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Aus Betroffenen Beteiligte machen. Ein alter Hut?

Dieser Beitrag ist Teil der Artikelserie
„Kundenfokussierte Mitarbeiterführung“ des HRweb
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Schritt 1

Wie Sie Mitarbeiter aktiv in die Unternehmensstrategie einbinden

Wer von seinen Mitarbeitern unternehmerisches Handeln will, muss diese an unternehmerisches Denken heranführen. Hierzu sind strategische Hintergründe und betriebswirtschaftliche Ergebnisse so transparent wie möglich an alle Beschäftigten zu kommunizieren. Und mehr noch: Mitarbeiter dürfen nicht länger zu reinen Abarbeitern degradiert werden, zuvorderst sollten sie in operative Prozesse aktiv involviert sein. So entsteht dann auch der ‚Mein-Baby-Effekt‘. Und sein Baby lässt man bekanntlich nicht im Stich.

 

„Erkläre es mir und ich werde es vergessen. Zeige es mir und ich werde mich erinnern. Lasse mich daran teilhaben und ich werde es verstehen.“ So lautet eine Weisheit des chinesischen Philosophen Konfuzius aus dem fünften Jahrhundert vor Christus. Tragen die Manager ihr Sonntagsgesicht, dann nicken alle fleißig und brav. Klar, das haben sie auch schon gehört: aus Betroffenen Beteiligte machen, ein alter Hut.

Doch kaum ist Montag, wird wieder fleißig angewiesen und kontrolliert. Abgehobene Vorgaben werden von ganz oben zum Mittelmanagement herabdiktiert („ … und sorgen Sie dafür, dass das genauso umgesetzt wird!“) und von dort an die Mitarbeiter durchgereicht. Diskussion zwecklos. Oder schlimmer noch: Der Vorgesetzte verbündet sich mit seinen Mitarbeitern gegen die Chefetage („Ich war ja auch dagegen, aber die wollten das so.“). Und was sagt der Arbeitssoziologe Rudolf Schmidt dazu? „Sich mit etwas zu identifizieren, das man nicht selbst festgelegt hat, ist fast unmöglich.“

Ganz klar: Ziel und Zweck seines Handelns nicht zu kennen, das demotiviert. Hohes Engagement hingegen entsteht insbesondere dann, wenn Resultate zeitnah sichtbar gemacht werden. Um dies mit einem Beispiel des Bestseller-Autors Ken Blanchard zu verdeutlichen: Stellen Sie sich vor, Sie gehen zum Kegeln. Die Kugel rollt, doch vor den aufgestellten Kegeln hängt ein Tuch. Sie hören zwar Kegel fallen, aber das genaue Ergebnis bleibt Ihnen verborgen. Wie lange hätten Sie wohl Spaß an diesem Spiel?

Von Vorteil: Mitarbeiter als Mitgestalter

Die Methoden, Mitarbeiter zu involvieren und zu Mitgestaltern zu machen, sind zahlreich. Sie können in entsprechenden Workshops trainiert und umgesetzt werden. Die Zeit dafür ist bestens investiert, denn auf diese Weise werden Aktionen nicht nur praxisorientierter und facettenreicher, sondern auch mit höherer Exzellenz umgesetzt. Die Vorteile im Einzelnen:

  • Durch die aktive Mitarbeit passender Teilnehmer, die Vielfalt von Ideen, dem systematischen Einholen von Meinungen und fachlichem Rat stehen Entscheidungen auf einer breiteren Basis.
  • Gegenseitiges, hierarchie- und abteilungsübergreifendes Abstimmen und Konsultieren schafft eine Kultur der Wertschätzung, der Transparenz, des Vertrauens und der Partnerschaft. Es verstärkt außerdem ein Verständnis für die Arbeit der Anderen.
  • Alle in den Prozess Involvierten lernen voneinander. So vergrößert sich das Wissen und Können im gesamten Unternehmen. Jeder Beteiligte ist gleichzeitig Berater und Lernender.
  • Involvierte Mitarbeiter haben das Gefühl, selbstbestimmt und nicht fremdgesteuert zu handeln. Dadurch steigt ihre Arbeitsfreude, sie zeigen mehr Verantwortungsbereitschaft und erzielen bessere Resultate.
  • Wer sich als aktiv Beteiligter eines Entscheidungsprozesses sieht, wird diesen verteidigen – und eher bereit sein, auch unangenehme Entscheidungen mitzutragen.

Vor allem die kundenrelevanten Aktionen sollten gemeinsam mit den Mitarbeitern entwickelt werden, anstatt alles vorzugeben. Sonst heißt es schnell: „Die feinen Herren da oben haben doch überhaupt keine Ahnung, was hier unten los ist!“ Und dann wird den feinen Herren, mehr oder weniger subtil, sehr bewusst oder auch völlig unbewusst bewiesen, dass es genau so nicht geht. Oder man ergibt sich mit einem schulterzuckenden „muss ja“ unwillig in sein Schicksal.

Druck erzeugt Gegendruck – oder Passivität und Rückzug. Doch uninteressierte, lethargische Nichtswoller kann sich gerade heute beim besten Willen niemand mehr leisten.

Literaturtipp

Anne M. Schüller (2010): Kundennähe in der Chefetage. Wie Sie Mitarbeiter kundenfokussiert führen. Orell Füssli, Zürich, 3. aktual. Auflage 2010, 26,50 Euro, 255 Seiten, ISBN: 978-3-280-05282-2

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