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Karriere im Casino

Stil, Weltgewandheit und Charme – beim Thema Berufe im Casinos drängt sich fast automatisch das Bild von Dealern und Croupiers in Abendkleidung auf. Tatsächlich sind die Männer und Frauen hinter den Tischen so etwas wie die Aushängeschilder, neben dem Empfangs- und Gastronomiepersonal.

Die Ausbildung ist nach einem entsprechenden Eignungstest relativ kurz, aber intensiv. In Deutschland bilden die meisten Spielbanken je nach Bedarf ihren eigenen Nachwuchs aus, in Österrreich und der Schweiz gibt es inzwischen auch unabhängige Croupiersschulen.

Grundvoraussetzungen sind eine gute Beobachtungsgabe, Flair für Zahlen, Dienstleistungsbewusstsein, gute Manieren, rasche Auffassungsgabe, Fingerfertigkeit, gepflegtes Auftreten und ein einwandfreies Führungszeugnis. Sprachkenntnisse gehören ebenfalls dazu.

Wer die Ausbildung zum Croupier abgeschlossen hat, ist allerdings noch längst nicht hinter dem Kessel angelangt. Anfänger stehen am unteren Tischende und platzieren Jetons. Mit genügend Erfahrung steigen sie dann zum Kessel auf, und der nächste Schritt auf der Karriereleiter ist der zum Tischchef, der am anderen Ende sitzt und das Spiel überwacht. Noch weiter oben sind die Saalchefs und schließlich die technischen Leiter angesiedelt.

Croupiers und Dealer können außer im Land-Casino übrigens auch online arbeiten. Live-Spiele, bei denen Roulette, Poker, Blackjack und mehr von Casino-Fachleuten aus Fleisch und Blut geleitet und die Online-Spieler per Videoübertragung dazu geschaltet werden, nehmen an Beliebtheit zu.

Je nach Karrierestufe wird die Arbeit bezahlt. Wo früher die Croupiers ausschließlich durch die Trinkgelder im Tronc bezahlt wurden, gibt es heute ein Grundgehalt. Je nach Position liegt es zwischen 1.500 und 5000 Euro im Monat, plus Trinkgeld.

Doch auch hinter den Kulissen gibt es zahlreiche Jobs in den Casinos. Während die klassischen Tischspiele traditionell unverändert bleiben, leben Slotmaschinen sowie Online-Tischspiele von neuen Ideen und ständigen Verbesserungen. Hier kommen die Spielentwickler oder Game Developer zum Einsatz. Die Berufsaussichten sind wegen der steigenden Nachfrage und der raschen Fortentwicklung gut, machen die Aufgabe dadurch aber auch entsprechend anspruchsvoll.

Zu jedem Game gehören zahlreiche Komponenten, ob es sich nun um ein Multiplayer-Rollenspiel oder ein neues Spiel für Slotmaschinen handelt. Programmcode in verschiedenen Programmiersprachen, Grafik, künstliche Intelligenz, Steuerung, Sound und Leveldesign sind die Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches Spiel. Die Spieleentwickler beschäftigen sich dabei in erster Linie mit dem Programmieren. Wer kein ausgeprägtes Interesse an Informatik und Mathematik hat, wird sich hier schwer tun. Der Spieleverlauf an sich wird üblicherweise von Game-Designern oder Autoren bestimmt, die den kreativen Ablauf entwerfen, der dann technisch von den Entwicklern umgesetzt wird.

Obwohl auch ein Seiteneinstieg möglich ist, bieten sich branchenentsprechende Studiengänge zum Thema Gaming an. Private Einrichtungen sind inzwischen ebenfalls auf dem Markt, zum Beispiel die Games Academy in Berlin.

Gehälter variieren, und etliche Entwickler und Designer arbeiten freiberuflich oder mit Kurzzeitverträgen. In Deutschland liegt das Durchschnittsgehalt eines Spieleprogrammierers bei etwa 47.000 Euro im Jahr.

Technisch interessiert müssen auch die Fachkräfte für Automatenservice sein, die das Spiel an den Slotmaschinen überwachen, höhere Gewinne auszahlen, Geld wechseln und dafür sorgen, dass die Maschinen einwandfrei funktionieren beziehungsweise rasch in Ordnung gebracht werden. Einige Casinos bieten in diesem Bereich eine zweijährige Ausbildung an.

Kassierer verwalten und wechseln Jetons und Bargeld und sind bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Ihnen übergeordnet sind die Cash Desk Supervisor, obwohl die Bezeichnung variieren kann. Sie behalten alle finanziellen Transaktionen innerhalb der Spielbank im Auge und sind zudem für die Abrechnung des Geldverkehrs zuständig.

Sogar Beamte sind in etlichen Casinos zu finden. Zwar sind im Gegensatz zu Deutschland die österreichischen Casinos nicht staatlich, aber die Lizenzen werden vom Staat verteilt, und die Länder kassieren kräftig mit. In Deutschland hat das dazu geführt, dass ein Finanzbeamter jeden Tag anwesend sein muss, damit das Casino seine Pforten öffnen darf. Außerdem kann der Beamte dann gleich kontrollieren, dass der staatliche Anteil auch sofort in den öffentlichen Säckel fließt.

Selbst spielen dürfen Mitarbeiter der Casinos an ihrem Arbeitsplatz allerdings nicht.

Überhaupt wird auf Sicherheit größten Wert gelegt. Sicherheitsfachkräfte stellen ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Berufsgruppe dar. Surveillance und Security sind die Stichworte. Das Sicherheitspersonal achtet nicht nur vor Ort auf verdächtige Personen, sondern überwacht auch auf Monitoren und mit modernster Sicherheitstechnik das Geschehen im gesamten Casino auf etwaige Manipulationen oder Betrugsmanöver. Die meisten Sicherheitskräfte haben deshalb außer ihrem Training im Bereich Sicherheit auch eine technische Ausbildung hinter sich.

Mehr als 5000 Mitarbeiter hat die Gruppe Casinos Austria mittlerweile. Westspiel in Deutschland beschäftigt in seinen Casinos inzwischen um die 1000 Mitarbeiter.

Bis auf die Croupiers und Dealer sind alle anderen Berufe auch in anderen Branchen zukunftsträchtig.

Wer an den Tischen ausgebildet ist, hat aber dafür auch international gute Karten. Die Ausbildung beinhaltet das Erlernen der Fachbegriffe auch in mehreren Sprachen, so dass selbst mit begrenztem Fremdsprachenwissen die Arbeit im englisch- oder französischsprachigem Raum kein Problem ist.

Traumziel vieler Casinoangestellter sind noch immer die großen Namen der Branche wie Monte Carlo und Las Vegas. Allein im MGM Grand Hotel & Casino Las Vegas sind 9.300 Mitarbeiter nur im Casino beschäftigt.

Das Bellagio in  Las Vegas ist Gastgeber für die World Poker Tour und bringt es auf 8.200 Mitarbeiter, die für die auf 2000 Quadratmeter verteilten 47 Pokertische und 2.300 Automaten zuständig sind.

Im Vergleich dazu sind die europäischen Casinos winzig. Dafür geht es in Wien, Zürich, Baden Baden und den anderen Städten klein, aber fein zu.

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