welche von der Wirtschaft nur wenig nachgefragt werden und ist sehr sprunghaft“, so könnte man  aktuelle Herausforderungen im Recruiting zusammenfassen. Was aber ist dran an den vielen Schreckensmeldungen und was sagen Studien und Statistiken dazu?


Schlecht qualifizierte Bewerber und in Folge Fachkräftemangel wurden von den Lesern des Recruiting Club bei einer Umfrage zu den Herausforderungen im HR-Bereich beispielsweise am häufigsten genannt.

Sieht man sich die Fakten und Daten auf einem Blatt Papier an, dann scheinen die Aussichten für Recruiter düster zu sein: Mit der Überalterung der Bevölkerung, dem Kampf um die besten Talente und der wirtschaftlichen Krise im Hintergrund, wird es schwer, den HR-Alltag nach wie vor souverän zu meistern. Was ist aber dran an all den Mythen? Die User des Recruiting Club Blogs haben ihre persönlichen Herausforderungen benannt. Der Großteil führte die schlechte

  • Qualität der Bewerber (37 %) und
  • Fachkräftemangel (14 %) als Probleme an, gefolgt von
  • Zeitdruck (9 %) und
  • knappem HR-Budget (8 %).

Hier eine Auflistung einiger Herausforderungen bzw. Problembereiche:

Hat man bereits eine bekannte Arbeitgebermarke, dann sollte es keine gravierenden Probleme geben. Aber was, wenn nicht? Der Kampf um die talentiertesten Bewerber ist groß und muss man sich erst im Kreise der begehrten Arbeitgeber etablieren, dann dauert das seine Zeit. Bei der Studie „Employer Branding Insights“ (2011) gaben zwei Drittel der Personalverantwortlichen an, dass einige der qualifiziertesten Mitarbeiter des Unternehmens den Betrieb für neue Herausforderungen verlassen würden. Einen adäquaten Ersatz für diese zu finden ist schwer und gelingt in vielen Fällen nicht. Das notwendige Employer Branding misslingt/fehlt und geht laut dieser Studie in 51 Prozent der Fälle mit wirtschaftlichem Verlust einher.

Technische Herausforderungen: In Zeiten, wo das Internet und der Computer schon beinahe die besten Freunde eines jeden Büroangestellten sind und Video, Smartphone oder diverse Anwendungen keine Probleme mehr darstellen sollten, muss auf jede technische Veränderung reagiert werden. Das beste Beispiel ist das neue Netzwerk Google+. Kein Arbeitgeber und HR-Angestellter, der auf sein Employer Branding Wert legt, kann es sich leisten, auf Dauer nicht präsent zu sein. Eine Einarbeitung in ein neues soziales Netzwerk fordert nicht nur jede Menge Medienkompetenz und viel Zeitbudget, sondern muss auch von heute auf morgen umgesetzt werden. Wer sich zu spät präsentiert, kann mitunter schon einen extremen Nachteil im Vergleich zu seinen Mitbewerbern haben. Wie schwer es ist, Soziale Netzwerke von heute auf morgen in die HR-Arbeit zu integrieren, zeigt eine Studie aus den USA: Der “Social Media Marketing Report 2011” hatte zum Ergebnis, dass bereits 58 % der Recruiter mehr als sechs Stunden pro Woche in Social Media investierten. Die Zahlen und Trends aus Übersee sind uns natürlich um einiges voraus. In Europa müssen viele Unternehmen erst ihre Internetpräsenz aufbauen: Aber gerade der Beginn, sich einzulesen, Fotos auszuwählen, erste Kontakte zu knüpfen, verschlingt am meisten Zeit.

Fachkräftemangel: Liegt der Fokus auf den HR Zukunftsthemen, wird so gut wie immer der Mangel an ausreichend professionellen Arbeitskräften genannt. Diese Entwicklung beginnt bei bestimmten Lehrberufen, die schon als Mangelausbildungen bezeichnet werden, zieht sich weiter zu den unbeliebten Studienrichtungen und endet beim Fehlen erfahrener Senior-Arbeitskräfte. Was zur Zeit am Markt noch in vielen Sektoren vorhanden ist, sind Berufseinsteiger, die gerade ihren Titel an der Universität ergattert oder eine Fachausbildung abgeschlossen haben. Aber in ihre Entwicklung muss einerseits viel Budget und andererseits auch Zeit gesteckt werden. Gleichzeitig besteht aber die Möglichkeit sie lange ans Unternehmen zu binden, indem man ihnen ein gutes Arbeitsumfeld und beste Karrierechancen bietet. Wie groß die Sorge der Recruiter im Bereich Fachkräftemangel schon ist, ist am „Global PRO Report 2011“ abzulesen. 79 % der Befragten im HR-Bereich nannten es weltweit als die größte Herausforderung.

Budgetproblem: Die Finanzkrise hat sich auf viele Bereiche ausgeweitet und in einzelnen Sektoren werden Einsparungen vorgenommen. Hier könnte man meinen, dass das HR-Budget ebenfalls an Kürzungen leidet. Allerdings wird davon nur sehr wenig verlautbart. Was jedoch die Budgetierung heutzutage erschwert, sind die neuen Arbeitsfelder, welche das HR-Feld erschließt: Teambuilding, Mobiles Recruiting, Mitarbeitermotivation etc.

Demographie-Problem: Die Belegschaft wird sich in den nächsten Jahren noch grundlegend verändern. Während man heute das Altersproblem noch nicht so stark wahrnimmt, sind laut Statistik Austria 2020 enorme Veränderungen zu spüren: Die Haupterwerbstätigen zwischen 15 und 45 Jahren werden um 240.000 abnehmen und die Altersklasse darüber um 370.00 zunehmen. Ein Gleichgewicht kann hier also nicht mehr hergestellt werden.  Das heißt, dass die Unternehmen schon jetzt Planungen in Sachen Gesundheitsmanagement, Diversity und besseres Zusammenspiel von Mehrgenerationen vornehmen müssen.

Schlechte Bewerber: Die Meinungen zu der Qualität der Bewerber gehen auseinander. Bei einer Umfrage der deutschen Stellenbörse Jobstairs unter Großunternehmen zeigten sich immerhin 64,7 % mit der Qualität zufrieden. Ein knappes Drittel bemängelte jedoch fehlende schulische Leistungen und unzureichende Qualifikationen. Hingegen werden von anderen Quellen, zum Beispiel auch bei unserer selbst durchgeführten Umfrage, grobe Mängel bestätigt.


Mehr Artikel des Recuriting Club finden Sie auf www.recruitingclub.at

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