Wenn sich eine berufliche Entscheidung nach dem Start in den neuen Job schnell enttäuschend oder falsch anfühlt, fragen sich Karrierewillige, wie sie damit umgehen sollen.
Ist es besser, zu bleiben und abzuwarten, wie sich die neue berufliche Position entwickelt oder sollten Sie rasch wieder gehen?
Realitäts-Check
Machen Sie zunächst einen Realitäts-Check, was Sie als störend und falsch an dem neuen Job empfinden:
- Passen die Werte des Unternehmens und die gelebte Kultur nicht zu Ihren eigenen Wertvorstellungen, ist ein baldiger Jobwechsel oft unausweichlich.
- Stellen sich Rolle, Tätigkeiten oder Arbeitszeiten zunächst als anders als besprochen, unklar oder nicht passend heraus, kann es sinnvoll sein, rasch mit Ihrer Führungskraft zu sprechen und Klarheit zu schaffen, wie die Rahmenbedingungen für Ihren Job verändert oder angepasst werden können.
- Sind Sie überfordert von den Eindrücken und Anforderungen des neuen Jobs, dann geben Sie sich Zeit für die Einarbeitung. Haben Sie nicht zu hohe Erwartungen an sich selbst. Gehen Sie auf die Führungskraft und das Team zu, suchen Sie Kontakt, stellen Sie viele Fragen. Falsche Zurückhaltung ist in den ersten Arbeitswochen fehl am Platz.
- Geht es Ihnen gesundheitlich schlecht, fühlen Sie sich psychisch sehr belastet durch den neuen Job, die neue Arbeitssituation oder das Team, dann könnte das ein Alarmzeichen sein. Eine gesundheitliche Belastung kann darauf hindeuten, dass der neue Job nicht passend ist oder die Rahmenbedingungen (z.B. die Anforderungen, Führungskultur, etc.) dafür rasch geändert werden sollten.
Im neuen Job bleiben oder gehen?
Nicht jede berufliche Fehlentscheidung und nicht jeder Job, der sich nicht richtig anfühlt, muss unmittelbar zu einem Jobwechsel führen. Und manchmal ist der „Umweg“ über einen falschen Job sogar sehr nützlich für die weitere berufliche Karriere.
Argumente für den Verbleib
Argumente für den Verbleib in einem nicht (ideal) passenden Job könnten sein:
- Gute Lern- und Arbeitserfahrungen und Aufbau neuer Kompetenzen durch die Übernahme neuer Aufgaben oder Verantwortungsbereiche
- Sicherheit des Arbeitsplatzes und gutes Einkommen
- Der Job ist ein sinnvoller Zwischenschritt oder ein Sprungbrett in die richtige Position oder Branche
- Sie brauchen noch Zeit, um Klarheit zu gewinnen, wie Ihr künftiger Traumjob tatsächlich gestaltet sein soll.
- Sie warten ab, ob Sie bessere Jobangebote oder Alternativen zur aktuellen Position finden.
Wenn Sie also in einem vermeintlich „falschen“ Job landen, dürfen Sie das künftig anders bewerten: Es ist kein Scheitern bei der Berufswahl, sondern ein Schritt, der Sie Ihrem eigenen Weg näherbringt.
Berufliche Fehlentscheidungen | Warum diese nützlich für die Karriere sein können




