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Visualisierung statt verpuffender Worte

Erfolge sichtbar machen

Angenommen, ich zähle Ihnen alle Erfolge auf, die ein einzelner Mitarbeiter oder das Unternehmen in der letzten Periode – sei es ein Quartal oder Jahr – erzielt hat. Gestiegene Umsatzzahlen, gewonnene Neukunden, erfolgreiche Projekte, verbesserte Kommunikation im Team, schlankere Arbeitsprozesse, höhere Produktivität,… Es ist ein bisschen wie beim Kofferpacken – wie viel würden Sie sich merken?

Oft werden Erfolge gar nicht kommuniziert, was besonders schade ist. Jeder Mental-, Lebens- und Erfolgscoach wird Ihnen versichern wie wichtig es ist, sich seiner Meilensteine bewusst zu sein und wie entscheidend es ist, dass Sie das, was bereits geschafft ist im Kopf behalten. Doch selbst wenn wir es tun, wenn wir Mitarbeitern zum Beispiel beim Mitarbeitergespräch sagen, was sie und das Unternehmen geschafft haben – wie viel davon bleibt? Und wie könnte man Ihrem Gedächtnis auf die Sprünge helfen?

Wörter sind schnell gesagt und schnell vergessen. Bilder bleiben. Daher lautet das Zauberwort Visualisierung. Dazu brauchen Sie nicht zwangsläufig perfekt gestaltete Grafiken einer hochbezahlten Werbeagentur. Eine einfache Skizze, die Sie selbst im Handumdrehen erstellen können, reicht vollkommen. Suchen Sie sich für die wichtigsten Punkte jeweils ein einfaches Symbol und halten Sie so die Resultate langfristig fest. Im Folgenden werden ein paar einfache Methoden vorgestellt – für welche Sie sich entscheiden spielt in Wirklichkeit keine Rolle. Sobald die Inhalte bildlich festgehalten sind, beginnen sie zu wirken. Sie selbst, Ihre Kollegen, Mitarbeiter und Personen aus dem ganzen Unternehmen, werden das von Ihnen geschaffene Bild leichter, wesentlich länger und vor allem (denn das macht den Unterschied) mit positiven Emotionen besetzt im Gedächtnis behalten.

Methode 1: Die Skizze

Die persönlichste Form, Erfolge festzuhalten

Machen Sie sich zuerst auf die Suche nach Symbolen, die einfach zu zeichnen sind und deren Bedeutung schnell erfasst wird. Gute Ideen findet man nicht nur im Internet, sondern auch in Bildwörterbüchern. Sammeln Sie ein bis drei Dutzend Symbole, die Sie auch in Zukunft verwenden können, weil Sie so universell sind oder so gut zu Ihrem Geschäftsfeld passen, dass Sie sie wiederverwenden können. Seien Sie nicht zu streng mit sich und verschwenden Sie nicht unendlich viel Zeit auf der Suche nach dem perfekten Bild. Schnell und einfach sind die Auswahlkriterien.

Wenn Sie Ihre Symbole haben, skizzieren Sie zB. im Mitarbeitergespräch am Papier, was besonders gut lief oder zeigen Sie die Erfolge des ganzen Teams am Flipchart vor größeren Gruppen.

Methode 2: Die Collage

Die erste Wahl für alle, die nicht selbst zum Stift greifen wollen

Sammeln Sie im Internet Bilder, die zu Ihren Meilensteinen passen, drucken Sie sie aus und kleben Sie sie wie eine Collage so zusammen, dass das große Ganze sichtbar wird. Wenn Sie Ihr Bild öffentlich zugänglich machen oder für Werbezwecke einsetzen wollen, achten Sie unbedingt auf die Bildrechte (eine gute Adresse für günstige Bilder, die Sie auch kommerziell nutzen können ist Fotolia).

Denken Sie auch hier daran, Motive zu finden, die Sie auch in Zukunft einsetzen können. Besonders langlebig wird Ihre Sammlung, wenn Sie sie folieren. Dann haben Sie auch den zusätzlichen Vorteil, dass Sie mit Whiteboard-Stiften Beschriftungen und Notizen hinzufügen und wieder abwischen können.

Methode 3: Die Bildersammlung

Die Fertiglösung für alle mit wenig Zeit und hohen Ansprüchen

Wenn Ihnen die Zeit oder die Geduld fehlt um selbst Bilder zu suchen, greifen Sie zu einer bestehenden Sammlung. Im Buchhandel bekommen Sie Postkartensets, Bildkarten und Motivationsbilder im Set mit bis zu 50 verschiedenen Motiven.

Wenn Sie Visualisierung in Ihrem Unternehmen dauerhaft etablieren wollen, lohnt es sich auch, in eine speziell für Sie zusammengestellte Bildersammlung zu investieren. Diese sollte von den Motiven und Farben her auf Ihr Unternehmen abgestimmt sein. Der größte Vorteil dieser individuellen Zusammenstellung ist, dass Sie sie unternehmensintern und -extern auch für Werbezwecke gut nutzen können.

Erfolge, die auch bewusst als solche wahrgenommen und kommuniziert werden, heben die Motivation der Mitarbeiter, stärken die Position Ihres Unternehmens auf dem Markt und schaffen im Team ein Wir-Gefühl. Wer sich seiner Leistungsfähigkeit bewusst ist, hat die Zuversicht, auch in Zukunft hohe Ziele erreichen zu können und die Begeisterung auch andere davon zu überzeugen. So groß kann die Wirkung von „ein paar kleinen Bildern“ sein …

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6 Kommentrare

  1. Ulla Schneider am

    Liebe Frau Lauren,
    das ist ja eine tolle Idee! Bin ganz begeistert und wünschte mir, dieser Beitrag wäre mir schon Jahre früher in die Hände gefallen.

    Meines Erachtens gerade auch in Projektteams hervorragend geeignet, neben der allzeitigen Präsenz im Office auch zur Motivation des Teams in stressigen Zeiten („weißt Du noch, wie es damals vor dem Meilenstein – Erfolg X – war und es hat sich gelohnt!!!“), und um überhaupt etwas Farbe und Leben in den Arbeitsalltag zu bringen. Wie oft stellt man sich zwischendurch mal die Sinnfrage – ein Blick auf die Visualisierung, und schon findet man Antworten.

    Ganz herzlichen Dank für diese Anregung!
    Begeisterte Grüße
    Ulla Schneider

  2. Jens am

    Danke für den Tipp mit den fix-fertigen Bildern, denn ohne Zeichen-Talent sind diese hübsch aus dem Ärmel geschüttelten Flipcharts einfach nicht drin. Ja, Bilder verdenden, das kann sogar ich!
    Liebe Grüße, Jens

  3. Lana Lauren am

    Liebe Frau Schneider,

    Ich freue mich, dass Sie den Kern der Idee so schön in eigene Worte gefasst haben – Projektteams sind ein hervorragendes Beispiel, wo es immer wieder wichtig ist sich auch bewusst zu werden, was eigentlich schon geschafft ist. Die Motiation, die dadurch entsteht ist tausendmal höher, als es hohle „Wir schaffen das!“ Parolen ohne Bezug zur Projektgeschichte je sein können.

    Es ist immer schön, wenn neue Ideen auf so offene und begeisterte Ohren / Augen stoßen! Danke für das Feedback.

    liebe Grüße und augezeichnete Erfolge
    Lana Lauren

  4. Lana Lauren am

    Lieber Jens,

    Ja, Fertigbilder sind eine großartige Schnell-Lösung!
    Das Argument „Ich kann nicht zeichnen“ kann ich aber leider nie gelten lassen 🙂

    Erst letzten Montag hat mir eine Teilnehmerin erklärt „Ich kann nicht zeichnen und schön schreiben schon garnicht – und ich werde es auch bestimmt nie lernen“. Eine halbe Stunde (gestoppte 36min) und ein paar kleine Tipps später hat sie so schön geschrieben, dass ich ihre Schrift nicht mehr von meiner unterscheiden konnte und eingeräumt „naja, das mit dem Zeichnen könnte auch noch was werden…“

    Also – nur Mut. Ist alles bloß Technik, nicht Talent.
    Fertigbilder leisten aber auch ganz großartige Dienste, vor allem wenn die verwendeten Motive im Team / Unternehmen einheitlich sein sollen oder mal keine Zeichenfläche zur Hand ist.

    liebe Grüße und große Erfolge beim Einsatz der Bilder
    Lana Lauren

  5. Catrin Trajkovski am

    Hallo Lana,

    Hohes Niveau, as usual. 😉

    Freu mch, wenn du hier mehr veröffentlichen würdest?

    GlG catrin

  6. Lana Lauren am

    Hallo Catrin,

    ich schreibe schon fleißig am nächsten Artikel – um den 15. November gibt es wieder etwas zum Lesen. Bin gestern auf das perfekte Thema gestoßen – basierend auf zwei Artikeln von deutschen Universitäten. Bin selbst ganz gebannt von dem neuen Aspekt der Visualisierung der sich damit auftut… mehr wird noch nicht verraten 🙂

    liebe Grüße und Sonnenschein
    Lana

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