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Voraussetzungen für den perfekt-genialen Moderator

Nicht jeder eignet sich zum Moderator. Manche moderieren dennoch, diese hätten sich lieber vorher Gedanken darüber gemacht, ob sie tatsächlich die Voraussetzungen für den Job eines Moderators mitbringen. Dummer Weise sind diese Voraussetzungen sehr vielschichtig. Meine heutige Interviewrunde setzt sich zusammen aus Moderatoren (und sinniger Weise auch jenen, die Modertions-Ausbildungen anbieten). Mein heutiges Thema: welche Voraussetzungen braucht ein perfekt-genialer Moderator?

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte ein Moderator mitbringen?

Belinda Veber (Der Moderatorenpool): Er sollte ein Menschenfreund sein. Er sollte es lieben, vor anderen Menschen zu sprechen und wertschätzend mit ihnen umgehen können und das so authentisch wie möglich. Eigeninitiative besitzen. Vor allem auch mal über den Tellerrand schauen können. Auch das Interesse an Weiterbildungen sollte groß sein. Für das Handwerkzeug des Moderators – auch in dieser Branche entsteht eine gewisse Betriebsblindheit – und für die Inhalte seiner einzelnen Moderationen. Eine gewisse Hartnäckigkeit ist auch von Vorteil. Nicht jeder Moderator wird (sofort) „entdeckt“! Gerade in dieser Branche gibt es leider viele Neider.

Günther Mathé, MBA (careercenter): Die Aufgaben und Rolle eines Moderators sind sehr vielschichtig und genau deshalb sind auch die benötigten Kompetenzen umfassend. Organisationstalent, Neutralität, Durchsetzungsvermögen und Flexibilität gehören genauso in sein Repertoire wie Empathiefähigkeit und Menschenkenntnis oder Selbstbewusstsein und rhetorische Fähigkeiten. Bis zu einem gewissen Punkt können diese Voraussetzungen sicherlich weiterentwickelt und verbessert werden, bringt man einiges jedoch schon von Natur aus mit, hat man es viel leichter als Moderator durchzustarten.

Arno Fischbacher (Stimme wirkt): Wer auf der Bühne das Geschehen leiten und dirigieren will und in den Zuhörern stimmungsvolle Erwartung auf das kommende Geschehen wecken will, muss das auch persönlich ausstrahlen! Gefragt sind dabei: vereinnahmende und angenehme Stimme, gepflegte Sprache, gutes Aussehen und sprachliche Eloquenz. Einen guten Moderator zeichnet ebenso die Fähigkeit aus, sich auf verschiedene Zuhörer und deren Welten rasch einstellen zu können und deren Sprache zu sprechen, ohne sich anzubiedern. Dabei kommt es auf rasche Auffassungsgabe an. Profis sind in der Lage, sich in Themen, Gedanken und Situationen hineinzudenken und auf unerwartete Vorgaben spontan zu reagieren. Sie greifen Bälle geschickt auf, ohne plump oder banal zu wirken. Humor ist ein wichtiges Mittel in der Moderation – nicht allen Moderatoren ist aber gegeben, die Gratwanderung zwischen aufmunternder Ironie, netten Doppeldeutigkeiten und unpassenden Anzüglichkeiten zu erkennen. Das Lächerlichmachen von Dritten, ob Mitbewerbern oder gesellschaftlichen Gruppen, sollte Tabu sein.

Dr. Gabriele Kössler (Kooperationsteam Kössler & Partner): Ich spreche hier von Workshop-Moderation: hohe Präsenz, Eingehen auf Menschen, Umgehen mit Menschen, zuhören können -> auch die Zwischentöne und leisen Töne hören, Flexibilität und Klarheit.

Welche fachlichen Qualifikationen sollten die Grundausstattung eines Moderators beinhalten?

Dr. Sonja Littig-Wengersky (Littig Seminare): Moderationsausbildung, Stimmtraining, langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Gruppen, eine Coaching-Ausbildung kann sich als hilfreich erweisen, ebenso Basiswissen über Gruppendynamik, etc.

Belinda Veber (Der Moderatorenpool): Zu einer guten Moderation gehört auch das „Verkaufen können“ dazu. Auch wenn das Wort eher befremdlich wirkt. Aber wer moderiert – verkauft – sich selbst, das Unternehmen und natürlich die Inhalte. Und das so bildhaft wie möglich. Das bedeutet auch die Fähigkeit in Bildern sprechen zu können, hilft sehr weiter. Er muss auch wissen, wie er seine Präsenz bewusst einsetzt. Wann nimmt er sich zurück, wann geht er mehr in den Vordergrund. Auch die Stimme sollte klar und verständlich sein. Er muss keine Ausbildung zum professionellen Sprecher haben. Sollte aber schon wissen, wie Wörter richtig ausgesprochen werden, wann Pausen gehören. Und zu guter Letzt sollte der richtige Umgang mit den Moderationswerkzeugen professionell und authentisch geübt sein.

Danke, das war vielschichtig. Woher aber bezieht der noch-nicht oder gerade-schon-Moderator seine persönlichen und fachlichen Kompetenzen? Woher bekommt er – in adäquater Runde – konstruktives Feedback?

Frage an die Moderations-Ausbildungs-Anbieter: Welche Zielgruppe sprechen Sie an? Worin liegen die von Ihnen vermittelten Kernkompetenzen?

Günther Mathé, MBA (careercenter): careercenter spricht hier vor allem Menschen an, die firmeninterne Projekte betreuen und in diesem Zusammenhang meetings und Workshops moderieren. Wir bieten hier eine auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnittene Ausbildung in Form von Seminaren, Workshops oder individuellen Coachings.

Dr. Gabriele Kössler (Kooperationsteam Kössler & Partner): Nachwuchs-Führungskräfte, Projektmanager, Personalisten

Arno Fischbacher (Stimme wirkt): In meinem eigenen Trainingsunternehmen steigen die Anfragen aus Unternehmen zum Thema Moderation. So sollte etwa der Vertriebschef eines großen Kabelbetreibers die Jubiläumsveranstaltung seines Unternehmens moderieren, bei der hochrangige Medientycoons und Politprofis neben ihm auf der Bühne standen – und die Créme der A-Kunden im Publikum. Da stieg dann doch die Angst vor der eigenen Courage, und der Coach bekam einen dringenden Anruf. Des engen Zeitrahmens wegen war das Training auf die wichtigsten Schlüsselfaktoren fokussiert, trainiert wurden die körpersprachliche Sicherheit, die Fähigkeit, trotz Anspannung im stimmlichen Beziehungston zu bleiben und dadurch nahbar und persönlich zu wirken. Weites standen das Bühnenverhalten (den Raum richtig zu nutzen) und Moderations-Fragetechniken auf dem Trainingsplan. Schlussendlich wurde der Ablauf geprobt und auf allfällige kritische Fragen vorbereitet.

Belinda Veber (Der Moderatorenpool): Persönlichkeiten, die gerne vor anderen Menschen sprechen, Ihnen Spaß macht und damit sich eventuell ein 2. Standbein aufbauen.  Zu meinen Trainings kommen Führungskräften, die sich für eine 2-Tagesmoderation vorbereiten, Handwerker, z.B. ein Fliesenleger, der sich für seine Hausmesse moderationstechnisch fit macht oder die Journalistin, die für ihre Zeitung eine Podiumsdiskussion führen soll. Aber natürlich auch jene Personen, die gerne als Moderator ihren Lebensunterhalten bestreiten wollen. Die Bandbreit ist also recht groß.

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Die Gesprächspartner

Belinda Veber 
Geschäftsinhaberin

Der Moderatorenpool

www.moderatorenpool.at


Günther Mathé, MBA
Geschäftsführer

careercenter

www.careercenter.at


Arno Fischbacher

Fischbacher KG | Stimme wirkt


Dr. Gabriele Kössler

Kooperationsteam Kössler & Partner


Dr. Sonja Littig-Wengersksy

Littig Seminare


Interview durchgeführt von

Autor Selan Eva

Mag. Eva Selan, MSc
Geschäftsführerin

HRweb
Eva.Selan@HRweb.at
www.HRweb.at

Autoren-Profil | Eva Selan


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