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Projekte mit Weitblick

Große Unternehmen, für die nicht ausschließlich Gewinnmaximierung die oberste Prämisse ist, sondern auch Nachhaltigkeit einen hohen Wert darstellt, verfügen oft über gemeinnützige Stiftungen, die gesellschaftlich bedeutsame Projekte fördern.

Allein in Deutschland existieren laut Bundesverband der Deutschen Stiftungen mehr als 18.100 Stiftungen. Diese gemeinnützigen Stiftungen nehmen sich bedeutender, zukunftsträchtiger Themen an und fördern Projekte, die nachhaltige Auswirkungen auf die Gesellschaft haben.

Die Weichen auf „Zukunft“ gestellt haben unter anderem die VolkswagenStiftung und die Robert Bosch Stiftung:

Wissenschaftsförderung der VolkswagenStiftung

Mit einem Fördervolumen von rund 100 Millionen € pro Jahr ist die VolkswagenStiftung die größte private deutsche wissenschaftsfördernde Stiftung. In den 49 Jahren ihres Bestehens hat die eigenständige, gemeinnützige Stiftung über 29.600 Projekte mit insgesamt mehr als 3,8 Milliarden € gefördert. Das Augenmerk liegt dabei auf der Förderung von Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre. In zukunftsträchtigen Gebieten ermöglicht sie Forschungsvorhaben und hilft wissenschaftlichen Institutionen bei der Verbesserung der strukturellen Voraussetzungen für ihre Arbeit. „Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dem wissenschaftlichen Nachwuchs, der risikobereit ist und mit seiner Arbeit Neuland betreten möchte. Diese Forscher unterstützen wir beispielsweise mit einer Lichtenberg-Professur“, erklärt Wilhelm Krull (Generalsekretär der VolkswagenStiftung). Im Rahmen dieses Forschungsprogramms erhalten Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit, 5 bis 8 Jahre an einer Fragestellung zu forschen und sich dadurch eine ordentliche Professur zu erarbeiten. Auf diese Weise sollen wieder mehr hervorragende Nachwuchswissenschaftler für eine Hochschulkarriere in Deutschland gewonnen werden. Von dem Erfolg der Initiative ist Wilhelm Krull überzeugt: „Mit dem Programm konnten wir junge Talente teilweise aus dem Ausland zurückholen“.

Seit 2000 fördert die VolkswagenStiftung auch Forscher aus unterschiedlichen Ländern bei der Dokumentation bedrohter Sprachen. Ziel des Projekts ist es, möglichst viele in ihrer Existenz bedrohte Sprachkulturen so weit zu erfassen, dass zukünftige Generationen anhand der Dokumentationen die ganze Sprache beschreiben können. Dabei werden von den Forschern die Sprachen mit Rekorder, Videokamera, Fotoapparat und Notizblock aufgezeichnet und in einem eigens dafür eingerichteten elektronischen Archiv aufbewahrt. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, das kulturelle Gedächtnis der Menschheit zu erhalten.

Mittlerweile haben andere Stiftungen in England und den USA ähnliche Programme aufgelegt, sodass wir unsere Impulsfunktion als erfüllt ansehen können“, ist der Generalsekretär der VolkswagenStiftung mit dem Ergebnis zufrieden. Insgesamt förderte die Stiftung bislang 94 Sprachprojekte mit insgesamt 21,4 Millionen Euro. Einzelne Projekte werden von den Forschern einer wissenschaftsinteressierten Öffentlichkeit in Form von Videoblogs, den „sciencemovies“, leicht verständlich und medial zeitgemäß vorgestellt.

Schulinitiativen der Robert Bosch Stiftung

Ebenfalls einen sehr hohen Anspruch an die Förderung sowohl von Bildung und Völkerverständigung als auch von sozialem Engagement hat die Robert Bosch Stiftung. Die seit mehr als vierzig Jahren tätige, unternehmensverbundene Stiftung des Philanthropen Robert Bosch gehört mit rund 100 Mitarbeitern und 800 bearbeiteten Eigen- und Fremdprojekten pro Jahr ebenfalls zu den großen Stiftungen in Deutschland. Allein im Jahr 2010 flossen 63 Millionen € in die Programmarbeit. Die größte Einzelinvestition der Robert Bosch Stiftungsgeschichte steht der Institution aber noch bevor: Anlässlich des 150. Geburtstags von Robert Bosch errichtet die Stiftung gemeinsam mit UWC Deutschland das erste United World College (UWC) in Deutschland. Dabei wird um rund 40 Millionen € ein altes Kartäuserkloster bei Freiburg in eine Oberstufenschule umgebaut.

Für das zweijährige Kolleg können sich infolge Schüler aus der ganzen Welt bewerben. „Diese internationale Ausrichtung ist eine große Chance für die Schüler und eine perfekte Vorbereitung auf die globalisierte Welt. In den zwei Jahren üben sie den Umgang mit anderen Kulturen“, beschreibt Ingrid Hamm (Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung) das Vorhaben. Die finanzielle Situation der Eltern spielt bei der Bewerbung keine Rolle. Stattdessen sind für die Aufnahme die Persönlichkeit und das Talent der Jugendlichen entscheidend. Ingrid Hamm über die Aufnahmebedingungen: „Wer damit vor der Auswahljury besteht, erhält ein Stipendium“. Ein weiteres Programm, von dem Geschäftsführerin Hamm mit besonderem Stolz berichtet, ist der Deutsche Schulpreis: „Damit konnten wir in den letzten fünf Jahren den wichtigsten pädagogischen Preis in Deutschland etablieren“. Mit dem Deutschen Schulpreis zeichnet die Bosch Stiftung gemeinsam mit der Heidehofstiftung Schulen für ihre vorbildliche Arbeit aus. „Mit der Akademie des Deutschen Schulpreises haben wir dazu ein innovatives Netzwerk der führenden Schulen in Deutschland geschaffen. Interessenten unterstützen wir dabei, von den Preisträgerschulen zu lernen. So können wir gute Ideen weiterverarbeiten“, ist die Geschäftsführerin vom Erfolg des Programms überzeugt.

Lesen Sie kommende Woche in Teil 2 über die Projektevielfalt der Hertie-Stiftung und den Umweltschutzprogrammen der Michael Otto Stiftung.

(Erschienen in SUCCEED 05/11)

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