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„Familienfreundlichkeit im Betrieb“ – Umsetzungs-Möglichkeiten aus Arbeitgeber-Sicht

Seit Beginn des HRweb im nov2010 zählt Peter Rieder zu unseren Stammautoren,  stellte kürzlich sein erstes Buch fertig: „Familienfreundlichkeit im Betrieb“. Mit seinen beiden Co-Autorinnen (Anna Mertinz, ebenfalls HRweb-Autorin, und Elisabeth Wenzl) beschreibt er Maßnahmen, Aktivitäten und Good Practices rund um die Verbesserung der betrieblichen Familienfreundlichkeit.

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Peter Rieder bringt für das HRweb alle 3 Wochen Spannendes und Wissenswertes zu den Themen Vereinbarkeit Beruf und Familie, Diversity Management und nachhaltiges Personalmanagement „zu Papier“.Dass er nun ein Buch tatsächlich ZU PAPIER brachte, freut mich besonders und ich bitte Peter Rieder zum Interview. Stolz bringt er gleich 3 Exemplare mit, 2 verschenken wir gerne weiter, 1 behalte ich selbst!


familienfreundlichkeit-im-betrieb_coverFamilienfreundlichkeit im Betrieb – Rechtliche, organisatorische und kulturelle Umsetzung in der Praxis. 2014, Manz Verlag Wien, ISBN 978-3-214-08311-3. Autoren:

  • Mag. Peter Rieder (Unternehmensberater und Auditor für das Audit berufundfamilie des BMF)
  • Dr. Anna Mertinz (Rechtsanwältin und Leiterin des Arbeitsrechtsteams bei KWR Karasek Wietrzyk Rechtsanwälte GmbH)
  • Mag. Elisabeth Wenzl (Geschäftsführerin der Familie&Beruf Management GmbH)

HRweb verlost 2 Exemplare! Schreiben Sie uns an office@HRweb.at WARUM GERADE SIE DIESES BUCH GEWINNEN SOLLTEN!


Peter, Euer neues Buch „Familienfreundlichkeit im Betrieb – Rechtliche, organisatorische und kulturelle Umsetzung in der Praxis“ ist dieser Tage erschienen. Wieso braucht es ein solches Buch? Gibt es dazu nicht bereits genug Literatur?

Peter Rieder: Nun ja, was es gibt, ist viel an Material, das für Arbeitnehmer gedacht ist. Zahlreiche Interessensvertretungen und Verbände publizieren laufend zu Themen wie Elternkarenz, Pflegekarenz, Arbeitszeit usw. Unser Buch jedoch richtet sich jedoch besonders an Arbeitgeber. Und da gibt es nicht allzu viel (hochwertiges). Wir beschreiben darin in insgesamt 13 Handlungsfeldern mögliche Ansatzpunkte für Unternehmen, die Familienfreundlichkeit hochhalten. Unser Buch soll zum Nachmachen anregen.

In Eurem Untertitel kommt die rechtliche, organisatorische und kulturelle Umsetzung in der Praxis vor. Ist Familienfreundlichkeit im Unternehmen nicht vor allem ein kulturelles Thema?

Grundsätzlich bejahe ich das sofort. Ich glaube, dass eine entsprechende Führungskultur jedenfalls notwendig ist, damit überhaupt Familienfreundlichkeit im Unternehmen gelebt werden kann. Jedoch hilft diese Erkenntnis noch keinem Personalverantwortlichen bei der Umsetzung. Zu vielen Initiativen gibt es zahlreiche Fragen organisatorischer, aber auch rechtlicher Natur. Daher haben wir Dr. Anna Mertinz, Rechtsanwältin und Leiterin des Bereichs Employment Law bei KWR, an Bord geholt. Sie liefert zusätzlich den kulturellen und organisatorischen Überlegungen handfeste rechtliche Aspekte und hat sich obendrein die Mühe gemacht, eine Mustersammlung zu vielen im Buch angesprochenen Maßnahmen zu erstellen. Damit liefern wir den Lesern eine echte Anleitung für die eigene Umsetzung. Das war unser Ziel.

Wie steht es im Allgemeinen um die Familienfreundlichkeit in Österreichs Unternehmen? Wie sehr sind Rahmenbedingungen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein Thema?

Ich würde sagen, wir sind auf einem guten Weg. Medial ist das Thema sehr präsent in den letzten Jahren und wir merken es auch an der Zunahme der Unternehmen, die wir im Audit berufundfamilie betreuen. Zahlreiche Beispiele dieser Unternehmen haben wir auch in unserem Buch verewigt, da es viele Aktivitäten gibt, die ruhigen Gewissens als Good Practice beschrieben werden können. Dazu hat uns Mag. Elisabeth Wenzl, Geschäftsführerin der Familie&Beruf Management GmbH, im Autorenteam unterstützt. Sie ist Chefin der lizenzgebenden Stelle und betreut alle rund 360 Unternehmen, die in Österreich am Audit bislang teilgenommen haben.

Was waren denn die Highlights und Erkenntnisse in Eurer Arbeit als Autoren?

Also für mich persönlich war das gemeinsame Arbeiten an sich ein Highlight. Ich habe zwei brilliante Co-Autorinnen, die mich wunderbar ergänzt haben. Spannend waren für uns vor allem die inhaltlichen Diskussionen zu einigen Maßnahmen, die wir beschreiben, und die unterschiedlichen Sichtweisen dazu. Um ein Beispiel herauszugreifen: Ich habe zahlreiche Kunden, die das Thema Vereinbarkeit auch in ihrem Mitarbeitergespräch mit aufgenommen haben. Aus meiner Beratersicht halte ich das für absolut richtig, denn so entsteht ein Bewusstsein bei Führungskräften wie Mitarbeitern, dass das Thema wichtig ist. Aus juristischer Sicht aber gibt es einige Punkte, die man bedenken sollte, wenn man dies tut. Was etwa, wenn jemand kurz nach dem Mitarbeitergespräch gekündigt wird bzw. werden muss und darin angegeben hat, der er oder sie in näherer Zukunft Familie plant. Zu solchen und ähnlichen Punkten haben wir doch häufig diskutiert und versucht, das bestmöglich in unserem Buch rüberzubringen.

Welche Vorteile hat es zusammengefasst, wenn sie sich mit Familienfreundlichkeit im Betrieb beschäftigen?

Das lässt sich ganz schnell sagen: Sie haben die loyaleren Mitarbeiter, die produktiver sind und weniger fehlen. Eine umfangreiche Studie aus dem Jahr 2012 hat ergeben, dass in familienfreundlichen Unternehmen die Mitarbeiter um rund 2,9 Tage weniger pro Jahr fehlen als in jenen Unternehmen, die wenig Wert auf Familienfreundlichkeit legen. Das kann sich jeder Unternehmer ganz schnell ausrechnen, was das auch in Cash bedeutet.

Wenn ich als Unternehmen nun den ersten Schritt machen möchte, wo wollte ich beginnen?

Also ein guter Anfang wäre es, unser Buch zu kaufen (lacht). Aber mal ganz abgesehen davon, es gibt kein Patentrezept, wie ein Unternehmen familienfreundlich wird. Wesentlich ist dabei eine gute Analyse der konkreten Ist-Situation und vor allem des Bedarfs. Daher ist die Einbindung von Mitarbeitern und Führungskräften aller Ebenen wesentlich für den Erfolg. Ansonsten hat sich eine gute Mischung aus Leistungen (etwa einer tageweisen Kinderbetreuung oder eines flexiblen Arbeitszeitsystems, das viel Autonomie ermöglicht) kombiniert mit Maßnahmen in Richtung der Kultur und des Dialogs (also etwa Sensibilisierung von Führungskräften, Zusammenstellen von Informationen für Führungskräfte und Mitarbeiter, usw.) als günstig erwiesen. Und besonders wichtig ist: Familienfreundlichkeit im Betrieb ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess und kein Einmalevent.

Vielen Dank. Zuguterletzt: Wo bekommt man Euer Werk?

Erschienen ist es im MANZ Verlag und kann über dessen Webshop unter www.manz.at portofrei bezogen werden. ISBN Nummer ist 978-3-214-08311-3. Das Buch umfasst 262 Seiten und kostet EUR 38,-


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