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Outplacement: Out of Place oder gut platziert?

Strukturiertes Trennungsmanagement

Kündigungen gehören zum Arbeitsalltag dazu. Ausschlaggebend ist die saubere und faire Abwicklung des Trennungsprozesses. Hier kommt Outplacement ins Spiel.

outplacement

Arbeitsverhältnisse auf Lebenszeit gehören heutzutage der Vergangenheit an. Oft erfolgt ein Stellungswechsel zwar auf Wunsch von Mitarbeitern, aber es gibt viele Gründe die den Arbeitgeber veranlassen, sich von verdienten und hoch qualifizierten Mitarbeitern trennen zu müssen. Unsere Arbeitswelt verändert sich rasant und Globalisierung und Wachstum sind ebenso selbstverständlich wie Rationalisierung und Kündigung. Kommt es zu einer Trennung, noch dazu in einer angespannten Wirtschaftslage, ist eine einvernehmliche, faire und soziale Lösung wünschenswert.

Definition: Was ist Outplacement?

Outplacement ist eine Karriereberatung bzw. eine Form des Trennungsmanagements im Unternehmen und Element eines umfassenden und strukturierten Personalmanagements. Ein Outplacementberater unterstützt meist den Arbeitnehmer dabei, eine mindestens gleichwertige neue Stelle in einem anderen Unternehmen zu finden. Früher war Outplacement vorwiegend im High Executive Bereich angesiedelt, doch immer häufiger nutzen Firmen ein strukturiertes Trennungsmanagement auch in der mittleren Führungsebene.

Intention von Outplacement

Ziel ist immer die bestmögliche Abwicklung eines Trennungsprozesses, wobei nach innen Faktoren wie die Motivation der verbliebenen Mitarbeiter sowie die Übernahme der Aufgaben und Vertragslaufzeiten und damit auch Kosten eine Rolle spielen. Nach außen tritt ein Unternehmen, das Outplacement anbietet, als ein Unternehmen auf, das sich für einen fairen und lösungsorientierten Trennungsprozess einsetzt. Beide Seiten ziehen Vorteile – sowohl wirtschaftlicher als auch emotionaler Natur.

Was macht Outplacement erfolgreich?

Reisenzein„Besonders wichtig ist für die Betroffenen die Sicherheit, solange betreut zu werden, bis man einen adäquaten Job gefunden hat“, weiß Mag. Walter Reisenzein (Geschäftsführer, Lee Hecht Harrison/DBM, Foto). Auch die Chemie und das Vertrauensverhältnis zwischen Betroffenem und Berater müssen stimmen.

Stolpersteinen aus dem Weg gehen
„Häufig bleibt keine Zeit um Auffang- und Infogespräche vorzubereiten“, meint Reisenzein. Wichtig ist also, den Zeitplan für die Umsetzung nicht zu knapp anzusetzen, dh. die Angebotseinholung bei einem Outplacementberater sollte zeitgerecht vor dem Trennungsgespräch erfolgen. Reisenzein berichtet außerdem: „Die Betroffenen sind oft unzureichend über das Angebot informiert und eine einvernehmliche Lösung ist daher nur schwer zu verhandeln“, berichtet Reisenzein, „daher ist eine gute Planung das Um und Auf.“

Outplacement ist steuerfrei!

Wenn der Betriebsrat im Vorfeld nicht eingebunden ist und das Angebot nicht kennt, wird oft für Golden Handshakes plädiert. „Das Problem ist hierbei, dass diese der Firma durch die Steuer mehr kosten, denn Outplacement ist steuerfrei“, so Reisenzein. „Man sollte auch bedenken, dass Geld keinen Job findet und falls jemand bereits einen Job hat, nimmt er trotzdem das Geld. Besser sind freiwillige Abfertigungen und nicht monetäre Leistungen ergänzend zum Outplacement-Angebot.“

Abschließend ist es wichtig, dem Betroffenen nach dem Trennungsgespräch etwas Zeit zu geben und das Auffanggespräch mit dem Outplacementberater erst zwei Tage später zu machen. So hat der Betroffene die Möglichkeit sich vorzubereiten.

Good Practice im Trennungsmanagement

peter_haempel.jpgMag. Peter Haempel (Foto) war General Manager bei Akzo Nobel, einem international tätigen Unternehmen, das seine Österreich Niederlassung aufgelassen hat. Er bekam nach seiner Trennung die Unterstützung seitens der Firma durch eine Outplacementberatung von DBM Karriereberatung in Linz. „Als 58-jähiger ehemaliger General Manager war mein Erfolg der Jobsuche am Anfang sehr ungewiss. Tests und Reflexionen beruflicher Erfolge bauten mein Selbstvertrauen wieder auf“, erzählt Mag. Haempel von der Trennungsphase. Er sah die professionelle Unterstützung zur Jobsuche als ‚berufliche Aufgabe‘. „Man fühlt sich nicht arbeitslos, sondern erledigt einen Job mit einem klar definierten Ziel“, so Haempel.

Als großen Vorteil sah Haempel die Chance zur Neuorientierung mit professioneller Unterstützung. „Ich konnte meine Zukunft entsprechend der gewonnen Erfahrungen, Fähigkeiten und Wünsche neu gestalten. Die dafür notwendige Unterstützung habe ich von DBM optimal bekommen“, berichtet Haempel von seinen Erfahrungen.

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