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Corporate Culture Club: Vom Westbahnhof zur Integration. Kurz- & langfristige Lösungen in der Flüchtlings-Situation

Corporate Culture Club, Veranstalter: Identitäte®, 24nov2015, Wien

 

Der Corporate Culture Club (CCC) lud diesmal in die ehemalige Knetmaschinen-Halle der alten Ankerbrot-Fabrik. Thema: Vom Westbahnhof zur Integration. Schwerpunkt ist die Arbeit der Caritas, die in der aktuellen Flüchtlingssituation sowohl Ersthilfe bietet als auch die langfristige Arbeit im Blick behält. Einen schönen praktischen Einblick hinsichtlich ihrer konkreten Umsetzung der Flüchtlingsthematik erhalten wir zusätzlich von Ströck, Erste Bank, Whatchado und ÖBB.

Caritas

Waltraud Fastl (Leiterin Marketing, Caritas)

560000 Menschen reisten in den letzten Monaten durch Österreich, nur wenige davon blieben. Die Caritas hilft sofort & direkt mit Kleidung, Nahrungsmittel und mit der Koordination der unzähligen Freiwilligen, die für die Flüchtlingshilfe zusätzlich zur Verfügung standen. Es mussten neue Strukturen in der Freiwilligenarbeit geschaffen werden. Die Caritas hat viel Erfahrung mit Freiwilligen, doch die große Zahl an zusätzlichen Helfern, die tw noch nie Freiwilligentätigkeit geleistet haben, musste rasch koordiniert werden. Fr. Fastl sagt, teilweise hatten sich die Helfer schon organisiert, noch bevor wir vor Ort waren. In den Anfangstagen war einiges noch unkoordiniert, heute läuft es bereits viel geregelter und ich bin beeindruckt, wie schnell & reibungslos Caritas mit der hilfsbereiten Bevölkerung kommuniziert. Social Media, Apps und der gleichen taten einen guten Dienst.

Interludio: Superar

Superar-Orchester: Kinder aus verschiedenen Schichten und mit unterschiedlichen Hintergründen lernen mit einander zu musizieren.

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Einblicke in Unternehmen

Erste Bank (Gerhard Rupprecht, Vorstand Zweite Bank)

Die Erste Bank hat ein Notquartier am Hauptbahnhof und ein Grundversorgungsquartier beim Westbahnhof geschaffen, indem alte-nicht-mehr-benötigte und neue-noch-nicht-benötigte Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

Er streicht heraus, dass es erfreulich ist, dass Kinder und Jugendliche durch den Schulbesuch – neben der Bildung – auch Struktur in ihren Alltag bekommen. Genau hier ist für die Erwachsenen oft schwierig, einen ähnlich befriedigenden Alltag zu schaffen, da sie zur Untätigkeit gezwungen sind, da sie (noch) nicht arbeiten dürfen.

ÖBB (Sandra Jopp, Leiterin interne Kommunikation)

Die Flüchtlingswelle ab aug2015 hatte ÖBB-intern massive Auswirkungen: die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Bereiche – die sich sonst nie trafen und plötzlich Hand in Hand arbeiteten – erfuhr eine ungeahnte Motivation.

Ströck (Eva Planötscher-Stroh, HR Leiterin)

Ströck arbeitet an einem neuen Lehrlingskonzept für Flüchtlinge. Nach der Entscheidung, dass Flüchtlinge als Lehrlinge aufgenommen werden sollen steht nun die Umsetzung, die sich nicht als einfach herausstellt: Sprachbarrieren müssen überwunden werden, es stellt sich die Frage wie & welche Flüchtlinge angesprochen werden, die geforderten rechtlichen Grundlangen müssen erfüllt werden, etc.

whatchado (Kambis Kohansal, CMO)

einer der whatchado-Gründer ist selbst als Flüchtlingskind in Traiskirchen aufgewachsen. Für whatchado ist es daher ein sehr emotionales Thema. whatchado interviewt nun Flüchtlinge im normalen whatchado-Format, um deren Geschichten zu erfahren. Dazu stellte whatchado zwei Flüchtlinge an, was auch hier rein von der rechtlichen Seite eine Herausforderung war. Das Ergebnis sehen Sie auf

 

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Fazit

Flüchtlings-Situation

Wichtig war und ist, schnell zu agieren und Hand anzulegen. Und: Strukturen schaffen, um künftig einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Für Flüchtlinge und auch für (freiwillige) Mitarbeiter. Strukturen für kurzfristige Sofort-Hilfe und Strukturen für eine langfristige Integration.

Corporate Culture Club

Es war mein erster CCC und sicher nicht mein letzter. Ich bin beeindruckt von der professionellen Organisation, von den Vorträgen, den gewährten Einblicken, von der abschließenden Diskussion mit den Teilnehmern.

Ich persönlich hatte mich ursprünglich auf Klaus Schwertner (Generalsekretär, Caritas) gefreut, der leider krankheitshalber ausfiel. Danke an Waltraud Fastl für’s Einspringen.


Fotos © Sebastian Judtmann

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Ein Kommentar

  1. Ralf am

    Danke für den feinen Bericht. Für uns war´s dieses Mal auch ein Experiment. Normalerweise haben wir ja zwei fachliche Vorträge rund um Marke und Markenkultur im Unternehmen. Die aktuelle Situation hat uns aber darin bestärkt, mal andere Wege zu gehen. Building Bridges – da müssen wir nicht auf die Republik warten, damit was passiert oder wir in 100 Jahren wieder einmal den Songcontest austragen 😉

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