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Leadership Horizon Conference

4 Mal: HR-Praxis meets Social Media

Für heimische Betriebe wird immer wichtiger, sich auch in Sozialen Netzwerken als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Die neuen Kommunikationskanäle bieten großes Potenzial, um die richtigen Mitarbeiter zu finden und für den Fachkräftemangel gewappnet zu sein. Nun liegt es an den Personalisten, den Wert des Social Media-Recruitings unter Beweis zu stellen, um somit für die nächsten Budgetrunden überzeugende Argumente für eine langfristige Nutzung von sozialen Netzwerken liefern zu können.

Social Media in OÖ

Laut Umfragen nutzen derzeit nur 1/3 der oberösterreichischen Firmen Social Media für die Personalgewinnung. Dieser Wert richtet sich stark nach der Zielgruppe der potenziellen Mitarbeiter. Der höchste Wert wird verzeichnet, wenn es um die Ansprache von Schülern und Lehrlingen geht. Hilfsarbeiter werden nur selten über Neue Medien gefunden. Das vorrangige Ziel der heimischen Betriebe ist eine Positionierung als attraktiver Arbeitgeber sowie die Verbesserung der internen Kommunikation, wie durch die Nutzung einer versteckten Facebook-Gruppe.

Gemeinsames Projekt für Recruiting in Social Media (v.l.): Mag. Andreas Geiblinger (Netzwerk HR), Michael Asen (Intersport Asen), Sabine Deutsch (SKF), Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl, Mag. Birgit Kagerer-Wiesinger (ABAU), DI Dr. Ralph Gallob (ILL), Mag. Wilfried Stock (Greiner) und DI (FH) Werner Pamminger, MBA. (Clusterland). Foto: Land OÖ

Kooperationsprojekt mit 7 Unternehmen erfolgreich abgeschlossen.

Ausgehend von einem Expertenforum zum Thema „Social Media in der Personalarbeit“ fanden sich 7 Unternehmen zusammen, die dieses Thema gemeinsam erarbeiten und im eigenen Betrieb implementieren wollten. In 1,5 Jahren intensiver Zusammenarbeit und unter Begleitung der Brands and Friends Markenmanagement GmbH, erarbeiteten fünf oberösterreichische und zwei Salzburger Unternehmen im laufenden, gegenseitigen Austausch Social-Media Leitlinien, definierten die Inhalte, deren Pflege und Verantwortlichkeiten. Im Mittelpunkt standen der Erfahrungsaustausch sowie das Lernen von den anderen Teilnehmern.

Die sehr heterogene Gruppe setzte sich aus folgenden Partnern zusammen: Austria Bau OÖ GesmbH, Greiner Holding AG, SKF Österreich AG, Sport Asen GmbH, Industrie-Logistik-Linz GesmbH & Co KG, Motiv Personal Consulting GmbH und dankl +  partner consulting gmbH. Die Unternehmen trafen sich im Acht-Wochen-Rhythmus, um ihre Aktivitäten, Guidelines und gewählten Kommunikationskanäle zu diskutieren: Von der Strategie bis zur Umsetzung des Onlineauftritts.

Das Besondere an Kooperationsprojekten des Netzwerks HR ist das gemeinsame Erarbeiten eines Themas im laufenden Austausch mit anderen Unternehmen und unter professioneller Begleitung durch die Projektmanagerinnen des NHR. Die Kooperationspartner im Projekt dienen als „Sparring“-Partner die sich gegenseitig unterstützen und pushen. Die Implementierung erfolgt dann selbstständig im Unternehmen. Der Leitgedanke der Clusterland OÖ GmbH „Innovation durch Kooperation“ hat sich also bestens bewährt und bestätigt.

Großes Potenzial schlägt Bedenken in die Flucht

Auch wenn ein professioneller Auftritt einen Personalaufwand von mindestens fünf Stunden pro Woche mit sich bringt, überwiegen doch die Vorteile durch Social Media. Auch über negative Postings konnte keiner der teilnehmenden Partner berichten, wobei sich Social-Media-Guidelines letztendlich bewährt haben.

Best-Practice teilgenommener Betriebe

ABAU: Finde deinen Baumeister

Mit dem Slogan „Finde deinen Baumeister“ wirbt die ABAU OÖ (ein Verbund mittelständischer Bauunternehmen mit rund 2.800 MitarbeiterInnen und Sitz in Linz) seit Februar diesen Jahres auf Facebook. Zielgruppe sind Jugendliche, die sich in einem der 36 Mitgliedsbetriebe um einen Ausbildungsplatz bewerben sollen. Mithilfe von Social Media will die ABAU das Image der Lehre am Bau revolutionieren.
Facebook-Auftritt ABAU

SKF: Virtuelle Lehrlings-Mentoren

In der SKF-Ausbildung ist geregelt, dass jeder Lehrlingsjahrgang von einem Mentor begleitet und betreut wird. Da alle 48 Lehrlinge jedoch nicht im Haus sondern im Lehrwerkstättenverbund der MAN ausgebildet werden, ist die Erreichbarkeit erheblich erschwert. Zur Unterstützung der Mentoren wurde im Projekt als modernes Kommunikationstool eine geheime Gruppe auf Facebook gegründet. Ein zusätzliches PLUS: Die Lehrlinge können sich dank dieses Sozialen Netzwerks auch untereinander besser kennen lernen. Indirekt stärkt das die SKF-Arbeitgebermarke, denn die Lehrlinge geben ihre Erfahrungen im Freundeskreis, also auch an potenzielle SKF-Bewerber weiter.

Intersport Asen: Closer to the People mit Social Media

Den aktuellen Werbeslogan „Sport to the People“ hat der Intersport-Händler Asen aus Vöcklabruck um die Social-Media-Strategie „Closer to the People“ ergänzt. Das Familienunternehmen mit 25 MitarbeiterInnen informiert sportbegeisterte Kunden auf Facebook über Neuheiten und Trends der Branche. Zudem wurde auch die Lehrlingsakquise um den Bereich der Sozialen Plattformen erweitert. Als einziges Unternehmen im B2C-Bereich konnte Asen vor allem die Sicht des Privatkunden in die Gruppe einbringen und profitierte von Tipps und Anregungen zu Personalthemen.
Facebook Auftritt: Intersport XL Vöcklabruck

ILL: Logistic Heroes kommunizieren online

Die Botschaft der ILL über Facebook und Youtube ist deutlich: „Logistic Heroes – wirkliche Helden sind stark und clever!“. Die Ziele der Social Media Präsenz sind, den Beruf des Lagerlogistikers bekannter zu machen, Jugendliche auf Lehrstellensuche anzusprechen und vor allem die ILL als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren. Auch die Webseite wurde um den Menüpunkt „Karriere“ erweitert und Kurzvideos wurden gedreht, in denen sich die derzeit acht Lehrlinge vorstellen und ihre Arbeit beschreiben. Die Folge: Deutlich mehr Bewerbungen. Jeder der vier neuen Lehrlinge, die im Herbst 2012 bei ILL begonnen haben, hat sich zuvor auf der Website und/oder auf Facebook über die ILL informiert. Dieser Trend zeigt, wie enorm wichtig es heutzutage für Unternehmen ist, aktiv auf die Fachkräfte von morgen zuzugehen und sich möglichst positiv und offen zu präsentieren.
Facebook-Auftritt IndustrieLogisticLinz

Fazit aus dem Netzwerk HR

Für unsere Partner ist es wichtig, sich künftig auch in den neuen Kommunikationskanälen als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren um die richtigen Mitarbeiter am Arbeitsmarkt zu finden. Social Media kehrt den Weg der Personalsuche um – das Unternehmen wird zunehmend von potentiellen ArbeitnehmerInnen gefunden und aktiv angesprochen. Besonders mittelständische und kleine Unternehmen können durch diesen zusätzlichen Kanal mit ihren künftigen MitarbeiterInnen direkt kommunizieren und ihre „Employer Brand“ vermitteln. Das Thema Social Media ist in den HR-Abteilungen angekommen. Nun gilt es für die Personalisten, den Wert des Social-Media-Recruitings in den Unternehmen unter Beweis zu stellen, um bei den nächsten Budgetrunden überzeugende Argumente für langfristiges und richtig gesteuertes Auftreten in den Social Media Kanälen liefern zu können.

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