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„Stress lass nach“ auf Chinesisch

Was macht ein Chinese, wenn er sich gestresst fühlt? Welche Brücken kann man zwischen europäischer und ostasiatischer Einstellung zum (Arbeits-)Leben schlagen? Dr. Wan Jie Chen, ein Sportwissenschaftler und Unternehmensberater, der seit 25 Jahren in Österreich lebt und arbeitet, teilt seine Erfahrungen beim ARS-Seminar „Chinesisches Stressmanagement“.

Sabine Piotrowski war für Sie vor Ort, hier der Veranstaltungs-Bericht!

„Wenn ein Europäer ein Problem hat, dann versucht er es aufzulösen. Gerade darauf zu und durch. Der Chinese versucht einen Weg herum zu finden – seitlich vorbei, oberhalb, unterhalb…“ beschreibt Dr. Chen. Die chinesische Vorgehensweise (nach Laotse) ist subtiler: Auch hier liegt das Ziel vorne – auf das der Europäer gerade zu marschiert. In China geht man drei Schritte vor und zwei wieder zurück. Ein Wechselspiel von Geben und Nehmen auf dem Weg zum Ziel. Die zugrundeliegende Idee ist Yin und Yang: Das Leben besteht aus Gegensätzen, die zusammen ein Ganzes ergeben. Licht und Schatten. Im Licht ist auch Schatten enthalten. Und im Schatten auch Licht. Die Balance zu finden zwischen den Polen und natürliche Kräfte für sich zu nutzen ist das Ziel.

 

 

 

Die daoistische Philosophie von Balance

So, was hat das jetzt mit Stress zu tun? Im Stress ist der Mensch aus seiner Balance geraten. Er hat zu viel oder zu wenig von Yin oder Yang. Die Yin-Seite wird charakterisiert durch Merkmale wie dunkel, passiv, weiblich, kühl. Die Yang-Seite ist hell, aktiv, männlich, heiß. Beiden sind bestimmte Organe und diesen wieder Uhrzeiten zugeschrieben.

„Wenn man beispielsweise dazu neigt unter Stress die aktive Yang-Seite noch zu verstärken“, beschreibt Dr. Chen, „dann sammelt sich zu viel Hitze im Körper. Wenn man dann noch hitzefördernde Nahrungsmittel zu sich nimmt, wie Chili oder Schnaps, dann verstärkt man das noch weiter. Bestimmte Körpersymptome wie Halsschmerzen können die Folge dieser Überhitzung sein.“ Mit der passenden Nahrung, dem Lebensrhythmus nach der Organ-Uhr und Maßnahmen wie Akupressur oder Qi Gong kann man hier einen Ausgleich schaffen. Wichtige Akupressurpunkte können wir gleich mit Unterstützung selbst ausprobieren und die aktivierende oder beruhigende Wirkung und den leichten Schmerz, der zeigt, dass es der richtige Punkt, ist erleben.

Ein Tag an der ARS-Akademie

Es ist eine Fülle an chinesischen Konzepten und Philosphien, die Dr. Chen in dem eintägigen Seminar am ARS vorstellt. Die ARS-Akademie für Recht, Steuern & Wirtschaft bietet damit neben ihrem fachlichen Kernprogramm ein spannendes, ergänzendes Thema. Die Betreuung ist sehr professionell und freundlich, die Räumlichkeiten im wunderschönen Altbau der Akademie gegenüber der Urania sind hochwertig und sehr geschmackvoll ausgestattet. Zusätzlich gibt es noch ein eigenes Restaurant für die Teilnehmer: Sehr praktisch und sehr gut.

Teilnehmerfeedback und mein persönliches Resümee

Dr. Chen spricht sehr viele Themen und Konzepte an, die er durch eine große Menge an Folien unterstützt, die als schriftliche Unterlage sehr hilfreich sind. Mit seinen authentischen Geschichten macht er die Unterschiede zwischen Ost und West lebendig, die er ja auch lebt – beruflich und privat. Er bietet auch eine Reihe an Qi Gong Übungen an, die wir vor Ort gleich einüben. Merkbar ist das alles nicht wirklich, aber es bietet viele interessante Anregungen, lautet das positive Teilnehmerfeedback.

Ein umfangreiches und spannendes Programm von einem engagierten Vortragenden, das für einen Tag noch mehr Fokus und Transferorientierung brauchen würde, ist mein persönliches Fazit.

Und um zum Abschluss den Kreis zu schließen: Das österreichische „Stress LASS nach“ steht für Dr. Chen für Lachen, Atmung, Stärkende Nahrung und Spaß an der Arbeit. Dann LASSen Sie uns also gleich mal loslegen… zwei Schritte vor und eventuell wieder einen zurück…

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