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Vertrauen ist gut – Controlling ist besser

Eine Studie des Netzwerk Humanressourcen (Clusterlands Oberösterreich GmbH) vergleicht oberösterreichische Personalkennzahlen. Mag. Andreas Geiblinger (Leiter Netzwerk Humanressourcen) im Gespräch!


Welche Bedeutung hat Ihrer Ansicht nach Personalcontrolling für den Erfolg eines Unternehmens?

Personalcontrolling ist seit langem ein Begriff – die Unternehmen erheben eine Vielzahl von HR-bezogenen Kennzahlen. Allerdings werden diese oftmals nicht weiter verwendet als für Reports und Jahresberichte. Auch in großen Unternehmen ist es keineswegs Gang und Gäbe, dass Personalkennzahlen in den Strategieprozess des Unternehmens einbezogen, und somit wichtige Informationen für nachhaltiges Personalmanagement berücksichtigt werden. Besonders in Hinblick auf strategische Personalbedarfsplanung sind beispielsweise Kennzahlen wie Fluktuation, Wiederbeschaffungsdauer und Altersstruktur erfolgskritisch.

Mit der „oö. Personalmanagement-Studie“ liefert das Netzwerk Humanressourcen seit drei Jahren einen handfesten Vergleich von HR-Kennzahlen und Gehaltsdaten. Was genau sind die Inhalte dieser Studie?

Benchmarks für Personalkennzahlen wie Krankenstand, Fluktuationsrate oder Personalmarketing-Maßnahmen sind heiß begehrt, aber wie gesagt, schwer zu finden. Bei dieser Studie werden insgesamt 30 Personalkennzahlen erhoben und nach Region, Branche sowie Unternehmensgröße ausgewertet. Beim dritten Durchgang waren 44 oberösterreichische Unternehmen mit insgesamt 21.175 Mitarbeitern beteiligt. Im Vergleich: 2009 waren es 28 Betriebe und 2010 36 Unternehmen. Die Unternehmen erkennen also immer mehr den Nutzen hinter dieser Studie, das freut uns natürlich.

Wie schauen die Ergebnisse aus, und was lässt sich daraus schließen?

Die Ergebnisse der Studie sind natürlich besonders aussagekräftig, wenn sie über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet werden.

  • An der Kennzahl Fluktuationsquote zeigt sich zum Beispiel, dass weder Krise noch Aufschwung etwas daran ändern, dass die Mitarbeiter veränderungsbereiter geworden sind. Die Fluktuationsquote der teilnehmenden Unternehmen betrug im Jahr 2008 im Mittel 9 %. Im Jahr 2009 stieg dieser Wert krisenbedingt auf 11 % und im Jahr 2010 ist die Fluktuationsquote wieder bei durchschnittlich 9 % angekommen. Offensichtlich eröffnet der Arbeitsmarkt so viele Möglichkeiten, dass in Verbindung mit der sich verändernden Werthaltung der Bevölkerung ein aktiver Wechsel immer öfter angestrebt wird.
  • Beim Personalmarketing hingegen sind die Auswirkungen vor und nach dem Jahr 2009 recht deutlich erkennbar. Gingen die Investitionen kurzfristig um mehr als die Hälfte zurück, so wurden diese von 2009 auf 2010 wieder verdoppelt. Dies ist nicht verwunderlich, zeigt die Studie 2010 doch wieder eine deutlich erhöhte Personalbeschaffungsdauer.
  • Beim Thema „Investitionen in Weiterbildung“ wurde bereits im Vorjahr festgestellt, dass die Unternehmen ihre Anpassungsmaßnahmen sehr behutsam durchgeführt haben und im kritischen Jahr Auslastungsdefizite häufig über Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen kompensiert wurden. So hat man beispielsweise auch mit dem Instrument „Bildungskarenz“ versucht, wertvolle StammmitarbeiterInnen zu halten. Diese Offensive wird erfreulicherweise auch jetzt noch fortgesetzt, sowohl die Weiterbildungskosten extern wie auch der Anteil der Weiterbildung am Personalaufwand sind um bis zu 10 % im Jahr 2010 angestiegen.
Sie sprachen vom „spannenden Längsschnittvergleich“. Sie planen die Studie also weiterzuführen?

Ja, selbstverständlich. Die jährliche Erhebung und Veröffentlichung der Personalkennzahlen ist über einen Zeitraum von mind. zehn Jahren geplant. Für die Studie 2012 stehen wir gerade in den Startlöchern. Im März beginnt der nächste Durchgang. Interessierte Unternehmen sind herzlich eingeladen, teilzunehmen.


Info

Information & Anmeldung zur „oö Personalmanagement-Studie 2012“ unter www.netzwerk-hr.at/studie

Kontakt

Mag. Andreas Geiblinger
Tel.: +43 732 79810-5168
andreas.geiblinger@clusterland.at

Mag. Eva Selan, MSc

Theoretischer Background: MSc in HRM & OE. Praktischer Background: HR in internationalen Konzernen und KMUs in Österreich und den USA. Nach langjähriger Tätigkeit beim Magazin TRAiNiNG als Chefredakteurin wechselte sie das Medium und gründete Ende 2010 das HRweb.

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