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Future of Work 2026 | Zwischen KI, Leadership und Menschlichkeit #FOW

22Mai2026
5 min
FOW 2026, LSZ, Franz Kühmayer

HR-Know-how aus der Praxis für die Praxis

Inhalt

Und schon ist die Future of Work 2026 wieder vorbei. Zwei Tage, die unglaublich schnell vergangen sind, und nach denen man mit vielen neuen Kontakten, spannenden Insights und frischen Gedanken nach Hause fährt.

Perfektes Wetter, ein tolles Setting, super Organisation und ein cooles Bühnenbild: Die diesjährige FOW bot den idealen Rahmen für Austausch rund um die Zukunft der Arbeitswelt.

Bereits am ersten Tag führte Franz Kühmayer locker, humorvoll und gleichzeitig pointiert durch das Programm. Die Atmosphäre war offen, unkompliziert und persönlich – man war schnell per Du. Zwischen Panels, Workshops und Vorträgen blieb in den Pausen bei einem Kaffee genügend Zeit für Gespräche, Networking und neue Bekanntschaften.

Was die diesjährige Future of Work besonders deutlich gezeigt hat:
Technologie entwickelt sich rasant, aber im Mittelpunkt bleibt der Mensch.

Event-Eckdaten: Future of Work / FOW | Veranstalter: LSZ | Bad Loipersdorf

Gast-Autorin

Anna Schweifer verbindet ihren wirtschaftlichen Background mit ihrem Interesse an moderner Arbeitswelt, Unternehmenskultur und persönlicher Entwicklung. Derzeit ist sie bei Peek & Cloppenburg Österreich tätig. Besonders interessieren sie Themen wie Veränderung, Orientierung im Berufsleben und die Frage, wie Unternehmen Menschen langfristig begleiten, entwickeln und fördern können. Als Brand Ambassadorin gibt sie außerdem persönliche Einblicke in genau diese Themenbereiche.

Anna Schweifer

Zwischen AI, Wellbeing und Employer Branding

Pro Tag gab es drei Workshop-Sessions mit einer großen Auswahl an parallel stattfindenden Formaten in Kleingruppen zu unterschiedlichsten Praxisthemen. Gar nicht so einfach, sich da für eines zu entscheiden.

Die Themenpalette reichte von Talent Acquisition und Employer Branding bis hin zu Wellbeing, Leadership und psychosozialer Unterstützung im Arbeitsalltag.

So stellte die Erste Group etwa den „AI Preboarding-Companion Marie“ vor und gab Einblicke, wie künstliche Intelligenz künftig im HR-Alltag eingesetzt werden kann.

Gleichzeitig wurde in anderen Sessions deutlich, wo HR auch an Grenzen stößt: Magenta zeigte in einem ehrlichen Praxisbericht, wie das Unternehmen mit psychosozialer Beratung zusammenarbeitet, um Mitarbeitende und Führungskräfte zu entlasten.

Auch Themen wie Resilienz und Wellbeing standen stark im Fokus. Gemeinsam mit MyClubs zeigte L’Oréal beispielsweise, wie Unternehmen Wellbeing sichern können, wenn sich Arbeit immer weiter verdichtet.

Das große Interesse der Teilnehmenden zeigte sich vor allem durch die vielen Fragen, offenen Diskussionen und daran, dass die Zeit oft fast zu kurz wurde. Gerade die Workshops, die ich besucht habe, waren sehr praxisnah, greifbar und nahbar.

New Work: Fortschritt oder doch nur Fassade?

Ein für mich besonders spannender Programmpunkt war der Panel Talk „Future of Work Uncensored: New Work – Fortschritt oder Fassade?“.

Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich der Begriff „New Work“ interpretiert wird. Immer wieder fielen aber Begriffe wie Freiheit, Selbstbestimmung, Flexibilität, Sinnhaftigkeit und Kultur.

Klar wurde auch:
New Work ist kein fertiges Konzept, sondern ein permanenter Entwicklungsprozess.

HR kann zwar den Rahmen schaffen. Die tatsächliche Umsetzung passiert jedoch durch Führungskräfte. Genau deshalb beschäftigt sich die Branche aktuell intensiv mit der Frage:
Wie führt man Menschen in einer Welt permanenter Veränderung?

Leadership verändert sich massiv. Neben technologischem Fortschritt braucht es vor allem ein „Human Upgrade“: Werte, Kultur, Ethik und Menschlichkeit werden wichtiger denn je.

Emotionen, Empathie und das Gespür dafür, wie man Menschen wirklich erreicht, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Fähigkeiten, die man nicht einfach in einem Studium lernt.

Auch für Mitarbeitende selbst wird Sinn immer wichtiger. Arbeit soll Wirksamkeit haben, Menschen möchten etwas bewegen und sich mit ihrer Tätigkeit identifizieren können.

Schöne Abschlussworte dieser Diskussion kamen von Barbara Tschelissnigg (Neuroth International): „Jeder Mensch ist neugierig. Man muss diese Neugier wecken und die Führungskraft muss unterstützen.“

Future of Work, FOW 2026, LSZ
Future of Work, FOW 2026, LSZ

Skills statt starrer Karrierewege

Großes Interesse gab es auch bei der Session rund um „Skills-Based Organization & Workforce Transformation“ der Erste Group. Bereits der volle Raum zeigte, wie stark dieses Thema die HR-Branche derzeit beschäftigt.

Die Diskussion machte deutlich, wohin sich HR aktuell entwickeln will: Weg von starren Jobprofilen, klassischen Karrierewegen und rein formalen Abschlüssen – hin zu Fähigkeiten, Potenzialen, Lernfähigkeit und interner Entwicklung.

Besonders spannend war dabei die Gegenüberstellung von „heute“ und „Zukunft“: Während derzeit oft noch Jobtitel, Ausbildung und lineare Karrierepfade im Mittelpunkt stehen, wird der Fokus künftig viel stärker auf Skills, Kompetenzen und verifizierten Fähigkeiten liegen. Statt statischer Laufbahnen geht es zunehmend um dynamische Skill-Portfolios und kontinuierliches Upskilling.

Oder wie es in der Präsentation treffend formuliert wurde:
„Der eigentliche Wert einer Organisation ist die Summe ihrer Skills.“

Dass dieses Thema viele Unternehmen aktuell bewegt, zeigte dann auch nochmal der intensive Austausch im Anschluss der Präsentation.

Authentizität statt Culture Washing

Auch der Coffee Talk mit Birgit Moser-Kadlac (ProSiebenSat.1 PULS 4 ATV Gruppe) und Markus Zink (willhaben Jobs) sorgte für spannende Diskussionen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Unternehmen glaubwürdige Werte vermitteln können. Gerade in Zeiten von Inklusion, Transparenz und neuen gesetzlichen Anforderungen wie der EU-Entgelttransparenzrichtlinie.

Besonders spannend, aber auch eben sehr ehrlich, war dabei der Gedanke:
Unternehmen sollten nicht nur die Sonnenseiten eines Jobs zeigen, sondern auch Herausforderungen offen ansprechen.

Denn wer Probleme oder kulturelle Themen versteckt, zahlt oft später den Preis dafür. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können laut Panel besser Ecken und Kanten zeigen. Oft sogar stärker als große Konzerne mit hohen Recruiting-Budgets.

Birgit Moser-Kadlac verglich das auf humorvolle Weise mit einem ersten Date:
„Klarheit vor Harmonie.“

Future of Work, FOW 2026, LSZ
Future of Work, FOW 2026, LSZ

Humor & Bewegung inklusive

Besonders humorvoll war Fritz Jergitsch, Chefredakteur der Tagespresse mit seiner Keynote „Die Tagespresse Live – Einblicke in Österreichs seriöseste Redaktion“. Seine Geschichten und spannenden Insights rund um die Erfolgsgeschichte der Tagespresse brachten den Saal noch einmal zum Lachen.

Dass bei der Future of Work auch das Thema Wellbeing nicht zu kurz kommt, zeigte sich am zweiten Tag bereits in der Früh:
Eine Pilates-Einheit mit Roman Daucher sorgte für einen aktiven Start in den Tag – der Sportraum war dabei bis auf den letzten Platz gefüllt.

Und zwischendurch wurden wir immer wieder mit Mini-Bewegungs-Einheiten aufgelockert.

Fazit

Die Future of Work 2026 hat einmal mehr gezeigt:
Die Arbeitswelt verändert sich rasant. KI, Transformation und neue Technologien treiben Unternehmen voran. Gleichzeitig rücken Menschlichkeit, Sinn, Kultur und Leadership stärker in den Fokus.

Oder anders gesagt:
Die Zukunft der Arbeit wird technologischer. Aber auch menschlicher.

Für mich waren es zwei intensive Tage voller Inspiration, spannender Gespräche, neuer Perspektiven und wertvoller Begegnungen.

Future of Work, FOW 2026, LSZ
Future of Work, FOW 2026, LSZ

Fotos: ©LSZ & Eva Selan

Future of Work 2026 | Zwischen KI, Leadership und Menschlichkeit #FOW

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