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Vereinbarkeit von Familie und Beruf … einfach umgesetzt

Allgemeinplätze wie „Fachkräftemangel“, „demographischer & gesellschaftlicher Wandel“, „problematischer Wiedereinstieg für Frauen nach Karenz“, etc. sind uns geläufig. Heute aber geht es um Lösungen. Mag. Romana Steinmetz (KOMPASS-Projektleiterin im Netzwerk Humanressourcen) hat genau diese Lösungen. Ihr Fokus liegt auf der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und auf der praktischen Umsetzung.

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Die Veränderungen in der Gesellschaft erfordern ein Umdenken der Betriebe und eine gezieltere Ausrichtung der Aktivitäten hin zu einer lebensphasenorientierten Personalarbeit. In jeder Lebensphase stellen Mitarbeiter unterschiedliche Anforderungen an das Unternehmen. Es sind nicht nur Frauen, die sich über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf Gedanken machen, sondern auch immer mehr Männer. „Frauenförderung sollte im Grunde zugleich Männerförderung sein. Ausnahmen sind Situationen wo es im betrieblichen Umfeld noch zu wenige Frauen gibt oder die Rahmenbedingungen für deren Anforderungen nicht passen“, so Mag. Romana Steinmetz, KOMPASS-Projektleiterin im Netzwerk Humanressourcen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet u.a. sinnvolle Frauenförderung!

Zahlreiche Studien bestätigen, dass Unternehmen mit gemischten Teams und Frauen in ihren Führungsorganen erfolgreicher sind. Betriebe können immens von der Vielfalt profitieren und sich das Wissen und die Fähigkeiten von Männern UND Frauen zunutze machen. Frauen nicht in den Erwerbsprozess einzubinden bedeutet, auf wertvolles Potenzial zu verzichten. Eines der wichtigsten Themen dabei ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um Frauen verstärkt für den Arbeitsmarkt zu gewinnen und zu behalten. Denn trotz vieler Fortschritte, Errungenschaften und des verstärkten Interesses von Männern an Väterkarenzen, sind es immer noch die Frauen, die den Löwenanteil an der Haushalts- und Familienarbeit übernehmen.

Kleine Aktionen wirken nachhaltig

Es sind nicht immer große und umfangreiche Projekte erforderlich, um positive Effekte zu erzielen. Manchmal reichen schon kleine Veränderungen in den betrieblichen Strukturen und Abläufen, um den Handlungsspielraum für die Beschäftigung von Frauen zu erweitern und generell die Vereinbarkeit von Familie und Beruf drastisch zu erleichtern. Ein eigener Betriebskindergarten rentiert sich für kleinere Unternehmen nicht, es kann aber viel bewirken, wenn flexible Arbeits- und Pausengestaltung die Bewältigung kurzfristiger Herausforderungen ermöglicht.

Gerade kleinere Unternehmen haben den Vorteil, dass sie ihre Mitarbeiter meist sehr gut kennen und individuelle Lösungen rasch und unbürokratisch gefunden werden können. Die Praxis zeigt, dass diese kleinen Schritte, die Vertrauen und Verständnis für die Situation signalisieren, häufig zu höherer Loyalität und größerer Einsatzbereitschaft führen.

Weitere Vorteile, die durch Fördermaßnahmen entstehen können:

  • Unternehmen für den demografischen Wandel rüsten
  • Fachkräftemangel durch Employer Branding vorbeugen
  • Stärkere Mitarbeiter-Bindung, höhere Loyalität und dadurch geringere Fluktuation und Fehlzeiten
  • Gemischte Teams haben eine bessere Problemlösungsfähigkeit, da komplexe Aufgabenstellungen von unterschiedlichen Sichtweisen und Fähigkeiten profitieren
  • Positive Wahrnehmung in den Medien und der breiten Öffentlichkeit

Vereinbarkeit von Familie und Beruf aktiv angehen – aber wie?

Grundsätzlich ist es wichtig, die Unternehmensleitung für das Thema zu gewinnen und sich einen Überblick zu verschaffen, welche Maßnahmen bereits gelebt werden. Darüber hinaus braucht es Verantwortliche für das Thema, konkrete Ziele und die Arbeit an deren Umsetzung. Die umfassende Unterstützung der Geschäftsleitung ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Förderung von Frauen und Männern im Unternehmen kann in verschiedenen Bereichen erfolgen. Potenzial gibt es von der Personalbeschaffung, über den Personaleinsatz bis hin zur Personalentwicklung und -freisetzung. Folgende Fragen können u.a. in diesem Zusammenhang diskutiert werden:

  • Nach welchen Kriterien stellen Sie Personal ein?
  • Wie gestalten Sie Ihre Arbeitsumgebung?
  • Sind Ihre Mitarbeiter fit für die Zukunft?
  • Wie trennen Sie sich von Mitarbeitern?
  • Welchen Wert messen Sie Ihren Mitarbeitern bei?
  • Wie unterstützt Ihr Unternehmen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Es gibt unzählige Ansatzpunkte. Aufgrund der eingangs erwähnten Lebensphasenorientierung nimmt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen hohen Stellenwert ein. Schwerpunkte können hier folgende Themen sein:

  • Wiedereinstieg (regelmäßiger Kontakt zu karenzierten Mitarbeitern und die Erleichterung des Wiedereinstiegs)
  • flexible Arbeitszeiten (zB Gleitzeit, Teilzeit, Home Office, etc.)
  • betrieblich unterstützte Kinderbetreuung (Betriebstageseltern, Kinderbetreuungsgutscheine, Sommer- und Ferienbetreuung, etc.)
  • Maßnahmen zur Karriereförderung (zB Karriere- und Laufbahnplanung, Mentoring, Coaching, etc.)

Für die Unterstützung der Mitarbeiter in den einzelnen Lebensphasen ist einerseits ausschlaggebend, ob sich ein Unternehmen für lebensphasenorientierte Personalarbeit entscheidet und andererseits den wirklichen Bedarf im Betrieb erkennt und entsprechend konkrete Ansätze verfolgt. Dann können kleine Schritte Großes bewirken!

Kompass für Frauen und Wirtschaft: KOMPASS. Das Kompetenzzentrum für Karenz und Karriere arbeitet auf Initiative von Landesrätin Mag. Doris Hummer und im Auftrag des Frauenreferates an einem Förderplan für Frauen im Arbeitsleben in Oberösterreich. Es werden besonders Unternehmen angesprochen, um diese dabei zu unterstützen, das Potenzial von Frauen voll auszuschöpfen und deren Beschäftigungsquote zu erhöhen. Ihr Kontakt: Mag. Romana Steinmetz, KOMPASS-Projektleitung, romana.steinmetz@clusterland.at

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