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Betriebliche Kinderbetreuung kennt in OÖ keine Grenzen

Gemeinsame Krabbelstube für Rosenbauer, Silhouette und PEZ/Haas

Viele Betriebe unterstützen Eltern dabei, sich am Erwerbsleben beteiligen zu können. Denn Arbeitnehmer und Betriebe sind nachhaltig darauf angewiesen, dass Erwerbs- und Privatleben nicht in einem unlösbaren Konkurrenzverhalten zueinander stehen. In Oberösterreich haben sich die Unternehmen Rosenbauer, Silhouette und PEZ/Haas zusammengetan, um gemeinsam für ihre Mitarbeiter eine überbetriebliche Kinderbetreuung – der Projekttitel lautet kurz „ÜKiB“ – auf den Weg zu bringen.

Hände spielender Kinder vor Blumenwiese

Der Zusammenschluss ist gelungen: Der Spatenstich erfolgt im Sommer 2014, die Eröffnung der Krabbelstube, in der rund 20 Kinder im Alter von ein bis drei Jahren betreut werden, ist für das erste Quartal 2015 geplant. KOMPASS|Kompetenzzentrum für Karenz und Karriere im Netzwerk Humanressourcen, begleitete die genannten Unternehmen mit den jeweiligen Experten über die Konzeptions- und Planungsphase.

Pilotprojekt als Rollenmodell: Erste überbetriebliche Kinderbetreuung wird realisiert

„Wir brauchen couragierte Betriebe, die ihren Mitarbeitern bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aktiv Unterstützung anbieten. Mit dem Projekt ÜKiB sind wir in Oberösterreich auf dem richtigen Weg und wieder einmal einen innovativen Schritt voraus“, so Oberösterreichs Frauen-Landesrätin Mag. Doris Hummer. Trotz der steigenden Anzahl an Väterkarenzen liegt die Kinderbetreuung vorwiegend in Frauenhand. Mehr als 50 % der Bevölkerung unseres Landes – und damit ein beeindruckendes Potenzial an Wissen und Arbeitsleistung – sind Frauen. Das Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eines der wichtigsten, um Frauen verstärkt für den Arbeitsmarkt zu gewinnen und dort auch binden zu können.

Neubau geplant

Aufgrund einer genauen Bedarfserhebung in den 3 Unternehmen wurde gemeinsam entschieden, 2 Krabbelstubengruppen mit je bis zu 10 Plätzen einzurichten.

Für das geeignete Umfeld der Kinderbetreuung sorgt Rosenbauer: Auf einem Grundstück des Unternehmens wird in Leonding ein zweigeschossiges Gebäude mit einem großzügig angelegten Garten errichtet. Der Spatenstich erfolgt noch im Sommer dieses Jahres, die Eröffnung wird voraussichtlich im 1. Quartal 2015 stattfinden.

In der Krabbelstube können Kinder von 1 bis 3 Jahren betreut werden. Darüber hinaus ist bei Rosenbauer eine Betriebstagesstätte für die Betreuung von weiteren 10 Kindern zwischen 1 bis 16 Jahren geplant. Der Familienbund hat die Ausschreibung für sich entschieden, er wird das Personal stellen.

Win-win für alle Beteiligten

Mit einem Frauenanteil von 70 %, sowohl im gesamten Unternehmen als auch in den Führungspositionen, haben Frauen in der PEZ/Haas-Gruppe klar das Ruder in der Hand. Dies bringt es auch mit sich, dass sich die Unternehmensleitung mit dem Angebot einer betrieblich unterstützten Kinderbetreuung auseinandersetzt. „Die Umsetzung wäre alleine nicht möglich gewesen, aber gemeinsam mit Unternehmen aus der Nachbarschaft können wir jetzt für die Mitarbeiter eine maßgeschneiderte Lösung anbieten“, freut sich der Geschäftsführer Mag. Hans Bangelmeier über die Zusammenarbeit im Kooperationsprojekt. „Zufriedene, motivierte  Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg und ein oftmals unterschätzter Werbeträger für eine Marke bzw. ein Unternehmen“, ist Bangelmeier überzeugt.

Bei Rosenbauer ist aufgrund des Tätigkeitsfeldes – der Herstellung von technischen Geräten – der Anteil der männlichen Beschäftigten im Vergleich zu anderen Unternehmen in dieser Größenordnung überproportional hoch (93 %). Dennoch gehören bei Rosenbauer Familienorientierung und Familienfreundlichkeit seit jeher zur gelebten Grundhaltung. „Mit der Krabbelstube will Rosenbauer den Mitarbeitern den Wiedereinstieg erleichtern und kürzere Karenzzeiten ermöglichen“, berichtet Mag. Andreas Berger (Leiter der Abteilung Human Resources). Rosenbauer möchte durch die Bereitstellung eines bedarfsorientierten Betreuungsangebots eine individuelle Entlastung der Mitarbeiter erreichen.

Vorteile für alle Beteiligten sieht auch Mag. Tarek El-Dabbagh (Leitung Personalmanagement bei Silhouette). „Wir freuen uns, unseren Mitarbeitern in Zukunft eine qualifizierte Kinderbetreuung anbieten zu können. In der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat Silhouette in Oberösterreich immer wieder Pionierarbeit geleistet“, verweist El-Dabbagh auf zahlreiche Initiativen. Wesentlich für den führenden Hersteller hochqualitativer Brillen sind auch die großzügigen Öffnungszeiten der neuen Einrichtung, die sich an den Bedürfnissen der MitarbeiterInnen orientieren und somit deren Arbeitszeiten entgegen kommen.

Gemeinsam mehr erreichen

„Die drei Unternehmen zeigten Mut und beweisen in diesem Vorzeigeprojekt, dass herausfordernde Ideen in Kooperation gelingen können und nicht alleine umgesetzt werden müssen. Mit dem Projekt KOMPASS nutzen wir die Möglichkeit, Unternehmen und ihren Mitarbeitern durch die Initiierung von Kooperationen wie dieser, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Die wichtigste Rolle tragen unsere Partnerunternehmen, die in unser Kooperations-Modell vertrauen und mit uns neue Ideen verwirklichen“, so KOMPASS-Projektleiterin Mag. Romana Steinmetz.


Info KOMPASS

KOMPASS, Kompetenzzentrum für Karenz und Karriere, wird seit 2011 im Netzwerk Humanressourcen der Clusterland Oberösterreich GmbH, auf Initiative von Frauen-Landesrätin Mag. Doris Hummer, im Auftrag des Frauenreferates und in Kooperation mit WK OÖ und IV OÖ umgesetzt. http://www.kompass-ooe.at

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