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Pressemeldung | Die Nachfrage nach der 4-Tage-Woche steigt in ganz Europa

  • Über die Hälfte (56%) der europäischen Arbeitnehmer würden sich für eine viertägige Arbeitswoche entscheiden
  • Die Arbeiternehmer sind jedoch über die Umsetzungsform gespalten. 78% würden sich dafür entscheiden, an den vier Tagen länger zu arbeiten, während 22% einen Teil ihres Gehalts opfern würden

Über die Hälfte der europäischen Arbeitnehmer (56%) würden sich für eine viertägige Arbeitswoche entscheiden, wenn sie die Wahl hätten. Dies zeigt eine neue ADP®-Studie mit über 10.000 europäischen befragten Mitarbeitern. Die Befragten teilen sich, hinsichtlich der Auswirkungen auf ihre Gesamtstunden und das Gehalt jedoch in zwei Gruppen auf. Drei Viertel (78%) gaben an, dass sie es vorziehen würden, an vier Tagen länger zu arbeiten, um das gleiche Gehalt zu verdienen. 22% würden die Normalarbeitszeit bei reduziertem Entgelt bevorzugen.

Die ADP Workforce View 2019 befasst sich mit den wichtigsten Themen, mit denen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber in ganz Europa derzeit beschäftigen. Die Idee der viertägigen Arbeitswoche hat sich in den letzten Jahren weiter durchgesetzt. Berichte geben an, dass sie die Produktivität revolutionieren, die Work-Life-Balance der Mitarbeiter verbessern und den Stress senken kann. Angesichts der steigenden Nachfrage der Mitarbeiter deuten die Zahlen darauf hin, dass Arbeitgeber die Idee ernst nehmen sollten.

Die Vier-Tage-Woche ist in Europa bei denjenigen am beliebtesten, die sich in der mittleren Phase ihrer Karriere befinden, wobei mehr als die Hälfte derjenigen im Alter zwischen 35 und 44 Jahren (59%) angaben, dass sie sich für diese Arbeitsweise entscheiden würden – Gründe dafür könnten die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sowie andere Verantwortlichkeiten sein. Die Mehrheit dieser Gruppe möchte ihr Lohnniveau beibehalten (46%), während die Millennials überwiegend eine Gehaltskürzung für weniger Stunden in Anspruch nehmen möchten, wobei 15% der 16 bis 34-Jährigen diese Option wählen.

Von den Befragten in Deutschland bevorzugen die meisten so weiter zu arbeiten wie bisher. Dem stimmen die 16 bis 24-Jährigen mit 58,50% zu, direkt gefolgt von Arbeitnehmern der Altersgruppe 55+ mit 51,60% und den 45 bis 54-Jährigen mit 47,5%. Bei den 25 bis 34-Jährigen würden die meisten (45%) ebenfalls weiter so arbeiten wie bisher. 35,8% bevorzugen hingegen die 4-Tage-Woche zum üblichen Gehalt. Nur die 35 bis 44-Jährigen entscheiden sich überwiegend (41%) für das aktuelle Gehalt bei längerer Arbeitszeit an vier Tagen.

Die Idee einer viertägigen Arbeitswoche ist bei den Beschäftigten in Spanien (63%), Großbritannien (61%), den Niederlanden (61%) und Frankreich (60%) am beliebtesten, während nur 38% der polnischen Arbeitnehmer in Versuchung geraten. In Großbritannien entscheiden sich 16% der Arbeitnehmer für eine viertägige Woche zu einem reduzierten Lohn, doppelt so viel wie in Polen (8%). In Deutschland würden rund 46% weiterhin so arbeiten wollen, wie bisher. Die andere Hälfte teilt sich in den Großteil auf, der an vier Tagen zum gleichen Gehalt bei zunehmender Stundenzahl arbeiten würde (ca. 39%) und in diejenigen, die vier Tage für weniger Gehalt arbeiten wollen (ca. 15%).

Schaut man sich die Verteilung nach Berufsbranchen an, würden die meisten Befragten im Bereich Architektur, Ingenieurswesen und Baugewerbe mit 60% weiterarbeiten wie bisher, gefolgt von Retail, Catering und Leisure mit rund 51%. Für eine 4-Tage-Woche mit gleichem Gehalt wären hauptsächlich Mitarbeiter aus er Dienstleistungsbranche (44,90%), dem Gesundheitswesen (44,50%) und dem Bereich Sales, Medien und Marketing (45,20%). Da in Deutschland insgesamt nur die Minderheit an Befragten für weniger Gehalt an vier Tagen arbeiten will, sind auch die Zustimmungen aus Branchensicht deutlich geringer: Die höchste Zustimmung findet das Modell in den Bereichen IT und Telekommunikation mit 26,70% sowie Kunst und Kultur mit 20%. Hingegen würden nur 4% aus dem Bereich Architektur, Ingenieurswesen und Baugewerbe das Modell annehmen, wenn sie könnten.

Erwartungsgemäß fällt auch die Einstellung unter den einzelnen Bundesländern zu der 4-Tage-Woche unterschiedlich aus: Die höchste Zustimmung für das standardgemäße Arbeitsmodell findet sich im Saarland (61,50%), in Bremen (60%) und in Berlin (54,80%). Die größte Zustimmung für das gleiche Gehalt an vier Tagen zu arbeiten, findet sich mit 54,30% in Rheinlandpfalz und jeweils rund 49% in Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Die dritte Option – an vier Tagen für ein geringeres Gehalt zu arbeiten – präferieren Arbeitnehmer in Hessen mit 24,70% und mit rund 20% in Bremen und Niedersachsen.

Steven van Tuijl, Managing Director ADP Germany & Poland, kommentierte: „Da Produktivität, Work-Life-Balance und Arbeitsplatzvielfalt als geschäftsentscheidende Themen in ganz Europa diskutiert werden, könnte eine kürzere Woche die Lösung sein. Studien haben gezeigt, dass Mitarbeiter in vielen Fällen genauso viel erreichen und eine bessere Work-Life-Balance erzielen können. Dies ist eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Dieser Ansatz hilft bei der Gestaltung eines Arbeitsplatzes, der für Menschen besser geeignet ist und zu den widersprüchlichen Verantwortlichkeiten in ihrem Leben passt. Eine viertägige Woche kann einen großen Beitrag zur Schaffung einer besseren Arbeitswelt leisten, in der jeder beruflich und persönlich sein volles Potenzial entfalten kann.“

Er sagt weiter: „Es gibt auch Anzeichen dafür, dass eine viertägige Woche dazu beitragen kann, die Gendervielfalt am Arbeitsplatz zu verbessern, indem es Paaren erleichtert wird, familiäre Verpflichtungen zu bewältigen und so mehr Frauen die beruflichen Möglichkeiten voll ausschöpfen können. Dies ermöglicht jedem, die eigene Leidenschaft bei der Arbeit zu verfolgen und gleichzeitig ein erfülltes Zuhause zu schaffen, während dem Büro eine größere Vielfalt verliehen wird. Letztendlich ist es ein Gewinn für das Wohlbefinden und das Engagement der Mitarbeiter – zwei zunehmend wichtige Faktoren für den Erfolg moderner Unternehmen.“

Weitere Informationen finden Sie hier im Bericht „The Workforce View in Europe 2019“.

 


Über die Studie

„The Workforce View in Europe 2019“ untersucht die Einstellung der Mitarbeiter zur Zukunft der Arbeit. Die Untersuchung für ADP wurde im Oktober 2018 von der unabhängigen Marktforschungsagentur Opinion Matters durchgeführt. Die Stichprobe bestand aus 10.585 erwerbstätigen Erwachsenen in acht europäischen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich.

Über ADP (NASDAQ – ADP)

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