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Überbetriebliche Zusammenarbeit – ein Streifzug durch praktische Beispiele

Heute nehme ich mir mal Zeit, einen Rückblick auf überbetriebliche Zusammenarbeit zu werfen: zahlreiche oberösterreichische Betriebe entschlossen sich, ihre Projekte der Personal- und Organisationsentwicklung gemeinsam mit anderen Unternehmen zu starten. Ich lade Sie ein auf einen kleinen Streifzug durch die Projekte.

Hintergrund: seit 8 Jahren initiieren & leiten wir (das Netzwerk Humanressourcen (NHR) der Oö. Technologie- und Marketingges.m.b.H.) überbetriebliche Zusammenarbeit: in 18 Kooperationsprojekten haben 85 Unternehmen firmenübergreifend Themen in der Personal- und Organisationsentwicklung bearbeitet.

Die Zusammenarbeit in Kooperationsprojekten ermöglicht den Betrieben Personalthemen umzusetzen und gleichzeitig Erfahrungen mit anderen Unternehmen auszutauschen. Die Inhalte reichten von der Einführung des Mitarbeiter-Gesprächs, der Analyse von selbststeuernden Teams in der Produktion, dem Einsatz von Social Media in der Personalarbeit bis hin zur Einführung einer Kompetenzmatrix.

Vorteile einer überbetrieblichen Zusammenarbeit

Die Vorteile überbetrieblicher Zusammenarbeit liegen auf der Hand: Kosten für externe Betreuung können aufgeteilt werden. Darüber hinaus garantiert eine neutrale Projektbegleitung, dass die Projekte termin- und planmäßig abgewickelt werden. Regelmäßiger Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmensvertretern und Experten ist ein großer Gewinn für das eigene Unternehmen.

Maximilian Wurm (Geschäftsführer von COUNT IT) und Thomas Neudorfer (Geschäftsführer von SOFTWERK) arbeiteten bereits jeweils in zwei Kooperationsprojekten mit. Zu den Vorteilen in der Zusammenarbeit sagt Wurm: „Ich bin davon überzeugt, dass man gemeinsam viel mehr erreichen kann – insbesondere mit verschieden großen Firmen die noch dazu ganz unterschiedliche Schwerpunkte haben.“ Neudorfer sieht das ähnlich und ergänzt: „Kooperationsprojekte sind aufgrund der Konsequenz in der Zusammenarbeit einfach attraktiver und man spart sich größere Rückschläge oder Probleme bei der Umsetzung.“

Case Studies

Zwei Beispiele sind besonders eindrucksvoll:

Beispiel: WILJA-Wissenstransfer Lernen Jung & Alt

Der Wandel unserer Gesellschaft zu einer immer komplexer werdenden Informations- und Wissensgesellschaft, macht systematisches Wissensmanagement in Organisationen zu einem immer entscheidenderen Wettbewerbsfaktor. Wissen wurde zur strategischen Ressource in der Unternehmenswelt und wird zunehmend vernetzter, dezentraler und interdisziplinärer.

Vor dem Hintergrund der jeweiligen Unternehmenskulturen wurden im vorliegenden Kooperationsprojekt im ersten Schritt die Rahmenbedingungen auf personaler und organisationaler Ebene analysiert sowie der Einfluss unterschiedlicher Generationen im Betrieb diskutiert. Ziel war es, kritische Erfolgsfaktoren in den teilnehmenden Unternehmen zu identifizieren und einen Werkzeugkasten bzw. praktische Maßnahmen für Wissenstransfer und Nachfolgeplanung abzuleiten. Die Projektpartner entwickelten ein Modell für den strukturierten Wissenstransfer für alle Altersstufen, wo die Erfahrungen verschiedener Branchen und Organisationen einfließen konnten.

Projektpartner: Austria Bau Oberösterreich GmbH, SPES GmbH, GET Business GmbH, Salvagnini Maschinenbau GmbH

Beispiel: Resilienz – Unternehmen machen sich stark für Krisenzeiten

Schnelllebigkeit und ständiger Wandel führen zu neuen Anforderungen an Unternehmen und deren Mitarbeiter. Resilienz ist hier gefragt. Darunter versteht man die Widerstandsfähigkeit von Systemen oder Menschen gegenüber Störungen bzw. Krisen. Im Rahmen eines Netzwerk-Kooperationsprojektes haben sieben Unternehmen erarbeitet, welche Resilienzfaktoren über Erfolg oder Misserfolg in Organisationen entscheiden und welche Konsequenzen daraus für die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter resultieren. Anschließend wurden Maßnahmen zur Umsetzung entwickelt. Die unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen der teilnehmenden Betriebe brachten vielfältige Perspektiven. Die Verbesserung der Resilienz soll langfristig dazu führen, dass die Unternehmen mit „Störungen“ besser umgehen können und aus Krisen (von innen und von außen) gestärkt hervorgehen.

Bei den Maßnahmen setzte man auf die Stärkung der wichtigsten Resilienzfaktoren: Führung, Mitarbeitereinbindung, Wissen, Lösungsorientierung, Beziehungsgestaltung, Selbstregulierung, Verantwortung, Zukunftsgestaltung, Optimismus und Situationsbewusstsein.

Konkrete Maßnahmen von Aumayr sind die Installation einer Informations- und Kommunikationsplattform für Verbesserungsvorschläge sowie die Einführung eines Führungskräfte-Entwicklungsprogramms. Auf ähnliche Themen setzt COUNT IT: Die Führungskräfte kommen künftig aus den eigenen Reihen und erhalten ein Führungskräftehandbuch. Die Mitarbeiter werden mehr eingebunden und zu Botschaftern der Unternehmensmarke gemacht. Die SOZIALE INITIATIVE entwickelt ein Führungskräfte-Schulungsprogramm, führt Mitarbeiterbefragungen und Qualitätsentwicklungsgruppen ein. Durch die Überarbeitung des Intranets wird das vorhandene Wissen noch besser verfügbar gemacht.

Projektpartner: Aumayr GmbH, B7 Arbeit und Leben, Count IT Group, DPx Fine Chemicals Austria GmbH & Co KG, Silber Fensterbau GmbH, Soziale Initiative Gemeinnützige GmbH

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