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7 Lektionen für erfolgreiches Corporate Blogging

Jeder spricht von Corporate Blogging und viele versuchen es auch bereits. Der gewünschte Erfolg stellt sich jedoch meist nicht ein. Bei den einen scheitert es an der Strategie, bei den anderen an der Organisation. Fast alle haben ein Problem mit relevantem Content und bei manchen happert es sogar an der Motivation. Hier sind daher 7 Lektionen für erfolgreiches Corporate Blogging:

Lektion 1: Holen Sie sich das Engagement der verantwortlichen Personen

Die beste Möglichkeit, einen Corporate Blog kontinuierlich zu füllen und aktuell zu halten, ist jene, Ihre Mitarbeiter regelmäßig bloggen zu lassen. Diese Idee könnte bei Ihren Mitarbeitern womöglich zu Beginn genervtes Augenrollen auslösen – umso wichtiger ist es, die Mitarbeiter zum Bloggen zu motivieren und ihnen auch Anreize für relevante Blogposts zu bieten. Und nichts motiviert mehr, als wenn der Vorgesetzte selbst in die Tasten klopft und sein Statement in Blog-Form abgibt.

 

Lektion 2: Bestimmen Sie einen Blogging-Administrator

Definieren Sie einen Hauptverantwortlichen für den Blog, der dafür sorgt, dass:

  • jeder seinen Blog-Post am vereinbarten Tag abliefert
  • jeder Spaß daran hat, zu bloggen
  • jeder angehalten wird, Best Practices zu bloggen und sich über effektive Blogging-Strategien Gedanken zu machen.

Hilfreich ist es auch, einen wöchentlichen Statusreport auszusenden, um die Blogger motiviert zu halten. Dieser Report inkludiert beipielsweise:

  • Eine Liste der ‚Top-Blogger der Woche’ (gelistet nach Pageviews)
  • Die Top-Keywords, die den Blogtraffic gesteigert haben
  • Generelle Erkenntnisse über die Traffic-Quellen

Solch ein Report kann Ihre Blogging-Bestrebungen innerhalb kürzester Zeit zu einem spannenden, wöchentlichen Wettbewerb unter Ihren Mitarbeitern machen – denn wer möchte nicht gerne ‚Blogger der Woche’ sein?

 

Lektion 3: Erstellen Sie einen redaktionellen Zeitplan

Wenn plötzlich ein großer Personen-Pool an Ihrem Blog schreibt, ist es wichtig, ein System zu integrieren, um die Abläufe organisieren zu können. Ein redaktioneller Plan kann dabei helfen. Hier ein Beispiel für einen Redaktionsplan:

Es gibt 5 Teams für 5 Wochentage und unterschiedliche Themenschwerpunkte im Unternehmen. Montags bloggen die Marketingleute, Dienstags die HR-Abteilung, am Mittwoch gibt’s Infos der Geschäftsführung, Donnerstags bloggt jemand aus der Produktion oder dem Projektteam und am Freitag gibt es Neuigkeiten vom Vertrieb. Jedes Team ist angehalten, sich Gedanken über das Thema der nächsten Woche zu machen, es in den Redaktionsplan einzutragen und sich auch daran zu halten.

 

Lektion 4: Machen Sie einen Blogging-Contest

Es trifft vielleicht nicht auf jedes Unternehmen zu, aber in vielen Firmen sind die Mitarbeiter untereinander sehr wettbewerbsfähig. Mit diesem Hintergrund könnten Sie unter Ihren Mitarbeitern einen Blogging-Wettbewerb veranstalten. Dauer: eine Arbeitswoche. In dieser Woche versucht der Blogging-Administrator 5 Teams zum Bloggen zu animieren und weißt unterdurchschnittliche Blogposts ab, bis sie qualitativ hochwertig und verwertbar sind.
Die Regeln sind einfach:
 Jedes der fünf Blogging-Teams bloggt gegeneinander. Um sich zu qualifizieren, musste jeder Mitarbeiter mindestens 7 Standard Blogposts in der Wettbewerbs-Woche einreichen. Jenes Team, das zwei der drei folgenden Kategorien gewinnt, ist auch Gewinner des Wettbewerbs.

  • Durchschnittliche Anzahl der Posts pro Person im Team.
  • Durchschnittliche Anzahl der Pageviews pro Person im Team.
  • Eine dritte Person selektiert die Top 10 Blog-Posts.
  • Das Team mit den meisten ausgewählten Blog Posts gewinnt.

Ein Wettbewerb ist nicht nur eine gelungene Abwechslung im Arbeitsalltag, er animiert Ihre Mitarbeiter auch dazu, regelmäßig qualitative Blogposts zu schreiben.

 

Lektion 5: Schreiben Sie für Ihre Zielgruppe

Am Beginn Ihrer Blogging-Bestrebungen werden Ihre Anforderungen noch etwas lose sein. Sie werden Ihre Blogger vielleicht ermutigen können, über Ihre Interessen im Zusammenhang mit dem Unternehmen – gespickt mit einigen SEO-Keywords – zu schreiben, um eine hohe Reichweite zu erzielen. Mit der Zeit wird es allerdings wichtiger, auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden einzugehen und maßgeschneiderten Content zu produzieren. Dafür ist es wichtig, zu recherchieren und wirklich zuzuhören, was Ihre Kunden hören, lesen oder sehen wollen. Eine zeitaufwändige Aufgabe, aber notwendig, um relevanten und werthaltigen Content zu erzeugen.

 

Lektion 6: Optimieren Sie Ihren Blog für Suchmaschinen

Natürlich geht es beim Bloggen auch darum, den Content Suchmaschinen-tauglich zu gestalten. Beispielsweise durch die Verwendung von relevanten Keywords im Blogtitel und in den Überschriften. Oder durch die Verwendung von Alt-Tags und Meta-Tags, was in den meisten Fällen bereits das CMS-Programm übernimmt.

 

Lektion 7: Bewerben Sie Ihren Blog

Dass Ihr Blog erfolgreich ist, hängt natürlich auch maßgeblich davon ab, wie gut Sie ihn bewerben. Hier einige Tipps, wie Sie für Ihre Blogposts die Werbetrommel rühren:

  • Erstellen Sie eine wöchentlichen E-Newsletter, mit den besten Blog-Posts der Woche
  • Halten Sie Ihre Mitarbeiter an, die erstellten Blog-Posts auch via Twitter, Facebook , RSS oder Xing an die Zielgruppen und Leser zu streamen.
  • Sinnvoll ist auch, an thematisch passenden Diskussionen auf LinkedIn oder XING teilzunehmen oder einflussreiche Blogs in Ihrem Umfeld zu kommentieren.

 

Wie geht Ihr Unternehmen mit Corporate Blogging um? Welche Tipps und Tricks können Sie mit den Lesern des HRweb teilen? Die Blog-Funktion hier gibt Ihnen Gelegenheit, direkt mit den Lesern in Verbindung zu treten!

 

Gastautorin: Barbara Mistlberger ist ausgebildete Journalistin, Expertin für HR-Themen und bei Fokus Marketing zuständig für Content Marketing, PR und Social Media.

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3 Kommentrare

  1. recruiter am

    Erstaunlicher Weise funktioniert es viel besser, einen Corporate Blog am Leben zu erhalten und Mitarbeiter zu motivieren, mitzuschreiben, als es beispielsweise bei Firmenzeitungen der Fall ist. Beiträge in Firmenzeitungen zu schreiben, bedeutet oft, den Mitarbeitern einen Artikel „aufs Auge zu drücken“ der dann als große Bürde empfunden wird. Wobei ich sagen muss, dass die Altersgruppe jener, die sich für das Bloggen begeistern lassen, eindeutig jünger ist als jene, die in Firmenzeitungen schreiben würden.
    Aber das gehört wohl zum Parallelartikel über die „Generation Y“.

  2. Beidernikl am

    Der Satz in Lektion 2 klingt SEHR einfach: „Definieren Sie einen Hauptverantwortlichen für den Blog, der dafür sorgt, dass jeder Spaß daran hat, zu bloggen.“
    Gibt es hier ein paar Beispiele der Autorin?

  3. Barbara Mistlberger am

    Lieber Herr Beidernikl, vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Frage: Was in der Lektion einfach klingt, kann auch einfach sein, wenn die Strukturen im Hintergrund stimmen. Natürlich kommt es auch darauf an, welche Strukturen im Unternehmen gegeben sind. Handelt es sich um einen großen Konzern, gibt es höchstwahrscheinlich eine oder mehrere Personen, die für Public Relations zuständig sind. Und weitere Personen, die sich für Personalmarketing/-wesen verantwortlich zeigen. Nun gilt es aus diesen Personen ein Redaktionsteam zu gründen und einen Chefredakteur zu bestimmen, der den Content koordiniert und die Mitarbeiter zum Bloggen motiviert. Ähnlich wie bei einer Zeitung muss der Chefredakteur herausfinden, welche Mitarbeiter aus welchen Bereichen gerne und gut schreiben und sie auch über Themen schreiben lassen, von denen Sie etwas verstehen und wozu sie etwas zu sagen haben. Bei mittelständischen Unternehmen kann die Funktion der Redaktion auch an Contentexperten ausgelagert werden.

    Motivationsanreize für Mitarbeiterblogging sind beispielsweise Wettbewerbe oder Bonussysteme. Vielen Mitarbeitern genügt es jedoch bereits, wenn ihr Name unter dem Blogartikel erscheint.

    Ein konkretes Beispiel für ‚Spaß am Bloggen‘ können Sie unter Lektion 4 – Blogging Contest – lesen. In einem meiner früheren Unternehmen wurde der Motivationsfaktor so gelöst, dass der Mitarbeiter mit den meisten Blogs/Jahr bei der Weihnachtsfeier öffentlich mit einem Thermengutschein belohnt wurde. Der Kreativität sind hier also keine Grenzen gesetzt…

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