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HR-Tagung-13: It’s A Small World

Veranstaltungs-Bericht

HR-Tagung-13, Netzwerk Human Ressourcen, 25sep2013, Wels

Titel der HR-Tagung war „It’s A Small World – Ihre ArbeitnehmerInnen sind da draußen“. Geboten wurde ein Feuerwerk aus Erfahrungs-Berichten, Workshops, uvm.
HRweb war für Sie dabei – und verfasste einen Veranstaltungs-Bericht:

Mag. Andreas Geiblinger begrüßt den vollen Saal im Schloß Puchberg bei der HR-Tagung des „Netzwerk Human Resourcen“.
Gleich zu Beginn führt die Analogie vom internationalen, sprachgewandten und erfahrenen Indiana Jones und seinen Begleitern auf seinen Reisen zu den Herausforderungen in der Internationalisierung der Arbeitskräfte, der Mobilität, Flexibilität und den raschen Kommunikationswegen heutzutage.

Zu den Kernthemen der Internationalisierung der Arbeitskräfte diskutieren

  • Dr. Michael Strugl (Wirtschaftslandesrat Oberösterreich),
  • Ing. Manfred Huemer (HR-Beiratssprecher, Leitung Personal, Greiner Packaging GmbH) und
  • DI (FH) Werner Pamminger, MBA (Geschäftsführer, Clusterland Oberösterreich GmbH).

Für Österreich als Exportland wird das Thema immer relevanter, Integration internationaler Arbeitskräfte zu sichern und zu fördern. Bei Greiner werden Arbeitskräfte verschiedener Herkunft zusammen geführt. Sie können bei sozialen Events einander Vorstellen, deren Kulturen präsentieren und voneinander lernen. Im Cluster Oberösterreich, der über 8.000 Unternehmen zählt, sind die größten Herausforderungen nach außen zu gehen und internationales Wissen in die Region herein zu holen. Cluster und Netzwerke leisten hier Unterstützung.

Findet man im Ausland qualifizierte Fachkräfte?

Eine schwierige Frage. Was ist eine Fachkraft? Die Fachkraft, so wie wir es in Österreich verstehen ist oftmals im Ausland nicht in dieser Form zu finden. Im Recruiting top-qualifizierter Fachkräfte erlebt Greiner dieselben Herausforderungen im Ausland wie auch im Inland. Es wird viel Energie in die Entwicklung der jungen Arbeitskräfte investiert, um diese auszubilden und international zu entwickeln. Aufgrund kultureller Unterschiede ist es oftmals nicht so leicht, integrierte Mitarbeiter dann auch zu halten.

„Cultures don’t meet, People Do“

Wie führen wir internationale Teams zusammen?

Wir prägen die Kultur gemeinsam und kulturelle Ausreden und Vorurteile führen oftmals zu vielen Missverständnissen. Generalisierungen und Stereotypen sind die größten Hindernisse in der Zusammenführung verschiedener Kulturen.

Definition: Kultur ist die „Gewohnheiten“ von Menschen in einem Kollektiv als „geteilte Lebenspraxis“. Somit gibt es eigentlich so viele Kulturen wie es Kollektive gibt. Kulturalität ist nicht homogen, sondern die Bekanntheit von Differenzen.

Das führt zur interkulturellen Kommunikation und zu Fremdheitserfahrungen. Das heißt, dass jede Kommunikation interkulturell werden kann.

Dieser systemische Ansatz der interkulturellen Kommunikation hilft uns, die unterschiedlichen Identitäten zu erkennen und Einfluss auf unsere Kommunikation zu nehmen. Schlussendlich geht es darum, die Fremdheitserfahrungen in Normalität umzuwandeln und das führt zu interkultureller Kompetenz. In den Vordergrund wird somit die Persönlichkeit gestellt. Die Diversität und Person dient zum Auswahlkriterium und nicht die kulturelle Herkunft.

Dr. Elisabeth Jaksche-Hoffmann (Alpen Adria Uiversität) zum Thema Fremdheit vs. Kulturalität „Warum Multikulti keine Frage der Internationalität ist…“

Welche Hürden erlebt ein mittelständisches Unternehmen bei seiner Internationalisierung?

Als mittelständisches Unternehmen mit ausgeprägter Internationalisierung wird am Beispiel Miba der Weg dorthin und die Hürden aufgezeigt. Seit 2012 beschäftigt das Unternehmen mehr als 50% der Mitarbeiter im Ausland. Die Internationalisierung startete 1989. Auf diesem Wege sind sie auch öfter „auf die Nase“ gefallen.

Es gilt zu prüfen, was soll bewahrt und wo muss losgelassen werden. Eine Herausforderung war, Österreich nicht mehr als „Nabel der Welt“ wahrzunehmen, sondern verstärkt nach außen zu denken und „die große Welt“ zu sehen.

In der Personalarbeit sind saubere, durchdachte und nieder geschriebene Prozesse essentiell. Klare Rahmenbedingungen, der internationale Mitarbeitaustausch und Kommunikation sind die Erfolgshebel.

Die wesentlichen Ansatzpunkte waren, Leadership neu zu überdenken, Partnership auf internationaler Ebene zu leben, Leistungsevaluierungen nachhaltig zu führen, Employer Branding intern und extern authentisch zu machen und einen strukturierten Expat Managemet Prozess einzuführen.

Mag. Bernhard Reisner (MIBA AG) zum Thema Developing People – Developing Organizations – Developing the World „Internationalität als Herausforderung für Unternehmenskultur und operatives & strategisches Personalmanagement“

„Andere Länder, andere Sitten“

Ein Erfahrungsbericht von Ecotherm.

Herausforderungen im Nahen Osten sind in erster Linie die andere Arbeitsmoral. Mitarbeiter haben sehr wenig Rechte und daher sind Expats sehr schwierig dort zu halten. Das Gesicht darf und soll nicht verloren werden. Man darf das Gegenüber nicht mit Fehlern konfrontieren. Die persönlichen Beziehungen sind wichtiger als die geschäftlichen Beziehungen. Lokale Traditionen wie Ramadan müssen akzeptiert werden. Im Gegensatz dazu zählen europäische Feiertage nicht. Arbeiten im Nahen Osten muss erst gelernt werden. Wer die dortigen Eigenheiten und ungeschriebenen Gesetze nicht annimmt und seine Geschäfte nicht nach diesen führt, wird keinen Erfolg haben.

DI Dr. Christoph Stangl (Ecotherm) zum Thema Andere Länder, andere Sitten „Marktbearbeitung im Nahen Osten als kulturelle Herausforderung für Expatriates und Unternehmen“

Was macht der Expat in Austria?

Ein Erfahrungsbericht des hiesigen HR-Managers der CNH-Group.

Er kommt aus Italien, arbeitet seit diesem Jahr in Österreich und zog mit seiner Familie nach Oberösterreich. Im Unternehmen sind über 20% der Führungskräfte international eingesetzt. CNH hat eine detaillierte Matrixorganisation und arbeitet in allen Bereichen länderübergreifend. In erster Linie werden interne Mitarbeiter gefördert, die sich regional verändern möchten. Oftmals werden diese Mitarbeiter nicht auf Zeit entsendet. Sie finden ihren Platz vor Ort im neuen Land.

Das Relocation-Problem ist wenig präsent, da die meisten Mitarbeiter, die aus dem Ausland kommen dort auch gerne bleiben möchten oder sich wo anders im Unternehmen weiter entwicklen.

In der Zusammenarbeit mit Menschen anderer Kulturen ist ein wesentlicher Faktor „Fun“ in der Zusammenarbeit zuzulassen. „Fun“ löst viele Barrieren auf und es wird nicht alles so ernst genommen.

Dr. Giuseppe Pranid (Case New Holland) zum Thema Integration of International employees in Upper Austria „Personal experience and company strategies“

Angebotene Workshops

  • Diversity Management in Unternehmen
  • Truly International?
  • Vom Fremd zum Freund
  • Other ways of knowing
  • Expatriation Management
  • Interkulturelle & internationale Teams

Persönliches Fazit

Die HR-Tagung im Bildungszentrum Schloss Puchberg begeisterte mit äußerst interessanten Beiträgen und Erfahrungsberichten verschiedenster Unternehmen. Netzwerken hat einen hohen Stellenwert und in den Workshops wurde konstruktiv, offen und effizient gearbeitet.

Sie brachte interkulturelles Verständnis aufs Tablet und schaffte wieder mehr Sensibilisierung, diesem Thema offen und aktiv zu begegnen. Gefällt!

Ein Danke an das Netzwerk Human Ressourcen!

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