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Geheime Gehälter: Österreich ist nicht transparent

Eine neue Umfrage von careesma zeigt, dass die meisten von uns nicht wissen, was ihre Kollegen verdienen. Vielleicht zu viel? Oder doch weniger als ihrer Leistung entspräche? Es ist ein altes Tabu-Thema: Gehälter. Österreich arbeitet an mehr Transparenz im öffentlichen Bereich, auch private Arbeitgeber sollten nachziehen.

Opportunity on the shoulder

„Lieber nicht zu viel preisgeben“, lautet oft die Devise, wenn mit Bekannten und Freunden über das Thema Gehälter (Österreich ist hier sicher kein Einzefall) gesprochen wird. Von den 700 Befragten bei einer aktuellen Umfrage der Jobbörse careesma.at, bestätigen das 70 %. Sie sind der Meinung, dass es sich in Österreich noch immer um ein Tabuthema handelt. Dabei wünschen sich 9 von 10 Österreichern in Zukunft mehr Transparenz von Unternehmen. Denn nur wenige wissen, was der Kollege am Nachbarschreibtisch wirklich verdient.

Der Großteil der Österreicher will, dass das Gehaltsthema transparenter wird und die Unternehmen dieses Thema besser kommunizieren. 62 % würden es deshalb auch nicht als unangenehm empfinden, wenn alle Kollegen über ihre Bezahlung Bescheid wissen würden.

gehaelter-oesterreich

Dass das Thema firmenintern oftmals „geheim“ gehalten wird, zeigt sich auch am Wissensstand der Mitarbeiter. Während sich 17 % sehr gut und 20 % gut darüber informiert fühlen, wie die Gehaltsstrukturen im Unternehmen sind, sagen immerhin 63 %, dass sie fast keine oder überhaupt keine Informationen dazu haben.

Gehälter – Österreich. Wie kommen sie zustande?

Auf die Frage, wie die Gehälter/Löhne im eigenen Unternehmen zustande kommen, gibt es ebenfalls Uneinigkeit:

  • 18% geben an, dass ein transparentes Gehaltsschema existiert, das für alle angewendet wird.
  • 12% meinen, das eigene Gehalt orientiert sich am durchschnittlichen Gehalt der Abteilung,
  • 35% nennen die Art der Position als bestimmenden Faktor und
  • 29% sind überzeugt, dass das Gehalt reine Verhandlungssache ist. Der letzte Punkt wird übrigens von Männern weit häufiger angeführt als von Frauen.

Interessant ist auch eine Untersuchung quer durch alle Altersklassen: Je jünger die Arbeitnehmer, desto mehr wünschen sie sich, dass in die Diskussion mehr Transparenz kommt.

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Ein Kommentar

  1. Jan M. am

    „Je jünger die Arbeitnehmer, desto mehr wünschen sie sich, dass in die Diskussion mehr Transparenz kommt.“

    Ist meiner Meinung nach logisch, schließlich kennt man noch nicht seinen „Marktwert“ und will ein Gespür dafür entwickeln, diesen richtig einzuschätzen. Was hilft da besser als zu wissen, was die Kollegen im gleichen Aufgabenfeld erhalten um dann im nächsten Schritt deren Alter und Arbeitserfahrung, evtl. auch den Bildungsabschluss mit einzubeziehen.

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