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Work Design – Die Zukunft der Arbeit gestalten

„Work Design – Wie Unternehmen die Zukunft der Arbeit gestalten“. Eine mutige Ansage. Denn es bedeutet: die künftigen Anforderungen an Arbeit bereits heute zu kennen und aktiv darauf zusteuern – in vielen Details … von Arbeitszeit bis hin zu … ich bin selbst gepannt! Genau diese mutige Ansage macht Dr. Franz Kühmayer (Trendforscher am Zukunftsinstitut und Geschäftsführer der KSPM Managementberatung) in seiner Keynote beim 3. ARS Human Resource Kongress (1+2okt2013, Wien).

Beim Kongress selbst werden wie immer zahlreiche Experten hochinteressante Vorträge zu unterschiedlichen HR-Schwerpunkten halten, das Motto: HR-Trendmanagement – Impulse und Strategien für die Personalarbeit. Diese Aussage – „Work Design – Die Zukunft der Arbeit gestalten“ – finde ich besonders spannend, daher bat ich Dr. Franz Kühmayer noch im Vorfeld des Kongresses zum Interview.´

Wie kann man sich den Arbeitsplatz der Zukunft vorstellen?

Der Arbeitsplatz der Zukunft ist szenarioorien­tiert: Wir lösen uns vom Dualismus Schreib­tisch (als Ort der persönlichen Produktivität) und Meetingraum (als Ort der Zusammen­arbeit) und gehen in ein vielschichtigeres Mo­dell, das je nach Aufgabenstellung die passende Umgebung bietet: Informeller Austausch in der Cafeteria, konzentriertes Arbeiten in Ruhezo­nen, Entspannung in Kreativbereichen, längere Gespräche in Telefonzellen, u.v.m. Das Büro der Zukunft wird ein bunter und spannender Ort sein.

Welche Arbeitszeitregelungen werden gelten?

In Zukunft wird die einzige Organisation, die nach Anwesenheitszeit beurteilt, das Gefängnis sein. Wir bewegen uns zügig auf eine Struktur zu, in der Leistung und Ergebnis zählen, und nicht wann oder wo diese erbracht wurden. Das entspricht dem Arbeitgeberwunsch nach Flexibilisierung, aber auch dem Wunsch der Arbeitnehmer, Privatleben und Berufsleben in Einklang zu bringen. Und es hilft letztlich, die beiden Extremsituationen Burn-Out und Bore- Out zu vermeiden. Schon heute gibt es eine Viel­zahl flexibler Zeitmodelle, das wird in Zukunft noch viel offener werden.

Was wird mit den „Alten“ geschehen?

Die demografische Entwicklung stellt für Unter­nehmen eine der wichtigsten Herausforderun­gen dar. Das Augenmerk wird dabei zunächst darauf gelenkt, ein attraktiver Arbeitgeber für die weniger werdenden, jungen Arbeitnehmer zu sein. Doch damit alleine ist es nicht getan, mindestens genauso wichtig ist der Blick auf das andere Ende des Altersspektrums. Zwei Drittel der Europäer finden Teilzeitarbeit plus Teilpensionszahlung attraktiver als reine Pen­sionierung. Kein Wunder: Wir leben länger und bleiben länger gesund, und viele stehen in der Blüte ihrer (auch selbst so empfundenen) Pro­duktivität, wenn das Pensionsalter naht. Wer als Unternehmer genau hinschaut, erkennt das Risiko, das durch den pensionsbedingten Ab­gang entsteht. Gerade in der Dienstleistungs­gesellschaft sind jene Kompetenzen besonders gefragt, die sich durch Lebenserfahrung ausprä­gen.

Interviewpartner: Dr. Franz Kühmayer ist Strategieexperte für „Future of Work“, berät Kunden in ganz Europa; Vielzahl an Publikationen, zuletzt „Work Design – Die Zukunft der Arbeit gestalten“; Trendforscher am Zukunftsinstitut; Lehrtätigkeit an mehreren Hochschulen; langjährige Erfahrung als erfolgreicher Topmanager internationaler Konzerne; Studium Physik, Informatik, Weiterbildungen, u. a. an der Kellogg School of Management, Chicago und an der University of Washington, Seattle.


Veranstaltungs-Tipp zum Thema

Human Resource Kongress 2013
1+2okt2013
im ARS-Seminarzentrum Wien
• Vormittage: zahlreiche Vorträge zu breiten HR-Themen von Top-Experten
• Nachmittage: individuell wählbare Streams (Recruiting oder Arbeitszeit bzw. Personalentwicklung oder Entlohnung & Benefits)

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Ein Kommentar

  1. Ernst Albrecht am

    Der Arbeitsplatz der Zukunft wird uns allen hoffentlich noch viel Freude bringen. Wobei schon die Zeiteinteilung eine Herausforderung ist. Arbeit seit einiger Zeit immer wieder in einem temporäre mietbaren Büro einerseits wenn ich Meetings habe, die ich aus unterschiedlichen Gründen nicht im Kaffe o.ä. abhalten kann, aber teilweise auch um eine gewisse Struktur zu schaffen. Flexible Zeiteinteilung ist einerseits wahnsinnig gut, aber es kommt immer auf die Freiheiten an. Zu Beginn habe ich oft bis zum letzten Moment gewartet und dann 3 Tage total viel arbeiten müssen.
    Zu den Arbeitsorten kann ich sagen, dass ich einen angenehmen Trend entdecken kann. Auch an öffentlichen Plätzen werden immer mehr Ruhe- bzw. Arbeitszonen eingerichtet, welche ich sehr sinnvoll finde und auch gerne immer wieder nutze.

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