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Teamimpuls

Familienfreundliches Arbeiten in einem Krankenhaus, wie soll das gehen?

29Jun2026
2 min
Familienfreundliches Arbeiten KH

HR-Know-how aus der Praxis für die Praxis

Inhalt

In einem Krankenhaus zu arbeiten gilt undetailliert betrachtet als nicht familienfreundlich. Wie kann es trotzdem gelingen, ein attraktiver Arbeitsplatz für Mitarbeitende zu sein, die Familienverpflichtungen haben und sogar staatliche Auszeichnungen dafür zu erhalten?

Gast-Autorin: Mag.a Brigitte Awart-Resei (Herz-Jesu Krankenhaus)

24/7-Betrieb trifft Familienleben

Ein Krankenhaus zu führen bedeutet, auf Mitarbeitende angewiesen zu sein, die auch an Wochenenden sowie in der Nacht arbeiten. Erkrankungen halten sich weder an Öffnungszeiten von Kindergärten, Schulen oder Horten noch an Schulferien oder private Betreuungsverpflichtungen von Angehörigen. Umso wichtiger ist die Frage: Wie kann es gelingen, die zeitlichen Anforderungen eines 24/7-Betriebs mit den privaten Bedürfnissen der Mitarbeitenden in Einklang zu bringen?

In zahlreichen Gesprächen mit Dienstplanungsverantwortlichen und Mitarbeitenden haben sich folgende Punkte als wesentliche Erfolgsfaktoren herauskristallisiert:

  1. Eine präzise Bedarfsanalyse: Wie viele Mitarbeitende müssen tatsächlich anwesend sein, um Abteilungen und Arbeitsplätze gut abzudecken, und wie verändert sich dieser Bedarf im Verlauf einer Woche?
  2. Mitgestaltung der Dienstpläne: Mitarbeitende erhalten die Möglichkeit, Wunschdienste und wunschfreie Tage innerhalb klar definierter Spielregeln selbst einzuteilen. Eine ausreichend lange Vorlaufzeit in der Planung hilft, Planungsdifferenzen zu vermeiden.
  3. Längere Dienste mit Mehrwert: Lange Dienste in der Pflege (bis zu 13 Stunden) oder verlängerte Dienste im ärztlichen Bereich (bis zu 25 Stunden) können bei guter Planung deutliche Vorteile bieten. So ist es möglich, bereits an zwei bis drei Arbeitstagen pro Woche ein Vollzeitausmaß zu erreichen.
  4. Divers zusammengesetzte Teams: Eine heterogene Alters- und Lebensphasenstruktur innerhalb der Abteilungen erleichtert unter anderem die Urlaubs- und Abwesenheitsplanung.
  5. Zusätzliche Benefits: Angebote wie kostenloses Coaching, Sportmöglichkeiten, eine Betriebskantine sowie vielfältige fachliche und persönliche Weiterbildungsmöglichkeiten runden das Gesamtpaket ab.

Flexibilität braucht klare Spielregeln

Klar ist, dass es Verständnis auf beiden Seiten braucht: Starre Dienstzeitvorgaben oder der Anspruch, ausschließlich vormittags zu arbeiten, führen selten zu tragfähigen Lösungen. Ebenso essenziell sind eine funktionierende Teamkultur – etwa gegenseitige Vertretung bei ungeplanten Ausfällen – sowie ein respektvolles Miteinander und offene Kommunikation.

Das Herz-Jesu Krankenhaus hat mehr als 100 Dienstzeitmodelle, um den unterschiedlichen Bedürfnissen auf beiden Seiten so gut wie möglich gerecht zu werden.

Ausgezeichnet familienfreundlich

Flexibilität auf beiden Seiten, kombiniert mit transparenter und frühzeitiger Planung, sind die Schlüsselbegriffe, die uns bereits mehrfach zu Auszeichnungen verholfen haben und es ermöglichen, trotz Fachkräftemangels einen vollständig besetzten Stellenplan zu halten.

Auszeichnungen

  • 2026 österreichweit mit dem 3. Platz beim Staatspreis „Familie & Beruf“ in der Kategorie Non-Profit-Unternehmen ausgezeichnet, nach dem Wiener Landessieg im Herbst 2025
  • Mehrfach ausgezeichnet für Familienfreundlichkeit: dreimal Siegerunternehmen als familienfreundlichster Betrieb wienweit im Non-Profit-Bereich
  • Zertifiziert „Beruf und Familie“ seit 2016

Familienfreundliches Arbeiten in einem Krankenhaus, wie soll das gehen?

Gast-Autorin

Mag.a Brigitte Awart-Resei, Leitung Personalmanagement und kooptiertes Vorstandsmitglied, seit 13 Jahren im Herz-Jesu Krankenhaus.

Awart-Resei Brigitte, Herz-Jesu KH

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