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Qualität sticht Quantität – auch bei der Vision

„Unsere Vision 2015 ist ein Umsatz von 1 Mrd. Euro bei einer Rendite über 12 %“ so und ähnlich klingen Visionen bei vielen Unternehmen – besonders bei shareholder-getriebenen. Stehen quantitative Visionen wie Wachstum, Gewinn und Marktposition im Mittelpunkt, dann ist naheliegend, dass Mitarbeiter denken: „Gier ist geil! Was kann ich für mich hier rausholen?“ Und die Kunden sagen sich: „Ich geh lieber zum Mitbewerb, die wollen auch mein Problem lösen und nicht nur mein Geld.“

Wer die Geschichte bedeutender Unternehmen studiert, stellt fest: Ihre Triebfeder sind qualitative Visionen – eine Vorstellung davon, wohin sich unsere Welt entwickeln soll. So hatte Sony in den 50er Jahren die Vision, mit gutem Design das weltweite Billig-Image japanischer Produkte zu ändern. Und Boeing die Vision „We bring the world into the jet age“.

Dabei trifft Vision auf Marke, denn der Markenkern gibt vor, welches Thema im Unternehmen „der Held“ sein muss. Geht es um „Design“ oder vielleicht „Einfachheit“ oder geht es darum ein Produkt zu „demokratisieren“ sprich: allen zugänglich zu machen? Das richtige Thema zu entdecken und mit der Unternehmensstrategie zu verbinden – genau hier liegt visionäre Markenkraft.

Natürlich reicht es nicht, eine großartige Idee in den Himmel zu zeichnen. Wenn es zur Vision keine klare Umsetzungsstrategie gibt, riecht es schnell nach Größenwahn. Was wäre die Vision „Ford will democratize the automobile“ Anfang des 20. Jahrhunderts gewesen, wenn Henry Ford nicht die Fließbandproduktion perfektioniert hätte?


Was ist Ihr visionsfähiges Markenthema? Glauben Ihre Mitarbeiter daran und lassen sie sich davon inspirieren? Wenn ja, schreiben Sie uns, gleich hier unten in den Kommentaren!


Gastautor: Axel Ebert, IDENTITÄTER® axel.ebert@identitaeter.at

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Ein Kommentar

  1. Gerd Beidernikl am

    Wie wahr, wahr wahr!
    Zu viele Unternehmen haben als einzige Vision die größten oder besten zu werden. Eine Vision die rein €-getrieben oder Macht-getrieben ist. Sie bietet weder Sinnstiftung noch Orientierung für das Verhalten der Mitarbeiter.
    Mein YouTube Tipp dazu: Guy Kawasaki an der Stanford University (http://www.youtube.com/watch?v=lQs6IpJQWXc). Seine Empfehlung: „Create meaning and you will most probably create money.“

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