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Personalentwicklung: erfolgreiche Lernstrategien speziell für Fremdsprachen

Wenn Mitarbeiter neues Wissen erlernen sollen, dann stellt sich für Personalisten oft die Frage nach der passenden Lernmethode. Der Markt bietet traditionelle und kreative Lösungen, was empfiehlt die Forschung? Mit welchen Lernmethoden können Ihre Mitarbeiter zum Beispiel eine Fremdsprache am erfolgreichsten erwerben?

 

Stephen Cummings ist Country Manager of Instruction bei Berlitz Austria GmbH und verantwortlich für die Qualität des Fremdsprachentrainings. Für ihn steht fest: „Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Lerntypen. Aber Studien zeigen auf, dass es einige Lernstrategien gibt, die erfolgreicher sind als andere.“ Er zitiert den amerikanischen Psychologe John Dunlosky von der Kent State University in Ohio. Seine Forschungen ergaben, dass die in Schulen und Universitäten am weitesten verbreitete Methode, das wiederholte Lesen und Hervorheben mit Textmarkern, die bei weiten Schlechteste ist.

Selber machen (lassen)

Schon Konfuzius hat gesagt: „Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere. Lass mich tun und ich verstehe.“ Erlerntes aktiv selbst wiederzugeben, ist laut Studie der erfolgreichste Weg. Stephen Cummings bestätigt das auch aus seiner Erfahrung bei Berlitz: „Wir motivieren beim Fremdsprachentraining selbst zu sprechen. Ein Sprachtrainer darf selbst nicht mehr als die Hälfte der Zeit aktiv sprechen. Das ist bei niedrigen Niveaus herausfordernd, der rasche Erfolg begeistert aber alle unsere Kunden.“

Wie vermittelt man Soft Skills am effizientesten?

Gerade im Bereich der sogenannten Soft Skills wird oft nach außergewöhnlichen Alternativen gesucht. Führungskräfte treiben Rinderherden über Weiden oder formen sich neu in einem Töpferkurs. Oft wird dann im Unternehmen von den Personalentwicklern gefordert, den Lerntransfer im Anschluss an das Training sicherzustellen. Stephen Cummings vertritt die Ansicht, dass die Rückkoppelung mit dem Arbeitsalltag bereits Bestandteil des Trainings sein muss: „Statt fiktiver Rollenspiele verwenden wir zum Beispiel Fallstudien aus dem unmittelbaren Unternehmensalltag.“

Mitdenken erlaubt

Das Material und die Lerneinheiten selbst müssen eine Möglichkeit zum Nachfragen, Querdenken und Problemlösen bieten. Herr Cummings dazu: „Ich liebe es, wenn sich mitten im Sprechen jemand zum Beispiel die Frage stellt „warum habe ich jetzt SOME und nicht ANY verwendet und bin nicht korrigiert worden?“ Wissenstransfer funktioniert immer dann am besten, wenn man sich nicht nur berieseln lässt und vorgegebene Fragen mit Standardantworten verbindet.

Methodenmix

Die Forschungen von John Dunlosky empfehlen variable Lernmethoden. Lesen, selbst niederschreiben, anderen erzählen und sich dazwischen selbst testen lassen – das garantiert zum Beispiel ein wesentlich nachhaltigeres Lernen. Vor allem die Unterstützung durch e-Learning Programme hat sich in den letzen Jahren als optimale Ergänzung herausgestellt. Schon Goethe wußte: „Denn auf Mischung kommt es an!“

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