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Wie global ist Englisch wirklich? Und was können Unternehmen tun, damit die Kommunikation auch auf internationaler Ebene funktioniert?

Gast-Autorin: Elke Framson (TransAtlantic Coaching & Training)

INHALT

Sprache ist ein Mittel zum Zweck

Im professionellen Kontext verwenden wir Sprache primär dazu, andere zu informieren und zu überzeugen. Damit uns das gelingt, muss unser Gegenüber verstehen, was wir sagen und meinen. Wir müssen unsere Gedanken auf eine Art und Weise mitteilen, die ankommt und die gewünschte Wirkung erzielt. Gleichzeitig müssen wir selbst auch richtig interpretieren können, was unser Gegenüber uns sagen möchte.

Das alles ist auf globaler Ebene nicht so einfach – und der Erfolg der Kommunikation ist auch bei guten Englischkenntnissen keineswegs garantiert.

Hard, Semi-Soft und Soft Skills

Englisch besteht eigentlich aus drei Skill-Sets:

Die Hard Skills

Das sind die sprachlichen Strukturen und die Grammatik. Diese sind rigide und haben auch auf globaler Ebene hohe Gültigkeit. Englische Verben, zum Beispiel, werden bis auf wenige Ausnahmen überall gleich konjugiert und Wörter werden auf die gleiche Art und Weise zu Sätzen verbunden.

Die Semi-Soft Skills

Dann gibt es sprachliche Elemente, wie etwa die Aussprache oder das Vokabular, die global weniger einheitlich sind. Im amerikanischen Business-Englisch werden zum Beispiel viele Ausdrücke aus der Welt des Sports verwendet. Die Bemerkung „Her suggestion came out of left field“ kann für Menschen aus anderen Ländern unverständlich sein.

Die Soft Skills

Hier geht es darum, wie ich in der Situation handle und wie ich die Sprache verwende. Was gilt als „normal“? Was ist situationsgerecht und wirksam? Wie lehne ich zum Beispiel einen Vorschlag angemessen ab oder worüber kann ich beim Smalltalk reden, ohne andere in Verlegenheit zu bringen? Kommunikationsnormen sind kulturell geprägt und nicht einfach von Kultur zu Kultur übertragbar. Ihre globale Gültigkeit ist eingeschränkt. Kommunikation, die nicht situationsgerecht ist, wird leicht als belustigend oder beleidigend empfunden. Auch für die Person, die den Fauxpas begeht, kann die Situation unangenehm und beschämend sein.

Drei Schritte zu mehr Effektivität

So können Unternehmen ihren Mitarbeitenden helfen, im internationalen Umfeld unangenehme Situationen zu vermeiden und wirksamer auf Englisch zu kommunizieren:

Die Hard Skills ausbauen

Diese bilden die Basis. Je besser sie sind, umso freier ist der Kopf für die Besonderheiten der Interaktion. Wenn man beim Meeting in den USA ständig daran denken muss, wie man den nächsten Satz formuliert, dann bleibt wenig Kapazität für das Zwischenmenschliche und Interkulturelle (aber auch für die Inhalte).

Interkulturelle Kompetenz fördern

Erfolgreiche Kommunikation ist trotz guter Hard Skills nicht garantiert, wenn man weiterhin nur den eigenen Kommunikationsnormen folgt. Möglicherweise betrachtet man die eigene Kultur sogar als überlegen. Mitarbeitende müssen für die Relativität von kulturellen Normen und für die Notwendigkeit des Perspektivenwechsels sensibilisiert werden.

Kulturelle Kompetenz hinzufügen

Ja nach Bedarf braucht es auch kulturspezifisches Coaching, zum Beispiel vor einer Auslandsentsendung, einem Auslands-Event oder wenn man mit Unternehmen aus anderen Ländern kooperiert. Hier geht es um die Semi-Soft und Soft Skills. Mitarbeitende müssen auf die vor Ort gültigen Praktiken und Erwartungen vorbereitet werden und lernen, was man in bestimmten Situationen sagt und tut. Das stärkt auch das Vertrauen, bevorstehende Situationen gekonnt meistern zu können.

„Bei uns können eh alle gut Englisch…“

Dieser Gedanke verleitet leicht zur Annahme, dass bei der Kommunikation nicht viel schieflaufen kann. Wenn es aber darum geht, bestimmte Interessen zu vertreten (z. B. bei einer Verhandlung), gemeinsame Lösungen zu erarbeiten (z. B. im Brainstorming-Meeting) oder vorgegebene Ziele zu erreichen (z. B. bei einer Entsendung), dann werden mangelnde Semi-Soft und Soft Skills rasch zum Problem. Man spürt, dass man beim Gegenüber nicht durch- und ankommt. Es gibt Missverständnisse und die Zusammenarbeit gerät ins Stocken. Negative Meinungen werden gebildet und bestehende Vorurteile verstärkt.

Die sprachlichen Strukturen von Englisch mögen global sein, das Kommunikationswerkzeug Englisch ist es aber nicht. Lokale Communitys sprechen nicht „Global English“. Ihre Kommunikation ist geprägt von tief verwurzelten Gewohnheiten. Je besser wir darauf vorbereitet sind, umso größer sind die Chancen auf erfolgreiche Kommunikation und Kooperation.

Gast-Autorin

Dr. Elke Framson ist Kommunikations-Coach, Interkulturelle Trainerin und die Gründerin von TransAtlantic Coaching & Training. Sie arbeitet mit Führungskräften und Teams, die ihre Kommunikationskompetenzen im Englischen ausbauen und schärfen möchten, um high-stakes Situationen, wie Verhandlungen, Präsentationen, Messen, Auslandsentsendungen usw. sicherer, kompetenter und erfolgreicher meistern zu können.

In den USA spricht man nicht „Global English“

Elke Framson, TransAtlantic
Gastautor | Beiträge von Personen außerhalb des fixen Autoren-Teams

Alle Schreiberlinge, die nicht zur Stamm-Autoren-Runde zählen, subsumieren wir unter "Gastautorin". Sie treten manchmal einmalig auf, häufig auch wiederholt.

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