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Horror-Führungsstil versus Weichei

Wer ist der Vorgesetzte und wie ist sein Führungsstil? Mitarbeiter sind dieser Willkür ausgesetzt und mitunter ist ihre Motivation davon abhängig. Umso wichtiger ist es, dass sich die Managementebene weiterentwickelt und sich über die eigenen Fehler bewusst ist.Selbstreflexion ist aber die Ausnahme der Regel. Machen Sie es anders! In welche Gruppe würden Sie sich einordnen?

Die altbekannte Betriebsblindheit: Seit fünf Jahren arbeitet man in ein und demselben Unternehmen und den Blick als Außenstehenden und als neutraler Beobachter hat man schon längst verloren. Kommt Kritik von anderen oder von neuen Arbeitskollegen wird diese abgeblockt. Nach eigenem Ermessen scheint alles im Lot zu sein.

Diese Flucht in die Routine kommt aber auch in einem anderen Bereich zum Zug: Menschen handeln in dieser Art und Weise, wenn es um ihre eigene Persönlichkeit geht. Wer sich weiterentwickeln und verbessern will, muss sich mit sich selbst beschäftigen. Die Selbstreflexion wird möglich, indem man sich negativer als auch postivier Kritik annimmt. Der natürliche Abwehrmechanismus bewirkt bei vielen aber, dass man das schlechte Feedback als unbegründet abstempelt.

Auch Führungskräfte sind davon betroffen. Sie delegieren und versuchen das Unternehmen zu verbessern und voranzutreiben. Das realisieren sie, indem sie immer neuere Methoden und Techniken anwenden, die besten Talente ins Team holen und Prozesse rationalisieren. Ihrer Meinung nach beziehen sie alle Möglichkeiten ein um das Projekt voranzutreiben. Dass sie selbst als Humankapital aber einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg haben, wird oft vergessen. Sie denken weder nach, ob sie gerecht handeln noch ob die Kommunikation von ihrer Seite stimmt.

Genau hier liegt aber das Problem: Mitarbeiter orientieren sich sehr stark an ihren Vorgesetzten. Sind diese beispielsweise ehrlich und fair, steigt die Motivation enorm, handelt es sich aber um Tyrannen, dann gleicht der Gang zur Arbeit jeden Tag einer Qual.

Max Weber und die Führung

Bereits der Philosoph Max Weber identifizierte den Einfluss, den verschiedene Führungsstile in sich tragen. Wie jemand von oben herab auf die Belegschaft wirkt, beeinflusst den Arbeitsalltag. Er unterteilte Führung in drei Hauptkategorien:

Autokratischer Führungsstil: Die Befehle werden von oben erteilt und es besteht keine Reziprozität. Es ist wichtig, dass jeder seine Aufgaben erfüllt und gehorsam ist.

Charismatischer Führungsstil: Der Vorgesetzte ist eine starke Persönlichkeit und weiß mit seinem Charisma umzugehen. Er vermittelt Zuversicht und gute Stimmung, die Motivation der Mitarbeiter steigt und sie fühlen sich im Unternehmen wohl.

Bürokratischer Führungsstil: Alles ist bis auf das Äußerste geplant und jede einzelne Person hat genaue Funktionen und Arbeitsläufe, die unbedingt eingehalten werden müssen. Wird etwas nicht ordnungsgemäß ausgeführt, kann die Position jederzeit ausgetauscht werden.

So wie Weber die Erteilung von Befehlen und das Führen von Unternehmen bzw. Gruppen analysiert hat, macht sich auch die Literatur regelmäßig Gedanken, wie Vorgesetzte ihre Tätigkeit ausüben, welche Eigenschaften Ihnen zugeschrieben werden und wie der ideale Chef aussehen könnte.Diese Typen lassen sich unterscheiden:

  • Der Herrscher: Sie wollen ihre Macht nicht abgeben und darum halten sie das Wissen über Schlüsselvorgänge in der Belegschaft sehr begrenzt. So sichern sie ihr Bestehen im Unternehmen, da sie nicht ersetzbar sind.
  • Der Tyrann: Interesse an Mitarbeitern und an deren Persönlichkeiten hat er nicht. Er sieht sie als Mittel zum Zweck. Schlechte Laune wird grundsätzlich an ihnen ausgelassen und läuft etwas schief trifft sie die Schuld.
  • Der Selbstverliebte: Seine eigene Person ist ihm viel näher als jeder andere. Erreicht ihn Kritik wird diese nicht zugelassen und als Unsinn abgestempelt. Eigene Fehler werden unter den Tisch gekehrt, vielleicht auch auf Kosten anderer.
  • Der Ausbilder: Im Gegensatz zum Herrscher versucht dieser Chef alle und jeden zu fördern und unterstützt Mitarbeiter ganz uneigennützig.
  • Der Kumpel: Diese Führungspersönlichkeit versteht sich mit allen gut und die Wertschätzung, die ihm Angestellte entgegenbringen, ist ihm sehr wichtig. Er erhebt nie die Stimme, es könnte manchmal jedoch zu Problemen mit seiner Autorität kommen.
  • Der Sachliche: Alles was über die Arbeit und den Businessbereich hinausgeht, ist bei ihm fehl am Platz. Genauso ist Freundschaft und Arbeitsplatz eine Kombination, die sich nicht verträgt. Es geht rein um die Leistung der Mitarbeiter und was diese in der Firma leisten.
  • Der Durchsetzungsschwache: Er ist sehr unscheinbar und schafft es oft nicht seine Autorität zu vermitteln. Als Mitarbeiter würde er brillante Leistungen erbringen, als Führungspersönlichkeit versagt er aber auf ganzer Linie.
  • Der Konservative: Dabei handelt es sich oft um einen Vorgesetzten, der schon länger diese Position innehabt und sich vor Veränderungen scheut. Alles soll wo weitergeführt werden wie es war. Solange es funktioniert, will er keine Innovationen oder Erneuerungen.
  • Der Karrierist: Als Chef einer Abteilung oder eines Unternehmenszweig ist ihm das noch nicht genug. Er will sich hervortun und zeigen, dass er für Höheres geschaffen ist. Die aktuelle Situation sieht er nur als Übergangssituation und investiert daher nur das Nötigste in Mitarbeiter und Unternehmen.
  • Der Strenge: Wer hoch hinaus will, sollte das auch zeigen. Nur durch Fleiß und den richtigen Biss kommt man voran. Der Strenge lebt nach diesem Motto und verlangt daher auch von seiner Belegschaft dasselbe. Wer sich jedoch ins Zeug legt, wird fair behandelt.

Welche Typen sollten Ihrer Meinung nach dieser Liste noch hinzugefügt werden?

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