F_25768652 Diese Frage irritiert Sie? Eigentlich erwarten Sie ein Geschenk von Ihrem Unternehmen? Das ist so, weil Sie in Österreich leben und das in Mitteleuropa so üblich ist. Wenn Ihr Chef aber aus Japan kommt, dann sollten Sie sich spätestens jetzt Gedanken über ein passendes Geschenk machen!

In unserer christlich geprägten Kultur ist Weihnachten zwar ein Anlass, sich gegenseitig zu beschenken, aber im Büroalltag wird das unterschiedlich gehandhabt: je nach Unternehmenskultur sind Geschenke entweder gänzlich unüblich, oder werden in Form eines geselliges Wichtelspiels ausgetragen oder Geschenke an die Mitarbeiter kommen vom Management. In den USA ist Weihnachten mit üppigen Geschenken auch unter Kollegen verbunden. Und in Japan ist Weihnachten jene Zeit, in der man sich mit einem Geschenk bei seinem Vorgesetzen bedankt.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Hinter jedem Geschenk verbirgt sich eine spezifische Bedeutung. Inhalt und Form einer Gabe verraten viel über die Gedanken und Absichten des Gebers. Spenden und Almosen sollen soziale Verantwortung ausdrücken und beruhigen tatsächlich das eigene Gewissen. Geschenke sind nicht einfach Geschenke. Schenken ist eine soziale Handlung, ist aber auch eine Form des Güteraustausches und verpflichtet oft zu Gegenleistungen, womit die Grenze zwischen Geschenk und Bestechung nur schwer auszuloten ist.

Geschenke im arabischen Raum

Im arabischen Kulturkreis basieren Geschäftsbeziehungen auf einem großzügigen Austausch von Geschenken: Bei geschäftlichen Treffen werden Geschenke nie beim ersten Mal ausgetauscht. Geben Sie aber dann Ihrem arabischen Geschäftspartner die Chance, Ihnen zuerst Ihr Geschenk zu überreichen, erst danach sollten Sie ein Geschenk von ähnlichem Wert überreichen. Werden Sie ins Haus eines Gastgebers eingeladen, bringen Sie keine Speisen oder Getränke mit. Unüblich sind Geschenke für die Frau oder die Töchter.

Selbstgemachte Geschenke

Obwohl Amerikaner Überraschungsgeschenke lieben und Geschenke oft spontan sind und nicht im großen Rahmen überreicht werden, macht Selbstgefertigtes in den USA lediglich geschätzte 2 % aller Geschenke aus. Ganz anders ist es in Japan. Nicht nur die Verpackung spielt hier eine mitunter größere Rolle als die Gabe selbst. So gilt es auch als die größte Form der Wertschätzung, wenn sich etwa ein Geschäftspartner in der hohen Kunst des Shodo versteht und Ihnen nach dem Abendessen in Ihrem Beisein mit Pinsel und selbstgerührter Tusche kunstvolle Zeichen auf ein zartes Reispapier malt.

Absolute No-Go Geschenke

Bei Firmen-Geschenken gilt es die feine Trennlinie zwischen Beruf und Privat zu wahren. Pflegeprodukte oder gar Unterwäsche überschreiten die Trennlinie definitiv. In Polen werden Seifen und Badeperlen als unhöflich verstanden, da sie dem Beschenken mangelnde Hygiene vorwerfen. Dass im arabischen Raum Alkohol oder mit Alkohol verfeinerte Süßigkeiten gar nicht gehen, ist klar, achten Sie aber auch bei Präsenten aus Leder darauf, dass sie nicht aus Schweineleder sind.

Frohe Weihnachten

Gerade zu Weihnachten sollte man bedenken, dass nicht alle auf dieser Welt Weihnachten feiern. Zur Business Etiquette gehört auch zu wissen, ob ein „Happy Christmas“ passend ist oder man besser „Happy Holidays“ wählt.