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Den inneren Schweinehund überwinden

Hund Couch

Vom Extremsport zum Berufsalltag

Einfach davonlaufen, dieser Gedanke kommt uns im Arbeitsalltag häufiger. Oft hat dies mit der Motivation zu tun. Mit dem Arbeitskollegen das Problem zum 5. Mal zu diskutieren, sich schlechte Kritik anhören zu müssen oder vor lauter Arbeit das Tageslicht gar nicht mehr zu sehen. Norman Bücher hat sich das Thema „Laufen“ ebenfalls auf die Kappe geschrieben, aber nicht um zu flüchten, sondern um eigene Grenzen auszutesten. Was sein Vorhaben nun mit Motivation, Kraft und Zielerreichung zu tun hat, erklärt uns der Extremsportler im Interview.

 

Hund, CouchAm 21. April 2012 ist es soweit: Norman Bücher beginnt seinen 1.120 Kilometerlauf durch das australische Outback. Der Extremsportler lebt seinen Leitspruch „Break your Limits“ voll und ganz aus: Pro Tag wird er 80 Kilometer, umgerechnet ca. zwei Marathons, zurücklegen. Er hat bereits mehrere solcher Expeditionen gemacht und unter anderem das Buch, „Extrem“ geschrieben. Hier beschreibt er, welche Gemeinsamkeiten der Extremsport und das Berufs- und Alltagsleben aufweisen. Der Recruiting Club wollte es genauer wissen und hat Norman Bücher einige Fragen gestellt.

Herr Bücher, ihr Buch heißt “Extrem” und erzählt über Ihre zahlreichen Erfahrungen, die Sie in Ausnahmesituationen bereits gemacht haben. Findet man dieses Adjektiv „extrem“ auch im Berufsalltag und wenn ja, wo tritt es auf?

„Extrem“ ist sicherlich eine Vokabel, die sich in sämtliche Lebensbereiche übertragen lässt. Gleichzeitig ist es für mich ein relativer Begriff, denn jeder Mensch definiert „extrem“ anders. Für einen Couch-Potatoe ist es extrem, vom Sofa zum Kühlschrank zu laufen. „Extrem“ ist es für einen Beamten unter Umständen, anstatt wie üblich um 16 Uhr erst um 18 Uhr Feierabend zu haben. Und für eine frisch gebackene Führungskraft kann es extrem sein, wenn es neben den üblichen Aufgaben plötzlich auch Mitarbeiterverantwortung gibt.

In vielen Ihrer Vorträge sprechen Sie von Zielerreichung. Ein Sprichwort besagt, wer sich im Leben keine Ziele setzt, hat bereits verloren. Sie setzen sich etwa das Ziel eine bestimmte Anzahl von Kilometern zu laufen. Welche Ziele sind im Arbeitsleben angemessen? Ist es mit dem Ziel, 40 Stunden die Woche zu arbeiten, schon getan?

Ziele sind die Basis zum Erfolg, egal von welchem Lebensbereich wir sprechen. Ein Ziel muss konkret und messbar sein, sollte auch schriftlich fixiert sein und für denjenigen, der sich das Ziel setzt, anspruchsvoll, gleichzeitig aber auch realistisch sein. Nach diesen Prämissen sollten wir unsere Ziele im Arbeitsleben setzen. Das Ziel „40 Stunden die Woche zu arbeiten“ ist aus motivatorischer Sicht sicherlich zu wenig. Es hat einen reinen quantitativen Bezug und gibt in meinen Augen wenig Anlass zu einem motivierten Handeln. Besser wäre die Zielsetzung:“ Ich arbeite X Stunden, um mein Projekt Y bis zum 31. 08. 2012 erfolgreich abzuschließen.“

Viele Büroangestellte sprechen vom Sport als DER optimale Ausgleich zum Arbeitsleben. Manche Angestellte übernehmen sich und gehen pro Woche fast vier bis fünfmal ins Fitness-Studie. Auf der anderen Seite gibt es auch jene, die der sportlichen Bewegung ganz den Rücken zugekehrt haben. Wo liegt hier aber das richtige Mittelmaß?

Diese Frage ist schwer pauschal zu beantworten. Dies hängt beispielsweise vom Typ, vom Gewicht, von der Art des Jobs, von der familiären Situation ab. Generell ist zu sagen, dass Sport, besonders Ausdauersport, in dosierter Form einen wunderbaren Ausgleich zum Job darstellen kann. Wichtig dabei ist: auf sich, seine eigenen Bedürfnisse und auf seinen Körper zu hören.

Ihr geplantes Fitness-Studie, also das australische Outback, ist kein leicht zu bezwingendes. Wieso haben Sie ausgerechnet diesen Kontinent ausgewählt? Gibt es dafür persönliche Motive?

Ja, die gibt es. Meine Liebe zu Australien entstand im Jahr 2003, als ich nach meinem erfolgreichen Studienabschluss für ein Jahr durch dieses faszinierende, eindrucksvolle und vielseitige Land reisen durfte. Rote Felsen, blauer Himmel, einsame Strände, eindrucksvolle Großstädte und ausgetrocknete Buschlandschaften – Down Under hat vieles zu bieten. Besonders die schier unendliche Weite des Outbacks, die Grenzenlosigkeit der Landschaften war spannend und unglaublich mitreißend für mich. Hunderte von Kilometern durch das Outback zu fahren, ohne einer menschlichen Seele zu begegnen, empfand ich als außerordentliches Privileg. Als ich im Oktober 2004 wieder in Deutschland war, schwor ich mir, eines Tages wieder auf den Fünften Kontinent zurück zu kommen. Und im April 2012 ist es dann soweit und „Run to the Rock“ startet.

Nachdem Sie den Ayers Rock (Ziel des Extremlaufes) erreicht haben und wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind, werden Sie vermutlich Ihre Erlebnisse für andere aufbereiten. Bestimmt planen Sie auch Vorträge? Bei der Verbindung zum Thema Arbeitsleben, welche Erkenntnisse aus dieser extremen Erfahrung versprechen Sie sich?

Da kann ich sicherlich eine Menge Verbindungen und Gemeinsamkeiten in meine Impulsvorträge für Unternehmen verarbeiten. Das fängt mit der richtigen Zielsetzung an, geht weiter über die präzise Vorbereitung und das Hinarbeiten auf das große Ziel, das ständige sich selbst Motivieren und das Überwinden des inneren Schweinehundes, die permanente Konzentration und die Selbstdisziplin, die man an den Tag legt, und hört beim Einlegen einer Pause nach dem Lauf und dem Auskosten des Erfolgs auf. Besonders Letzteres, das Wahrnehmen eines Erfolgs, das angemessene Feiern und das Einlegen einer Pause, sind ungemein wichtig – im Sport wie im Arbeitsleben.

Wenn Sie noch ein weiteres Buch schreiben würden, wie wäre der Titel?

Das gibt es schon! Es trägt den Titel „break your limits – Grenzerfahrungen aus dem Extremsport erfolgreich nutzen“ und wird als Hörbuch im Herbst 2012 erscheinen.

 

Interviewpartner: Norman Bücher ist Motivationsexperte und 5 Sterne Redner Norman Bücher ist Extremläufer aus Leidenschaft. Als Diplom-Betriebswirt und Diplom-Sportmarketing-Manager verfügt Norman Bücher über fundiertes wirtschaftliches Fachwissen. Heute gibt er neben seinen sportlichen Projekten seine jahrelange Erfahrung aus dem Extremsport kombiniert mit seinem betriebswirtschaftlichen Know-how als Vortragsredner weiter.

Weitere Artikel des Recruiting Clubs finden Sie unter www.recruitingclub.at!

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