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Breaking News: Xing kauft kununu

Oh la la, das haut mich vom Hocker: Xing kauft kununu.

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Auch wenn die Logo-Farben doch frappante Ähnlichkeit aufweisen, ich wäre nie darauf gekommen!

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Vertragsunterzeichnung war am 8jan2013, wirtschaftlich wirksam ist es bereits mit 1jan2013. Kununu bringt es auf beachtliche 3 Mio Seitenaufrufe / Monat und ist somit die marktführende Plattform für Arbeitgeberbewertungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Die XING AG hat ihren Sitz in Hamburg, die kununu GmbH in Wien. Daran wird sich auch weiterhin nichts ändern. Aber alles der Reihe nach:

Die wirtschaftliche Seite

Was mich wirklich beeindruckt: in so kurzer Zeit ein Unternehmen zu erschaffen, das

  • mit einer völlig neuen – und heiklen – Idee an den Start geht
  • diese so professionell umsetzt, dass sie tatsächlich funktioniert und
  • innerhalb kürzester Zeit  einen so großen Wert erzielt!

Die Frage „warum verkaufen die Poreda-Brüder (kununu-Gründer  und-Geschäftsführer Mark und Martin Poreda, Foto) kununu?“ erübrigt sich, denn um DIESE Geldsumme …

Lassen Sie mich die Pressemeldung zitieren:

Pressemeldung vom 8jan2013: Mit Vertragsunterschrift zahlt XING an die Verkäufer zunächst ca. EUR 3,6 Mio. In Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren, insbesondere der Umsatz- und der EBITDA-Entwicklung von kununu in den Jahren 2013 – 2014, können bis Februar 2015 maximal weitere Zahlungen in Höhe von insgesamt ca. EUR 5,8 Mio. erfolgen.

Eine erstaunliche Summe, vor allem wenn man bedenkt, dass kununu erst 2007 gegründet wurde.

Kununu-Background

Pressemeldung vom 8jan2013: kununu wurde im Jahre 2007 gegründet und sitzt in Wien. Mit rund 3 Mio. Seitenaufrufen pro Monat ist kununu die marktführende Plattform für Arbeitgeberbewertungen im deutschsprachigen Raum. […] kununu funktioniert für die Jobsuche ähnlich, wie Hotelbewertungsplattformen für die Reiseplanung:  Auf kununu bewerten Mitarbeiter, Ex-Mitarbeiter, Auszubildende und Praktikanten ihr Unternehmen unter anderem in Bezug auf Betriebsklima, Aufstiegschancen und Gehalt. Dadurch bekommen Jobsuchende einen Einblick in Unternehmen aus erster Hand. Darüber hinaus haben Arbeitgeber die Möglichkeit, kostenpflichtige Profile für Employer Branding auf kununu zu erwerben und sich interessierten Talenten optimal zu präsentieren.

Was bedeutet das für kununu-Mitarbeiter?

Ich wandte mich kurzerhand an Tamara Katja Frast (PR & Social Media, kununu GmbH) und hinterfragte:

Wie viele Mitarbeiter hat kununu in Österreich?
30

Wie viele in Deutschland?
Keine, der Firmensitz ist und bleibt in Wien.

Werden diese Mitarbeiter übernommen, was ist geplant?
Sämtliche kununu-Mitarbeiter werden übernommen, der Firmensitz bleibt in Wien bestehen.

Wie wird sich das Service von kununu verändern?
Das Portal und die Marke kununu bleiben bestehen. Die Abgabe der Erfahungsberichte und die Suche nach Arbeitgebern werden für die User absolut gleich bleiben. Die Wahrung der Anonymität bleibt ebenso aufrecht. Die User von kununu dürfen sich hingegen erwarten, dass durch die Übernahme von XING die Arbeitgeberbewertungen von kununu noch mehr Relevanz erhalten und geplante Features durch die Nutzung von Synergien rascher lanciert werden können.

Frau Frast, danke für die rasche Beantwortung der Interview-Fragen!

Die Pressemeldung

Den noch nicht oben zitierten Teil der offizielle Pressemeldung vom 8jan2013 möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Marktführer bündeln ihre Kräfte: XING übernimmt Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu

•    Übernahme zum 01.01.2013

•    Kaufpreis beträgt zuerst ca. EUR 3,6 Mio.

•    Bei Erfüllung künftiger Kriterien erfolgen maximal weitere Zahlungen in Höhe von insgesamt ca. EUR 5,8 Mio.

Hamburg/Wien, 08.01.2013 – Die Hamburger XING AG, Betreiber des führenden sozialen Netzwerks für berufliche Kontakte im deutschsprachigen Raum, übernimmt die österreichische kununu GmbH mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01.01.2013. Ein entsprechender Kaufvertrag zwischen XING und den Gesellschaftern von kununu wird heute unterzeichnet. kununu wurde im Jahre 2007 gegründet und sitzt in Wien. Mit rund 3 Mio. […]

Thomas Vollmoeller, CEO der XING AG: „Wir heißen das Team von kununu herzlich willkommen in der XING-Familie. Bereits heute ist XING deutscher Marktführer im Social Recruiting. Der Kauf von kununu stärkt unsere Position in diesem Wachstumsmarkt deutlich. Gemeinsam bieten kununu und XING den Nutzern einzigartige Einblicke in das Innere von Unternehmen. Und Firmen können mit unserer Hilfe ihre Position im Kampf um Talente stärken. Das ist umso wichtiger, da öffentliche  Arbeitgeberbewertungen durch die Mitarbeiter der jeweiligen Firmen nachhaltiges Employer Branding unerlässlich machen.“

kununu CEO Martin Poreda sieht den Erwerb durch XING als logische Folge einer bereits bestehenden Zusammenarbeit: “Unsere nunmehr rund zweijährige Kooperation hat bewiesen, dass die Bündelung unserer Kräfte für beide Seiten einen äußerst positiven Effekt hat. Gemeinsam können wir mehr, sind schneller und erreichen mehr Kunden. Wir wollen eine neue Ära für den Karrieresektor und für die Jobsuche einläuten, in der Arbeitgeberbewertungen die neue Währung des Employer Brandings sind.“

Durch den künftigen gemeinsamen Marktangang bündeln XING und kununu ihr Know-how, ihre Reichweite, ihre Sales-Mannschaften und stellen sich optimal im Wachstumsmarkt Social Recruiting auf. So haben im Jahre 2012 mit 24% doppelt so viele Arbeitgeber proaktiv in sozialen Medien nach Mitarbeitern gesucht, wie noch 2010 (Quelle: ICR Social Media Recruiting Report 2012). Vollmoeller: „In den USA ist dieser Trend bereits deutlich weiter fortgeschritten. Studien wie die von Jobvite zeigen , dass in den USA bereits mehr als 90% der Unternehmen soziale Medien für ihr Recruiting nutzen. Aber der deutschsprachige Markt holt auf.“

kununu arbeitet seit dem vergangenen Geschäftsjahr profitabel und cash-flow-positiv. Die Gründer Martin und Mark Poreda werden weiterhin als Geschäftsführer für kununu tätig sein. Das Portal und die Marke kununu bleiben unverändert bestehen. kununu hat 30 Mitarbeiter, die sämtlich bei kununu tätig bleiben. kununu und seine Gesellschafter wurden exklusiv von der Technologie-Investmentbank GP Bullhound beraten.

Fazit

Ein Fazit fällt mir schwer, doch gespannt bin ich! Und als neugieriger Mensch freue ich mich, dass sich etwas tut und harre den Dingen!

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Ein Kommentar

  1. Eva SELAN am

    Lassen Sie mich selbst meinen eigenen Beitrag kommentieren und ergänzen:

    Die HR-Welt bloggt sich die Finger fusselig über Xing & kununu. Die einen lobhudeln, die anderen spekulieren und manche haben wirklich etwas zu sagen. Besonders interessant finde ich immer konkrete Zahlen und Fakten. Fündig wurde ich u.a. hier: online-recruiting.net: „Abhebos – erst mal auf dem Teppich bleiben (XING & kununu)“ :

    „[…] Besonders interessant finde ich dabei die Zahlen, die Thomas Schulze von Spirofrog, unser HR-Blogger-Finanzchef, zu bieten hat: kununu ist seit 2012 profitabel und hatte in den Jahren 2010 und 2011, bei einem Jahresumsatz von 1 Million, einen Bilanzverlust von 727.000 beziehungsweise 894.000 € auszuweisen. XING hat sich damit also auch einen Steuervorteil erworben, da die Verluste gegengerechnet werden. Auch eine Art, gute Geschäfte zu machen! […]“

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