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Wer Beziehungen hat, hat Einfluss auf die Firma!

Wir leben in einem Zeitalter der Vernetzung, in einer Welt die fasziniert ist von sozialen Medien. Wir stehen mit Freunden und Kollegen in Verbindung und folgen prominenten Personen auf Twitter, LinkedIn, Facebook, u.v.m. Obwohl manche behaupten, die Zahl dieser Verbindungen reflektiere unseren Erfolg oder unsere Popularität, sind andere Anhänger der These: Qualität vor Quantität. Aber eines steht fest: Beziehungen bedeuten Einfluss.

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Ob Qualität oder Quantität – Beziehungen stehen im Mittelpunkt unseres Lebens, das ist schon rein evolutionär begründet. Menschen lernen durch soziale Interaktion – bereits im Alter von 2 Monaten beginnen wir durch Imitation zu lernen. Unsere späteren Beziehungen bieten ein größeres Reportoire aus dem wir schöpfen und lernen können. Im Gegenzug lernen andere Menschen auch von uns.

Im Marketing dreht sich alles um die Identifikation jener, die bei der Promotion des Services oder Produkts den grössten Einfluss auf die Zielgruppe haben. Gute Marketingspezialisten verstehen die Grundsätze und die Macht der Beeinflussung und wie man dadurch Erfolg erzielt. Dieses Wissen ist nicht nur im Kontext von Marketing interessant, sondern kann auch die alltäglichen Abläufe in einer Organisation verbessern.

Key Player identifizieren durch Netzwerk-Analysen

Jedes Unternehmen hat seine eigenen Beziehungsmuster und -netzwerke – mit ein paar wenigen Personen im Zentrum der Beziehungen. Diese Personen verbinden Produkte oder Abteilungen miteinander, und sie beeinflussen das Verhalten und die Einstellung der anderen. Diese Personen sind allerdings nicht unbedingt in einer formellen Führungsposition. Wenn man diese Key Player im Unternehmen identifiziert, kann man die Performance eines jeden Unternehmens durch reine Beziehungsarbeit maximieren.

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Liz ist definitiv ein Informations-Knotenpunkt mit Verbindungen zu mehreren Abteilungen. Würde sie das Unternehmen verlassen, würde es sich auf den Informationsfluss und die Wissens-Weitergabe auswirken.

Durch eine Organisatorische Netzwerk-Analyse können Unternehmen die Prinzipien der Beeinflussung nutzen, da die sozialen Muster der Angestellten dargelegt werden und somit die Key Player identifiziert werden. Eine Organisatorische Netzwerk-Analyse ergibt ein mehrdimensionales Bild des intellektuellen Kapitals der Organisation. Diese Visualisierung erleichtert die Umsetzung der Unternehmensstrategie, Veränderungen der Unternehmenskultur können besser umgesetzt werden und Gruppendynamik und Entscheidungsprozesse werden verbessert.

Case Study: Steigerung von Leistung und Team-Dynamik

Vor etwa einem Jahr kam eine schnell wachsende Marketingagentur auf uns zu. Sie benötigte einen “Performance Boost”, eine Leistungssteigerung und eine Neuausrichtung ihrer interdiziplinären Teams. In letzter Zeit waren die Prozesse langsamer geworden und die Finanzzahlen lagen hinter dem Plan. Change war gefragt. Doch bevor an einem großen Umbruch gearbeitet werden sollte, wollten sie ein klares Bild ihrer Abläufe haben. Als schnelles und präzises Instrument zur Diagnose schlugen wir die Organisatorische Netzwerk-Analyse vor. Diese Methode identifiziert einerseits die Hauptproblemfelder, und zeigt andererseits Möglichkeiten zur Intervention auf, um so den Entwicklungsprozess zu beschleunigen.

Analyse des Netzwerkes aus Beziehung und Einfluss

Die Mitarbeiter bekamen einen Online Fragebogen, in dem sie zu bestimmten Fragestellungen die passenden Mitarbeiter oder Abteilungen auswählten. Dies ermöglichte uns eine korrekte Visualisierung der Verbindungen innerhalb des Unternehmens, ein sogenanntes informelles Organisationsbild. Wir erfassten auch die Teamzugehörigkeiten und hierarchischen Positionen der Angestellten.

Nachdem diese Informationen in das Organisationsbild eingetragen wurden, konnte man klar erkennen, wo Handlungsbedarf bestand. Einige dieser Punkte waren:

  • Die Marketing Abteilung hatte sehr wenige und ineffiziente Beziehungen zu anderen Abteilungen wie dem Kundenservice oder dem Key Account Management.
  • Die Prozesse waren meist komplex und benötigten Vereinfachung.
  • Das Top Management war überlastet während das Potential der mittleren Managementebene nicht ausgenutzt wurde.
  • Die Weitergabe des internen Wissens war schlecht, manche Experten wurden kaum beachtet, andere waren überansprucht.

All diese Faktoren waren mit dafür verantwortlich, dass die Prozesse innerhalb der Organisation sehr langsam waren.

Die Ergebnisse der Analyse gaben dem Management detaillierte Informationen darüber, wie die Organisation auf den Ebenen der Abteilungen, Gruppen und Individuen wirklich funktionierte, wodurch sie die Strukturen anpassen konnten um optimale Produktivität zu erreichen.

Nach der Analyse besuchten die Manager auch ein Team Building Training, um ihre Konflikte besser lösen zu können und die Arbeitsbeziehungen besser zu verstehen. Bei diesem Training wurde auch die Analyse ihrer eigenen Beziehungen verwendet. Dieses leicht verständliche Bild ermöglichte es ihnen, die Effizienz ihrer Beziehungen in der Firma zu evaluieren sowie zu verstehen, was sie in Zukunft besser machen könnten.

Nach einem Jahr führte die Marketingagentur eine Analyse über die Langzeitwirkung durch. Die Fortschritte wurden evaluiert und überprüft und der Erfolg der Interventionen bewertet. Ausserdem wurde die Aufteilung der Arbeitsplätze an die eigentlichen Kommunikationsflüsse und Vertrauensmuster angepasst um gute Zusammenarbeit zu maximieren.

Veränderungen effektiv kommunizieren

Der Schlüssel zum Erfolg in unserer schnellen Arbeitswelt liegt darin, agil zu sein und auf neue Trends so schnell wie möglich eingehen zu können. Es ist allerdings nicht einfach, Zusammenhalt und Zusammenarbeit zu erhalten und gleichzeitig flexibel zu sein und sich neu auszurichten. Denken Sie an einen Vogelschwarm: wie können innerhalb von Sekunden Einzelne die Richtung ändern und trotzdem in der Reihe bleiben? Unsere Mitbegründer, Tamás Vicsek und Albert-László Barabási haben beide solche Fragestellungen wissenschaftlich untersucht, und ihre Erkenntnisse wurden in zahlreichen Fachzeitschriften und Büchern veröffentlicht. Die Antwort liegt in der Macht von Netzwerken. Denken Sie an Ihre Organisation: Wer initiiert Veränderungen, wer folgt einfach den anderen, und wer blockt ab?

Vor zwei Jahren kam der Chef einer IT Firma zu uns um sich über Change Management beraten zu lassen. Seine Firma hatte gerade einen Merger hinter sich – vier kleinere Firmen waren zu einer geworden. Er benötigte ein Werkzeug mit dem er das Zusammenwachsen der Unternehmenskulturen managen konnte. Wir boten ihm eine Organisatorische Netzwerk-Analyse an, und er analysierte damit wie die Informationen über Veränderungen sich im Betrieb verbreiteten. Er fand informelle Leader, die drei mal so viele Personen erreichten als formelle Leader. Diese wichtigen Meinungsführer wurden von ihren Kollegen auf Grund vieler Faktoren gewählt. Der Grund, warum Meinungsführer so wichtig sind für ein erfolgreiches Change Management ist auch wissenschaftlich erklärbar: Verhalten und Emotionen sind ansteckend, unabhängig von Hierarchie oder Funktion, und formelle Machtstrukturen machen nur 25% der Einflussnahme aus. Die Change Agents, die bei der Analyse identifiziert wurden, waren bestens platziert im informellen Netzwerk der Firma, so dass sie andere informieren und beeinflussen konnten, da die Mitarbeiter von ihnen durch sozialen Kontakt lernten.

Die Organisatorische Netzwerk-Analyse kann nicht nur bei Change Management eingesetzt werden, sondern auch bei vielen anderen Fragestellungen der Organisationsentwicklung, von Wissensmanagement und Talentmanagement bis zu Teamentwicklung und Verbesserung der Performance des Unternehmens.

Mit der Organisatorischen Netzwerk-Analyse können Sie die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und Teammitgliedern visualisieren. Sie können:  

  • ermessen, wie effektiv das vorhandene Wissen in Ihrer Organisation genutzt wird,
  • herausfinden, wo neue Ideen generiert werden und wie sie zu ihrem vollen Potential ausgebaut werden können,
  • ein neues System zur Nachbesetzung entwickeln,
  • von den natürlichen Mentoren in Ihrem Unternehmen profitieren und ein neues Mentorprogramm aufbauen,
  • Senkrechtstarter identifizieren.

Info: Orgmapper ist ein von Wissenschaftern gegründetes Unternehmen, das Online Tools zur Analyse der Organisationsabläufe und der Kommunikationsflüsse anbietet.


Tipp: Workshop (kostenfrei!)

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