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Teamimpuls

KI macht produktiver. Und nervöser. | Warum „Angstfreude“ unsere Arbeitswelt trifft

9Jun2026
3 min
KI Angstfreude

HR-Know-how aus der Praxis für die Praxis

Inhalt

KI verändert unser Leistungsverständnis, unsere Zusammenarbeit und unsere Entscheidungsfindung. Wer die Challenge annimmt, kann als People & Culture verantwortliche Person aktiv gestalten.

Gast-Autorin: Karin Krobath

KI macht uns nicht nur schneller. Sie macht uns auch unsicherer. Genau dieses Spannungsfeld beschreibt das neue Whitepaper „Angstfreude“ von Karin Krobath (identifire®) und Axel Ebert (wortwelt®): dieses gleichzeitige Staunen über das, was möglich ist und das Unbehagen darüber, was es über die eigene Arbeit aussagt.

Karin Krobath, Axel Ebert, Identifire

Jetzt führen alle

Mit KI wird Führung demokratisiert. Nicht nur Führungskräfte, sondern alle Mitarbeitenden werden zu „People Leads“ ihrer künstlich-intelligenten Assistenten. Die Sachbearbeiterin führt ihre KI wie eine brillante, vielwissende, unerfahrene Mitarbeiterin. Der Ingenieur mit dreißig Berufsjahren merkt, dass seine Erfahrung nicht überflüssig wird, sondern zum entscheidenden Prüfstein. Axel Ebert: „Menschen werden ihre Jobs am ehesten an jemanden verlieren, der KI gut einsetzen kann. Das ist keine Drohung. Das ist eine Einladung.“

Wer Kultur messen will, kann sie zerstören

KI-Systeme scannen bereits heute Kommunikationskanäle und erkennen Muster: Frustration, die sich aufbaut. Teams, die still werden. Das klingt nach Fürsorge, und ist es auch, wenn es gut gemacht ist. Aber wer den Gedanken zu Ende denkt, landet bei Metternich. Der österreichische Staatsmann des 19. Jahrhunderts hat kein Überwachungssystem durch Gewalt errichtet, sondern durch Vorauswissen. KI-gestützte Stimmungsanalyse funktioniert nach derselben Logik. Nicht böswillig. Nicht absichtlich. Aber strukturell. Die Frage ist nicht nur: Was machen wir mit dem, was wir sehen? Sondern: Wer darf es sehen? Und wer nicht.

Markenwerte gehören in den Prompt, nicht ans Schwarze Brett

Mit KI entsteht ein neues Artefakt: der Masterprompt. Einmal eingestellte Markenwerte, Führungsprinzipien und Tonalität wirken in jedem Output: vom Kundenmail bis zur Stellenanzeige. Zum ersten Mal wird Unternehmenskultur iterierbar. Nicht als Jahresthema. Als tägliche Arbeit. Das ist der Moment, auf den People & Culture seit Jahren gewartet hat.

Verlernen als Dauerzustand

KI macht sichtbar, was auf Autopilot läuft: Meetings, die niemand braucht, Prozesse, die niemand mehr versteht. Das ist Unlearning. „Aber darunter liegt etwas Härteres: das permanente Umlernen als Grundrauschen. Jede Plattform, jedes Tool lernt täglich dazu. Das erschöpft anders als Wandel. Weil es keine Ziellinie gibt.“, erklärt Karin Krobath. „Die eigentliche Führungsaufgabe ist nicht, KI einzuführen, sondern den Raum zu schaffen, in dem permanentes Umlernen zur Kultur wird statt zur stillen Überforderung.“

Was zehn People & Culture Verantwortliche sagen

Die Interviews mit HR-Profis u.a. aus Telekommunikation, Finanz und Industrie zeigen: Niemand wartet ab. Erste Agents ziehen in den Alltag ein. Und gleichzeitig wächst FOBO (Fear of Becoming Obsolete). Kontextfähigkeit und Urteilskompetenz werden zum Muskel, den man trainieren muss. Wer das nicht tut, nickt KI-Vorschläge durch und nennt es Effizienz. Der neue Leistungsbegriff ist nicht der makellose Output, sondern der ehrliche Weg dorthin.

Methode: kein Handbuch. Ein Denkraum

Statt klassischer Befragung haben Axel Ebert und Karin Krobath Claude, Gemini und ChatGPT auf 2035 gepromptet und ihre Beschreibungen unserer Arbeitswelt mit Praxisstimmen verwoben. Dazu haben sie Ada einfach eingestellt: Ada KI, vom Jobinterview bis zum Exit. Das Ergebnis: 12 Schauplätze, 10 Findings, 5 Employee-Experience-Berichte einer KI-Mitarbeiterin, die brillant war, gelegentlich falsch und immer selbstsicher.

Das Whitepaper „Angstfreude“ ist ab sofort verfügbar unter identifire.at

KI macht produktiver. Und nervöser. | Warum „Angstfreude“ unsere Arbeitswelt trifft

Gast-Autorin

Dr. Karin Krobath ist Gründungspartnerin von identifire®, Österreichs erster Agentur für Employer Branding und Corporate Culture. Seit 20 Jahren arbeitet sie daran, Marken von innen heraus stark zu machen – mit klaren Positionierungen, starken Formaten und Learning Journeys für Innovationsbegeisterte.

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