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Corona-Chance | Investment in Employee Experience (EX)

Die aktuelle Ausnahmesituation trifft alle. Die einen besonders hart, die anderen weniger, manche so gut wie gar nicht – zumindest wirtschaftlich gesprochen. Doch bei aller Ungewissheit und Unsicherheit gibt es gewisse Konstanten, die vor, während und nach der Krise relevant sind.

Es gibt Dinge, die ändern sich nicht (wirklich). So beispielsweise die Wichtigkeit von Employee Experience, und damit die Frage von Mitarbeiterloyalität und Zufriedenheit oder auch die Attraktivität als Arbeitgeber.

Autor: Maximilian Lammer (www.lammer.org)

Der große Trend (lt. LinkedIn 2020) hört wegen Corona nicht auf, sondern ist und bleibt extrem wichtig – jetzt vielleicht sogar mehr denn je, insbesondere dann wenn große Teile der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt werden mussten oder wir uns gerade an das Home Office gewöhnt haben.

Zeit JETZT nutzen

Warum aber nicht die Zeit nutzen? Um über dieses wichtige Thema zu reflektieren, Feedback einzuholen, nachzufragen und Schlüsse daraus zu ziehen. Der Zeitpunkt bietet sich an, etwas zur Verbesserung und Optimierung des “Erlebnis Job” in unseren Organisationen zu tun, um damit gestärkt und bestens gerüstet in den Restart und den Aufschwung zu gehen.

Die guten Gründe für die aktive Gestaltung von Employee Experience haben sich nämlich definitiv nicht geändert: EX ist entscheidend, wenn es darum geht bestehende Mitarbeiter zu halten, attraktiv zu sein als Arbeitgeber für Talents und wechselwillige Professionals, ein Innovations-freundliches Klima, besonders gute Customer Experience und langfristig die Gesundheit der Menschen im Unternehmen. Der Impact von EX auf Kennzahlen wird auch nach der Krise wieder nachweisbar sein, wenn wir in einen “neuen” Normalzustand gekommen sind bzw. auch auf dem Weg dahin.

Jetzt nach Feedback fragen

Der Vorschlag lautet: Jetzt die Zeit nutzen, um sich mit dem strategisch wichtigen Handlungsfeld des Employee Experience Management zu beschäftigen. Fangen Sie damit an, die Mitarbeiter zu befragen. Schaffen Sie eine Datengrundlage, von der weg man arbeiten kann.

Wie gut wissen wir, wie es unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wirklich geht? Fragen wir sie gerade jetzt regelmäßig danach? Wie haben sie die Umstellung verkraftet? Beispielsweise vieconsult unterstützt ab sofort mit einem kosenfreien Pulse-Check oder das österreichische HR-Startup Teamecho  bietet dazu gerade gratis eine Möglichkeit an, um einzusteigen. Viele Unternehmen haben diese Gelegenheit bereits genutzt. Ein regelmäßiges Feedback ist essentieller Bestandteil von Employee Experience Management, um Veränderungen schneller wahrzunehmen, reagieren zu können, aber auch um den Fortschritt zu messen.

Welcher Arbeitgeber soll das Unternehmen zukünftig sein?

Ein wichtiges Element ist auch die sogenannte Employer Vision – also die Zielsetzung und Perspektive auf ein gewünschtes Optimum als Arbeitgeber. Vielleicht etwas höher angesetzt als tatsächlich erreichbar, und jedenfalls idealtypisch beschrieben – das ultimative Ziel. Das ist eine gute Leitlinie für die weiteren Maßnahmen und Aktivitäten zur Verbesserung der Employee Experience. Das lässt sich online bzw. remote jedenfalls bewerkstelligen.

Anschließend werden die entscheidenden Momente aus Sicht der Mitarbeiter für das jeweilige Unternehmen gesammelt, beschrieben und priorisiert – die sogenannten “moments that matter”. Das lässt sich ebenfalls online machen. Danach geht es darum, diese Momente aktiv zu gestalten bzw. zu designen – natürlich MIT den Mitarbeitern – nicht für sie. Auch das geht online.

Dieses Involvement, dieser gemeinsame Prozess der Weiterentwicklung in einer schwierigen Zeit stärkt den Zusammenhalt und die Loyalität. Dieses zu jeder Zeit wertvolle Investment in Employee Experience kostet wenig oder gar kein Geld. Der Ertrag wird sich aber jedenfalls rechnen.

Carpe diem.

 


Gast-Autor

Maximilian Lammer unterstützt Unternehmen bei der aktiven Gestaltung und Implementierung besserer Employee Experience – von der Inspiration, über Methoden bis zur Umsetzung. Er ist außerdem Co-Founder von Talent Garden in Österreich, Initiator von Innovation to Company, der Startup-Challenge der WK Wien, und unterrichtet an Universitäten und bei Corporates zu New Work, Digitalisierung und Innovationsmanagement.
www.lammer.org, contact@lammer.org


 

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2 Kommentrare

  1. Gerd Beidernikl am

    Spannender Artikel. Und danke, dass Sie unser Angebot an Unternehmen erwähnt und aufgegriffen haben.

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